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Graz' Trainer Franco Foda reizt eine Rückkehr in die Bundesliga

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Österreich - SK Sturm Graz  

Foda: "Habe eine Ausstiegsklausel für das Ausland"

12.08.2011, 10:24 Uhr | t-online.de

Graz' Trainer Franco Foda reizt eine Rückkehr in die Bundesliga. Franco Foda hat mit Sturm Graz in der letzten Saison überrascht. (Foto: imago)

Franco Foda hat mit Sturm Graz in der letzten Saison überrascht. (Foto: imago)

Das Interview führte Johann Schicklinski

Franco Foda ist bei Sturm Graz bereits jetzt eine Legende. Der frühere Bundesliga-Profi ist seit 14 Jahren beim Verein und war mit dem Klub 1998 und 1999 österreichischer Meister. In der abgelaufenen Saison glückte ihm als Trainer sensationell das gleiche Kunststück. Foda war damit an allen drei Grazer Titelgewinnen als Spieler oder als Coach beteiligt.

Der Titel 2011 war der Höhepunkt einer Entwicklung, die ihren Anfang im Jahr 2006 nahm. Damals lag Sturm am Boden, musste Konkurs anmelden und um seine Existenz bangen. In dieser schwierigen Lage übernahm Foda nach 2003 zum zweiten Mal den Cheftrainer-Posten beim Traditionsklub und führte Sturm zunächst in ruhigeres Fahrwasser und dann zum Pokalsieg 2010. Im Interview mit t-online.de spricht Foda über das Ziel Champions League, die Arbeit mit jungen Spielern und den Reiz der deutschen Bundesliga.

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t-online.de: Herr Foda, Sie sind mit Sturm Graz in der abgelaufenen Saison Meister geworden. Als Spieler gelang Ihnen das gleiche Kunststück zweimal. Welches war der bisher schönste Titel für Sie?
Franco Foda: Einen Meistertitel hat man ja nicht so oft zu feiern, deswegen waren alle schön. Aber den Titel als Trainer zu holen, ist etwas Besonderes, weil man die Verantwortung für die ganze Mannschaft trägt.

Der Start in die aktuelle Spielzeit geriet allerdings holprig. Mit nur zwei Punkten aus drei Spielen liegt ihr Team auf dem letzten Tabellenplatz. Wo liegen die Gründe für den schlechtesten Saisonstart seit acht Jahren?
Wir mussten zum Saisonstart mit Gordon Schildenfeld (zu Eintracht Frankfurt, Anm. der Redaktion) unseren Abwehrchef ziehen lassen, obwohl wir Meister geworden sind und die internationalen Qualifikationsspiele anstanden. Normalerweise ist es im Fußball so, dass die Mannschaft nach einem Titel zusammengehalten und mit drei bis vier Neuzugängen ergänzt werden muss. Aber wir schwimmen in Graz eben nicht im Geld und müssen darauf achten, dass unser Budget ausgeglichen ist. Das kann eben auch mal zu Lasten der sportlichen Qualität gehen.

Nun ist die Erwartungshaltung im Umfeld und bei den Fans gestiegen? Können Sie vermitteln, dass auch künftig "kleinere Brötchen“ gebacken werden müssen?
Wir konnten im letzten Jahr angesichts der Konkurrenz wie Salzburg nicht unbedingt damit rechnen, Meister zu werden. Deswegen haben wir uns alle über das Erreichte gefreut, sollten aber nicht vergessen, dass der Erfolg außergewöhnlich war. Ich als Trainer und auch der gesamte Vorstand bleiben realistisch, deshalb heißt unsere Zielsetzung auch, unter die Top Vier zu kommen.

Das werden die Fans nicht unbedingt gerne hören!
Die Anhänger müssen unsere finanziellen Rahmenbedingungen sehen, wir müssen innerhalb unseres Etats wirtschaften. Unsere Fans werden das respektieren, schließlich hatte Sturm 2006 noch Konkurs angemeldet.

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Wie wichtig ist vor diesem Hintergrund, dass der Saisonstart Ihres Teams auf internationaler Ebene geglückt ist und Ihre Elf nun in der dritten und letzten Qualifikationsrunde für die Champions League steht? Selbst bei einem Ausscheiden hat Ihre Mannschaft damit die Gruppenphase der Europa League sicher erreicht.
Zunächst einmal ist das für uns ein sportlicher Erfolg, schließlich wollen wir uns mit den großen Mannschaften messen, sei es in der Champions League oder der Europa League. Finanziell ist die Planungssicherheit  wichtig für uns, aber reich werden wir dadurch nicht. Natürlich sind das wichtige Einnahmen, aber wir haben auch Prämien oder andere Kosten zu tragen. Trotzdem haben wir durch die Erfolge etwas Luft und konnten nun auf dem Transfermarkt noch einmal nachlegen und einen Innenverteidiger sowie einen Mittelfeldspieler verpflichten.

Wie schätzen Sie die Chancen Ihrer Elf in der Quali gegen das weißrussische Team von Bate Borisow ein?
Im Fußball ist immer alles möglich, die Chancen stehen 50:50. Borisow ist ein starker Gegner, hat letztes Jahr Champions-League-Gruppenphase und vor zwei Jahren Europa-League-Gruppenphase gespielt. In zwei Spielen ist aber alles möglich, wir wollen die Chance nutzen. Wir sind nur noch zwei Spiele von der Champions League entfernt, so eine Möglichkeit bietet sich schließlich nicht oft.

Wäre die erfolgreiche Champions-League-Qualifikation Ihr größter Erfolg mit Sturm?
Die Meisterschaft ist der Lohn dafür, über eine ganze Saison gute Arbeit abgeliefert zu haben. Aber machen wir uns nichts vor: In der Champions League spielen die besten Mannschaften der Welt, da will jeder hin. Sollte uns das gelingen, wäre das ein Wunder. An diesem Wunder arbeiten wir.

Sturm gilt als Ausbildungsklub, der seine besten Leute immer wieder abgeben muss. Nervt es Sie, jeden Sommer einen Neuaufbau beginnen zu müssen?
Als Trainer weiß man ja, wo man arbeitet und wie dort die Rahmenbedingungen sind. Wir haben uns in den letzten Jahren seit dem Konkurs enorm entwickelt, haben nun schon viel größere Möglichkeiten. Das betrachte ich als Herausforderung, uns weiter nach oben zu entwickeln und weiter zu verbessern.

Trotzdem schnappen Ihnen größere Vereine und Klubs aus dem Ausland Ihre Leistungsträger weg.
Die Spieler haben hier die Chance, mit guten Leistungen auf sich aufmerksam zu machen und dann zu wechseln, um woanders mehr Geld zu verdienen. Als Trainer von Sturm Graz weiß ich das. Der Reiz ist es ja immer wieder, einen neue Mannschaft aufzubauen und mit kleinen Mitteln viel zu erreichen. Das ist uns in den letzten Jahren gut gelungen.

Sie zaubern trotzdem immer wieder starke Nachwuchsspieler aus dem Hut, die in die Fußstapfen der Abgänge treten. Auf was achten Sie besonders bei potenziellen Neuzugängen?
Neben der fußballerischen Qualität muss ein Neuzugang auch menschlich in meine Mannschaft passen. Ich will die Spieler immer selbst beobachten und mit ihnen sprechen, damit ich ein Gefühl dafür entwickeln kann, dass ein Neuzugang zu Sturm passt oder eben nicht.

Wie machen Sie trotz der nicht allzu üppigen finanziellen Mittel potenziellen Neuzugängen ein Engagement bei Sturm Graz schmackhaft?
Sie brauchen ja nur zu schauen, welche Spieler in den letzten Jahren von Sturm zu größeren Klubs gewechselt sind. Der Sprung für junge Akteure ist hier eben leichter möglich als woanders, weil die Jungs hier Spielpraxis bekommen. Das ist unser Trumpf und sollte in der Anfangsphase der Karriere auch wichtig für die Spieler sein. Auf jeden Fall wichtiger als die Möglichkeit, woanders mehr zu verdienen. Das können sie später immer noch.

Wie würden Sie das Niveau der österreichischen Bundesliga im Vergleich zur deutschen Eliteliga einordnen?
Die Top Vier aus Österreich könnte auch in der Bundesliga mithalten. Das zeigen auch die internationalen Resultate in den letzten Jahren. Vielleicht nicht ganz oben, aber ein Platz im Mittelfeld wäre drin, auch für Sturm.

Ihre Erfolge lassen auch hierzulande aufhorchen, unter anderem sollen die Verantwortlichen in Frankfurt vor der Saison über Ihre Person nachgedacht haben. Würde es Sie reizen, im deutschen Profifußball zu arbeiten?

Ich fühle mich in Graz sehr wohl, aber die Top-Ligen Deutschland, England, Spanien oder Italien sind natürlich das Ziel eines jeden Trainers. Ich versuche immer, an das Optimum heranzukommen. Sollte sich irgendwann einmal die Möglichkeit ergeben, werde ich mir das überlegen. Wenn alles passt, könnte ich mir dann vorstellen, den nächsten Schritt zu gehen.

Gibt es Anfragen für Ihre Person und sind die Verantwortlichen bei Sturm bereits auf Sie zugekommen, um Ihren 2012 auslaufenden Vertrag zu verlängern?
Ich hatte in meinen Verträgen eigentlich immer eine Ausstiegsklausel fürs Ausland. Aber auch mein Präsident hier in Graz ist bereits auf mich zugekommen. Wie gesagt: Wenn ich Sturm nach der langen Zeit verlassen sollte, muss alles passen!

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