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War die Fußball-Katastrophe in Ägypten geplant?

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Fussball - Ägypten  

"Ein guter Anlass, etwas Schlimmes zu tun"

02.02.2012, 12:17 Uhr | sid, dapd, dpa

War die Fußball-Katastrophe in Ägypten geplant?. Nach dem Match spielten sich in Port Said Jagdszenen ab. (Foto: Reuters)

Nach dem Match spielten sich in Port Said Jagdszenen ab. (Foto: Reuters)

Bei einer der schlimmsten Katastrophen der Fußball-Geschichte sind in Ägypten 74 Menschen getötet worden, Hunderte wurden verletzt. Nach der Begegnung zwischen Al-Masri und Al-Ahly Kairo (3:1) in Port Said waren Hunderte Anhänger der Gastgeber auf den Platz gestürmt, wo sich erschütternde Szenen abspielten. Die Anhänger warfen Steine und Flaschen auf die Gästefans und schossen mit Feuerwerkskörpern, Panik brach aus. Viele Menschen wurden erdrückt, einige stürzten von den Tribünen, erlagen ihren Stichwunden und Kopfverletzungen.

Für den ägyptischen Ex-Nationalspieler Hany Ramzy ist ein sportlicher Hintergrund ausgeschlossen. "Das Spiel ging 3:1 für Al-Masri aus. Welchen Grund hat man, nach einem Sieg aufs Feld zu rennen und Menschen zu töten?", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi. "Das war vorher geplant. Das Stadion war voll, es war ein wichtiges Spiel. Es war ein guter Anlass, etwas Schlimmes zu tun", sagte der frühere Akteur von Werder Bremen weiter.

Schuldfrage noch nicht geklärt

Stunden nach der Schockmeldung, die an die Heysel-Katastrophe in Brüssel 1985 (39 Tote) erinnerte, begannen dann auch die Schuldzuweisungen. Die Muslim-Bruderschaft machte Anhänger des gestürzten Staatspräsidenten Husni Mubarak verantwortlich, andere sprachen vom Versagen der Sicherheitskräfte, die von der Wucht der Ausschreitungen im nur 18.000 Zuschauer fassenden Stadion augenscheinlich überfordert gewesen waren. Kurz nach der Katastrophe kam es auch in Kairo zu einem Zwischenfall: Die Begegnung Al-Ismailiya gegen Zamalek wurde vom Schiedsrichter nach der Kunde aus Port Said abgebrochen. Das ägyptische Staatsfernsehen zeigte wenig später Bilder vom Stadion in Flammen. Fans von Zamalek hätten aus Protest gegen den Abbruch Brände gelegt, teilte ein Offizieller mit. Das Feuer sei aber unter Kontrolle gebracht worden.

"Schon immer ein heißes Pflaster"

Für den früheren Bundesliga-Trainer Hans-Jürgen Dörner kam die Katastrophe indes nicht unerwartet. "Die Sicherheit in den Stadien ist überhaupt nicht mit der in Deutschland zu vergleichen. In Ägypten können die Fans alles mit rein bringen, was sie wollen. Und außerdem liegen in den Stadien sowieso überall noch Steine und dergleichen rum", sagte Dörner, der zwischen 2000 und 2001 Coach bei Al-Ahly war. "Port Said war darüber hinaus sowieso ein heißes Pflaster. Das ist nicht weit weg von Kairo und die Spiele mit den Kairoer Spitzenvereinen Zamalek und Al-Ahly hatten so etwas wie Derby-Charakter. Wir sind damals überhaupt nur unter Polizeischutz durch das Land gefahren."

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