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Scheichs mischen den europäischen Fußball auf

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Scheichs mischen den europäischen Fußball auf

18.08.2011, 10:27 Uhr | sid, dapd

Scheichs mischen den europäischen Fußball auf. Schwerreich und fußballverrückt: Katars Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, hier bei der Pokalübergabe an die Japaner beim Asiencup. (Foto: imago)

Schwerreich und fußballverrückt: Katars Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, hier bei der Pokalübergabe an die Japaner beim Asiencup. (Foto: imago)

Eine Kolumne von Jonny Giovanni

Die Stimmung war prächtig. Es stand 4:0, als die Fans des TSV 1860 München vorigen Sonntag noch ein Ständchen anstimmten. Adressiert war es weder an Kapitän Benni Lauth, noch an den zweifachen Torschützen Daniel Halfar, sondern an einen Mann, der zu diesem Zeitpunkt im fernen Dubai weilte. Hasan Ismaik, Jordanier, Investor, oder, im Volksmund: "der Scheich“. Er wurde an diesem Tag 35 Jahre alt - und die Löwen-Anhänger wissen schon ganz gut, was sie ihm zu verdanken haben.

Bekanntlich rettete Ismaik den Klub im Frühjahr vor der Insolvenz und beruhigte dadurch die traditionell hysterische Lage um 1860 derart, dass sich die Mannschaft auf ihren Job konzentrieren kann und, siehe da, plötzlich einen Kantersieg nach dem anderen fabriziert. 5:0 in Cottbus, 4:0 gegen Aue. Dabei ist Ismaik ein verhältnismäßig kleiner Fisch - "Millionär, nicht Milliardär", wie er gern betont - und noch nicht einmal auf Shoppingtour gegangen. Keinen Cent gab 1860 für neue Profis aus.

Manchester City unglaublich: 100 Millionen für neue Spieler

Das ist natürlich nicht im herkömmlichen Sinn eine arabische Übernahme. Ein Blick auf die aktuelle Transferstatistik dieses Sommers genügt, um festzustellen, welch prominente Rolle die Wohltäter aus 1001 Nacht mittlerweile im europäischen Fußball spielen. Nach dem Einkauf von Samir Nasri vom FC Arsenal führt Manchester City (Eigentümer: Die Herrscherfamilie von Abu Dhabi) mit rund 100 Millionen Euro Ausgaben für neue Spieler. Es folgt Paris Saint-Germain (Katar, 86 Millionen) auf Platz zwei. Ebenfalls noch unter den Top Five befindet sich der FC Málaga (Katar, 58 Millionen). Die Scheichs halten das Transferkarussell am Laufen - ohne sie wäre es ein geradezu langweiliger Sommer gewesen. (Lesen Sie auch: PSG ist an Raul interessiert)

Paris verlangt schillernde Ambitionen

Während City bereits in seine dritte Saison unter arabischer Ägide geht und Málaga in seine zweite, fängt der Spaß in Paris gerade erst an. Viel spricht dafür, dass er dort am größten wird. Eine solche Stadt verlangt nach besonders schillernden Ambitionen. Und so ist es Katars sportverrückter Kronprinz Scheich Tamim bin Hamad Al Thani persönlich, der über seine Investmentgruppe Qatar Sports Investment den PSG ins Portfolio aufgenommen hat. In dem befindet sich auch die WM 2022 - wer es schafft, das bedeutendste Großereignis des Planeten in ein 1,7-Millionen-Einwohner-Wüstemirat zu holen, für den sollte der Champions-League-Titel ein Klacks sein.

Bei PSG ging es drunter und drüber

Freilich spielt der PSG fürs erste nur in der Europa League, immerhin zum zweiten Mal nacheinander, die Jahre zuvor waren weit schlimmer. Da stürzte einer von nur zwei französischen Europokal-Gewinnern (Pokalsiegercup 1996) bis in den Abstiegskampf ab und machte mehr Schlagzeilen durch die groteske Rivalität zwischen den eigenen Anhängern denn durch seinen Fußball.

Fangruppen verboten

Als Anfang 2010 bei den Auseinandersetzungen zwischen den rechtsextremen Anhängern der Boulogne-Kurve und den Einwandererkindern der Auteuil-Tribüne sogar ein Fan starb, drohte das Ende. Die Regierung verbot mehrere Fangruppen, parallel unternahm der Klub eine Reihe von Maßnahmen, um die Radikalen zu vertreiben. Das gelang halbwegs, auf Kosten von Zuschauerschnitt und Stimmung zwar, denn vielen Ultras wurden Saisontickets verweigert oder sie blieben aus Protest gegen die Maßnahmen von sich aus fern. Aber so wurde der Boden bereitet, auf dem ein Investor sein Geld ausgeben kann.

"Wir wollen jedes Jahr in der Champions League spielen"

Al Thanis Vertrauter und Statthalter sowohl bei Qatar Sports Investment als damit auch beim PSG heißt Nasser Al-Khelaifi, und der definiert das kurzfristige Ziel der Kataris wie folgt: "Wir wollen ab 2012 jedes Jahr in der Champions League spielen.“ Der Meistertitel sei dagegen vorerst keine Pflicht. Angeblich. Doch angesichts der Neuzugänge muss er es fast sein.

43 Millionen Euro für Javier Pastore

Die Investitionen des letztjährigen Tabellen-Vierten sind für die bescheidenen französischen Verhältnisse erstaunlich. 86 Millionen Euro aus einem angeblich bis zu 150 Millionen Euro schweren Transferbudget hat der neue Sportdirektor Leonardo bereits ausgegeben, wovon allein 43 Millionen an den US Palermo gingen, für den argentinischen Spielmacher Javier Pastore - der sich dafür als teuerster Spieler in der Geschichte des französischen Fußballs bezeichnen darf. Auch Torwart Sirigu (Palermo), Abräumer Sissoko (Juventus) und Linksaußen Ménez (AS Rom) verpflichtete Leonardo aus Italien, wo er bis zum Sommer bei Inter und zuvor dem AC Mailand selbst arbeitete.

Ab nächster Saison live im arabischen Fernsehen

Zu sehen gibt es das ganze Spektakel ab der nächsten Saison unter anderem auf dem katarischen TV-Netzwerk Al-Jazeera, dessen Sportsparte praktischerweise auch Al-Khelaifi leitet. Der Sender erwarb einen Teil der Rechtepakete ab 2012 und wird dann zwei Spiele pro Woche live zeigen. Vielleicht gelingt dem PSG dann ja ein besserer Saisonstart. Noch auf den traditionellen Kanälen mussten die Fans zuletzt mit ansehen, wie ihr Klub erst einen Punkt aus zwei Partien holte.

Ancelotti steht bereit

Trainer Antoine Kombouaré, der auf Pastore bislang verletzungsbedingt verzichten musste, betont, dass man nicht von heute auf morgen eine Mannschaft aufbauen könne: "Es gibt keinen Grund zur Panik". Doch vor dem bereits schicksalhaften Heimspiel am Sonntag gegen Valenciennes sickerte durch, dass die Geduld bei den Kataris und Manager Leonardo nicht so groß ist, wie sie nach außen verkünden. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Ex-Milan und Ex-Chelsea Trainer Carlo Ancelotti bereits vor den Toren zur französischen Hauptstadt steht.

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