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Serie A: Italiens Fußballer streiken

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Verhärtete Fronten: Spielerstreik in der Serie A

27.08.2011, 08:52 Uhr | sid, dpa

Serie A: Italiens Fußballer streiken. Miroslav Klose (li) muss weiter auf seinen ersten Einsatz in der Serie A warten. (Quelle: imago)

Miroslav Klose (li) muss weiter auf seinen ersten Einsatz in der Serie A warten. (Quelle: imago)

Es geht um verletzte Eitelkeiten, Streithähne, die nicht zum Kompromiss bereit sind und zwei Lappalien im neuen Lizenzspielervertrag. Die Fußballer der italienischen Serie A nehmen sich ein Beispiel an den spanischen Kollegen und streiken. Am Wochenende ruht zum Saisonauftakt der Ball in den Stadien Italiens. Fußballverbandschef Giancarlo Abete ist "zutiefst enttäuscht", NOK-Chef Gianni Petrucci aufgebracht, die Politik alarmiert und die Tifosi sind wütend.

"Das ist der ungewöhnlichste Streik in der Geschichte des Landes", sagte Italiens Sport-Staatssekretär Rocco Crimi. Erst hatte die Spielergewerkschaft AIC offiziell ihren lange angedrohten Streik ausgerufen, dann sagte der Fußballverband FIGC den ersten Spieltag ab. Alle Appelle waren verhallt. "Streikt nicht!", hatte die Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" im Namen der Fans gefleht und der wohl auch um seine Werbeeinnahmen fürchtende Pay-TV-Sender Sky hatte die Spieler gemahnt: "Verratet eure Tifosi nicht!"

Ein Ende ist derzeit nicht in Sicht

Die Fronten aber sind derart verhärtet, dass Verbandschef Abete nun zurecht sogar einen längeren Streik befürchtet. Bis zum zweiten Spieltag am 10. September bleiben zwei Wochen, um die Gemüter abzukühlen. Dazwischen muss Nationaltrainer Cesare Prandelli mit seinem Team zwei EM-Qualifikationsspiele mit Spielern ohne Liga-Spielpraxis bestreiten.

Viel schlimmer aber ist der von Petrucci beklagte Imageschaden für den italienischen Sport. Er warf den Kontrahenten "Unfähigkeit" und "Egoismus" vor. Vor allem der Tonfall der immer mehr zur Schlammschlacht verkommenden Auseinandersetzung sei "inakzeptabel", betonte Staatssekretär Crimi.

Hauptstreitpunkt ist eine Lappalie

Mitten in der dramatischen Finanzkrise schauen die Italiener fast angewidert auf den Hauptstreitpunkt: Die Vereine verlangen, dass die sonst netto bezahlten Profis eine geplante Solidaritätssteuer in Italien selbst zahlen. Für die Kicker sind das Peanuts, auf die Liga insgesamt käme eine Sondersteuer von über 50 Millionen Euro zu. Die Spieler sagen: Selbstverständlich zahlen wir unsere Steuern, im Lizenzspielervertrag fixieren wollen sie es aber nicht.

"Warum?", fragt Liga-Präsident Maurizio Beretta. Als Verbandschef Abete der Liga bei seinem letzten Vermittlungsversuch eine Bürgschaft des Verbands in Höhe von 20 Millionen Euro für nicht steuerliche Spieler anbot, lehnte die Liga trotzdem ab. Auch einen von der AIC noch offerierten Übergangsvertrag für ein Jahr wischte die Liga vom Tisch.

Lösung des Konfliktes ist machbar

Nebenher geht es auch noch um die Trainingsfrage. Die Klubs wollen ihren Kader in Gruppen aufgeteilt trainieren können. Die Spielergewerkschaft lehnt dies ab, weil sie eine Abschiebung in Ungnade gefallener Spieler befürchtet.

Mit etwas gutem Willen wären beide Fragen lösbar. Die Verhandlungen aber gipfelten in einer Machtprobe. Für die Liga mit ihren sich gegenseitig mit Polemik überbietenden Vereinsfürsten ging es am Ende nur noch ums Prinzip und für die Profi-Gewerkschaft um ihre Glaubwürdigkeit. 2010 hatten sie zweimal Streiks ausgerufen und knickten zweimal ein. Jetzt blieb sie hart.

Berlusconi will vermitteln

Die italienische Regierung um Ministerpräsident Silvio Berlusconi will sich dafür stark machen, den Spielerstreik noch abzuwenden. "Ich denke, dass die Klubpräsidenten die Forderungen der Spieler annehmen sollten, damit die Meisterschaft beginnen kann. Wenn das Problem die Solidaritätssteuer ist, findet man im Gesetz eine Lösung für den Streit", sagte der Minister für bürokratische Vereinfachung, Roberto Calderoli. Aus dem Sparprogramm der Regierung, das demnächst vom Parlament verabschiedet werden soll, gehe klar hervor, dass die Spieler und nicht die Klubs für die Steuer aufkommen müssen, so der Minister.

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