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Derby zwischen Atletico und Real Madrid als Bühne für Diego

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Madrider Derby als Bühne für Diego

24.11.2011, 20:56 Uhr | t-online.de

Derby zwischen Atletico und Real Madrid als Bühne für Diego. Mittelfeld-Ass Diego trägt seit dem Sommer das Trikot von Atletico Madrid.  (Quelle: imago)

Mittelfeld-Ass Diego trägt seit dem Sommer das Trikot von Atletico Madrid. (Quelle: imago)

Eine Kolumne von Johnny Giovanni

Diego Ribas da Cunha ist erst 26 Jahre alt. Man kann das leicht vergessen, so viel hat dieser Fußballer schon erlebt, so sehr die Wechselseiten des Lebens kennen gelernt. Der kleine Brasilianer war in seinen neun Profijahren schon zweimal sehr weit oben und schon dreimal ziemlich tief unten. An seiner sechsten Station spielt er an diesem Samstag nun ein Match, das seiner Karriere mal wieder einen positiven Spin verleihen könnte. Mit Atletico Madrid gastiert er bei Real Madrid.

Atletico gegen Real, das ist ein Derby, wie es im Buche steht. Ein Arbeiterklub, Atletico aus dem proletarischen Madrider Süden, gegen einen bürgerlich bis adligen, die blütenreinweiß Königlichen aus dem vornehmen Norden der Hauptstadt.  Der drittbeliebteste Klub Spaniens gegen den (neuerdings hinter Barcelona nur noch) zweitpopulärsten. Ewige Skandalnudel gegen penibles Imagebewusstsein.

Diego: "Zu gewinnen, wäre bombastisch"

Sportlich gesehen soll es dabei in der Vergangenheit durchaus vorgekommen sein, dass sich die Vereine halbwegs auf Augenhöhe begegneten. Aber diese Zeiten sind schon etwas länger vorbei. Atleticos letzter Sieg datiert noch aus dem letzten Jahrtausend. Seitdem gab es in 19 Ligaduellen sechs Remis und 13 Siege für Real. Einen "unangenehmen Faktor" nennt Diego diese Historie. Er weiß: "Zu gewinnen, wäre bombastisch."

Diego also spielt bei Atletico, dabei wäre er beinahe mal bei Real gelandet, 2007 wollte ihn der damalige Trainer Bernd Schuster von Werder Bremen verpflichten. Das Geschäft scheiterte, die Bremer wollten ihn (noch) nicht gehen lassen. Bei Real spielt stattdessen nun Mesut Özil, der damals in Bremen sein Adjutant war. Özil hat ihn überholt, und das sagt wiederum einiges darüber, dass bei Diego nicht alles glatt gelaufen ist.

Probleme mit dem Trainer

Als Teenager beim FC Santos galt er es zukünftiger Spielmacher der brasilianischen Nationalelf. Zusammen mit Robinho spielte er das Land schwindlig und bescherte Santos die ersten Meisterschaften seit der Zeit von Pelé. Danach wählte er eine klassische Brücke für südamerikanische Talente und wechselte zum FC Porto; eigentlich eine gute Wahl, aber, wie es ihm später noch öfter geschehen sollte, kam er mit dem Trainer nicht zurecht.

Werder Bremen erlöste ihn aus dem Martyrium, an der Weser erlebte er seine glücklichsten Tage. "Thomas Schaaf holte das Beste aus mir heraus", erinnerte er sich vor kurzem an die Zeit, als er der spektakulärste Spieler der deutschen Bundesliga war. Diego wurde zu gut, zu groß für Bremen, irgendwann musste er weg, das war klar. Doch seine Entscheidung 2009 für Juventus Turin muss man im Nachhinein als katastrophal bezeichnen. Sein künstlerisches Spiel passt nicht so recht nach Italien, erst recht nicht zum Fiatklub Juventus, wo Fußball lieber gearbeitet wird. Nach verheißungsvollem Start gerieten Juventus und er in einen Abwärtsstrudel, der für ihn persönlich so tief ging, dass er, der wenige Jahre zuvor noch bei Real Madrid auf dem Zettel stand, zum VfL Wolfsburg wechselte.  

Dem gehört er immer noch, aber jedenfalls so lange Felix Magath dort das Sagen hat, wird er aus bekannten Gründen nicht mehr für die Autostädter auflaufen. Vor diesem Hintergrund war Atlético eine der besten Adressen, an die er sich ausleihen lassen konnte. Spanien, das seinem Stil entgegen kommt. Ein renommierter Klub. Eine Mannschaft mit Talent, deren brillantes Sturmduo Agüero und Forlan im Sommer zwar verkauft, mit Portos Tormaschine Radamel Falcao und dem jungen Spanier Adrian aber hochkarätig ersetzt wurde.

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Debakel in Barcelona

In seinem ersten Spiel für Atletico, Europa League gegen Celtic, schoss Diego ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Fans und Presse feierten ihn, er galt als das fehlende Puzzlestück, mit dem Atletico vielleicht sogar Barcelona und Real einen Dreikampf um den Titel würde liefern können. Aber Atletico ist Atletico und bleibt Atletico. Immer wenn die Zuversicht am größten ist, kommen die härtesten Rückschläge. Bei Barcelona ging der selbsterklärte Titelkandidat am sechsten Spieltag 0:5 unter, seitdem hangelt er sich durchs Tabellenmittelfeld. Aktuell steht man auf Platz neun, mit vier Siegen, vier Remis und vier Niederlagen. Auswärts hat Atletico erst einen einzigen Punkt geholt.

Diegos persönliche Leistungen sind bislang so unbeständig sind wie die seines Klubs. Immerhin, zuletzt beim 3:2 gegen den Überraschungs-Vierten Levante erzielte er sein erstes Ligator in Spanien. Ein kleiner Schritt auf dem langen Weg, wieder dahin zu kommen, wo er schon mal war und wo er doch irgendwie auch hingehört. "Ich will die Saison meines Lebens spielen und alle auf den Tisch packen, was ich habe", sagte er vor ein paar Wochen. Dass das eine ganze Menge sein kann, daran würde er gerade Real nur zu gern erinnern.


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