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Portugals Fußball rebelliert gegen Legionäre

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"Unser Fußball und unsere Vereine verkommen!"

28.09.2011, 14:53 Uhr | dpa

Portugals Fußball rebelliert gegen Legionäre. Ausländische Profis müssen in Portugal immer öfter als Sündenböcke herhalten. (Quelle: imago)

Ausländische Profis müssen in Portugal immer öfter als Sündenböcke herhalten. (Quelle: imago)

Im krisengeschüttelten Euro-Land Portugal werden die Arbeitslosenschlangen immer länger - auch im Profi-Fußball. Und Schuldige sind schnell gefunden: Immer häufiger poltern Spieler, Funktionäre und Medien gegen die steigende Zahl ausländischer Profis in der portugiesischen Eliteliga. "Unser Fußball und unsere Vereine verkommen! Da muss mit eiserner Hand durchgegriffen werden", forderte Joaquim Evangelista, Präsident der Profispieler-Gewerkschaft SPJ.

Das Thema wurde sogar zum Politikum. "Irgendetwas ist nicht richtig im portugiesischen Fußball, wenn über die Hälfte aller Spieler aus dem Ausland kommt", klagte jüngst kein Geringerer als Präsident Anibal Cavaco Silva. Der Vizepräsident des nationalen Verbandes FPF, Amândio de Carvalho, sieht es ähnlich: "Wir setzen nicht auf unsere jungen Spieler, und das besorgt uns sehr."

Nur zwei Spieler des FC Porto sind in Portugal geboren

Die Zahlen sprechen für sich: Der Anteil der Ausländer in den Klubs der 1. Liga kletterte diese Saison von 55 auf 58 Prozent. Damit liegt Portugal in Europa nur hinter England (63,5 Prozent). 254 der 438 angemeldeten Erstligaprofis sind Nicht-Portugiesen. Auch im Jugendbereich sind die Ausländer inzwischen in der Überzahl.

Wenn man sich die Kader der Spitzenklubs anschaut, ist die Lage sogar regelrecht bizarr: Bei Meister und Europa-League-Sieger FC Porto wurden nur zwei der 26 Profis in Portugal geboren. Beim Traditionsklub Benfica sind unter den 29 Profis immerhin acht Portugiesen. Die meisten von ihnen werden aber kaum eingesetzt.

Lediglich drei portugiesische Torschützenkönige in 25 Jahren

Gewerkschaftsboss Evangelista organisierte kurz vor Saisonstart eine Protestaktion, bei der Dutzende arbeitslose Profis in Fußballstiefeln und kurzen Hosen zum Rathaus in Lissabon marschierten und Flugzettel verteilten. Die Gewerkschaft meint, dass die Ausländer nicht nur den einheimischen Talenten den Weg verbauen, sondern dass die Millionentransfers die Klubs im ärmsten Land Westeuropas in den Ruin treiben. "In den letzten zehn Jahren haben sich die Klubs bei uns mit 500 Millionen Euro verschuldet", versichert Evangelista.

Dass Porto vor allem dank der Tore des inzwischen zu Atlético Madrid abgewanderten Kolumbianers Radamel Falcao die Europa League gewann, interessiert die Kritiker kaum. Sie weisen lieber darauf hin, dass in den vergangenen 25 Jahren nur dreimal ein Portugiese Torschützenkönig der Liga wurde. Zuletzt gewann der Brasilianer Hulk.

Ein Azoren-Verein soll als Vorbild dienen

Die Nachrichtenagentur Lusa forderte diese Woche, dass sich die portugiesischen Vereine ein Beispiel an Fayal Sport Club nehmen. Der Azoren-Verein hat nur Spieler, die im Atlantik-Archipel 1400 Kilometer westlich der europäischen Westküste geboren wurden - das reicht allerdings nur für die dritte Liga. Benficas Jungprofi Nélson Oliveira, mit der U-20 Portugals Vizeweltmeister, wünscht sich ein zeitnahes Umdenken der Vereine: "Ich hoffe, dass man die einheimischen Spieler bald mehr schätzt."

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