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Fernando Torres wandelt auf Lahms Spuren

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Torres schießt gegen Teamkollegen

16.09.2011, 09:04 Uhr | t-online.de

Fernando Torres wandelt auf Lahms Spuren. Fernando Torres übersprintet Philipp Lahm vor dem entscheidenden Treffer des EM-Finales 2008. (Quelle: imago)

Fernando Torres übersprintet Philipp Lahm vor dem entscheidenden Treffer des EM-Finales 2008. (Quelle: imago)

Von Johnny Giovanni
Fernando Torres und Philipp Lahm sind Schicksalgefährten. Beim EM-Finale 2008 überspurtete der Spanier den deutschen Verteidiger und schoss zum Tor des Abends ein – was Publicityprofi Lahm immerhin noch zu einer schicken Boulevardkampagne nutzte ("An mir und Bild kommt keiner vorbei, außer Fernando Torres"). In der abgelaufenen Woche nun hatte der blonde Stürmer eine ähnliche Debatte am Hals wie der bajuwarische Neo-Capitano zuletzt nach seiner Buchveröffentlichung. Die Frage lautete: Was darf ein Fußballer sagen? 

Torres, indes, warf anders als Lahm seine bösen Worte nicht mehr oder weniger schutzlosen Ehemaligen hinterher, sondern legte sich mutig mit seinen aktuellen Klubkameraden an. Der typische Chelsea-Spieler sei "älter" und "spielt sehr langsam", sagte er in einem Interview mit dem spanischen Ligaverband. Beziehungsweise, er soll es gesagt haben. Sein Klub, indigniert ob dieser wenig vorteilhaften Äußerungen über sein teures Humankapital, leitete sogleich ein Ermittlungsverfahren ein, in dessen Rahmen unter anderem der Original-Interviewmitschnitt sichergestellt wurde. Offenbar hat dieser Torres entlastet, denn Trainer André Villas-Boas erklärte nach dem Champions-League-Spiel gegen Bayer Leverkusen kichernd: "Das Problem ist gelöst, die Untersuchung ist beendet."

Torres glänzt gegen Bayer

Die gute Laune des Trainers war nachvollziehbar, schließlich hatte Torres zuvor 90 Minuten gespielt, war dabei nicht von seinen Mitspielern geschnitten worden und hatte sogar seine produktivste Leistung jemals für Chelsea hingelegt. Beide Tore legte er auf beim 2:0-Sieg, zwei Scorerpunkte bekam er also angerechnet – und damit nur einen weniger als in all seinen Spielen zuvor für den Londoner Nobelklub zusammen. Nun keimt die Hoffnung, dass er seine grausige Bilanz im Spitzenspiel am Sonntag (17 Uhr) bei Manchester United weiter aufbessern kann. 

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Ein einziges Tor hat Torres in seinen 23 Matches für den Klub bislang erzielt, kein sonderlich erbaulicher Gegenwert für 58 Millionen Euro. So viel gab Roman Abramowitsch vorigen Winter aus. Er dachte, sich damit den besten Mittelstürmer der Welt gesichert zu haben, einen Torgaranten, der zuvor für den FC Liverpool in 102 Liga-Spielen 65 Treffer erzielt hatte, eine bombastische Quote von 0,64 Prozent, wie sie in der Geschichte der Premier League nur Thierry Henry (0,69) besser zustande gebracht hat. 

Doch Abramowitsch verkannte, dass sich Torres schon längst nicht mehr in Bestform befand. Eigentlich geht es mit ihm bergab, seit er sich wenige Monate vor der WM 2010 am Knie verletzte – zum dritten Mal im Laufe derselben Saison. Es war wohl ein Warnsignal, aber Torres hörte nicht auf seinen Körper und entschied sich für eine sofortige Operation. Nichts sollte seinen WM-Start gefährden. Obwohl erst 26, orakelte er: "Wer weiß, ob wir noch einmal eine Chance bekommen, wenn wir in Südafrika nicht gewinnen." Er sprach über Spaniens goldene Generation von Fußballern. Aber er meinte wohl genauso sich selbst. 

Kein Treffer bei bei der WM

Tatsächlich wurde es Spaniens WM, nur seine wurde es nicht. Torres blieb ohne Tor, ab dem Halbfinale, obschon wieder gegen Deutschland, war er nur noch Ersatz. Ihm fehlte die Spritzigkeit, sein übermotivierter Ehrgeiz machte es noch schlimmer, und plötzlich krochen die Zweifel hoch. Als er nach Liverpool zurückkam, sah er einen Klub auf dem absteigenden Ast. Ohne Champions League, ohne Investment, ohne Ambitionen. Torres, zuvor bei Atletico Madrid, hat noch nie einen Vereinstitel gewonnen. Wieder hatte er plötzlich das Gefühl, die Zeit laufe ihm davon. 

Chelsea allerdings hat sich bislang nicht unbedingt als die richtige Wahl heraus gestellt. Denn es ist nicht ganz falsch, was Torres sagt: Der Fußball der Londoner ist langsamer, kontrollierter als bei vielen Klubs auf der Insel. Er ist damit alles andere als ideal für einen wie ihn, zu dessen großen Qualitäten die Schnelligkeit und Konterstärke gehören. Torres hat sich daher entschlossen auf den Umbruch zu hoffen, der mit jungen Neuzugängen wie seinem Landsmann Juan Mata eingeleitet werden soll. "Er wird unserem Spiel eine andere Geschwindigkeit geben." 

Bleibt nur die Frage, wer ihm seine Torgefährlichkeit zurückgibt. Klubinterne Analysen vermochten laut britischen Medienberichten wenige technische oder spielerische Unterschiede zwischen dem heutigen Fernando Torres und dem seiner Glanzzeit zu entdecken. Es ist, folgerten die Chelsea-Wissenschaftler, alles eine Frage des Selbstvertrauens. 

Erinnerung an Schewtschenko

Ein paar Tore, und alles ist wieder gut? Nationaltrainer Del Bosque verzichtete unlängst auf die Erlöserrolle, als er Torres beim Heimspiel gegen Lichtenstein auf die Tribüne setzte. Also muss es wohl doch Villas-Boas richten, und der junge Portugiese dürfte sich seiner Pflicht voll bewusst sein. Als Assistent von José Mourinho erlebte er einst mit, wie dieser auch deshalb bei Chelsea gefeuert wurde, weil er Abramowitschs damaligen Fetisch Andrej Schewtschenko nicht richtig zum Funktionieren brachte und häufig sogar auf die Bank verbannte. 

Schewtschenko kostete 46 Millionen Euro, als er kam, und nichts mehr, als ging. Er gilt als teuerster Flop der Premier-League-Geschichte. Bis auf weiteres.

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