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"Schande" für den Fußball - schwere Ausschreitungen in Italien

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Schwere Ausschreitungen in Genua

22.04.2012, 18:58 Uhr | dpa, sid

"Schande" für den Fußball - schwere Ausschreitungen in Italien. Hooligans fordern die Spieler des FC Genua auf, ihre Trikots auszuziehen. (Quelle: imago)

Hooligans fordern die Spieler des FC Genua auf, ihre Trikots auszuziehen. (Quelle: imago)

Am 34. Spieltag der italienischen Serie A ist es zu schweren Fan-Ausschreitungen in Genua gekommen. Radikale Fans des FC Genua warfen im Spiel gegen den AC Siena beim Zwischenstand von 0:4 Rauchbomben, versuchten das Spielfeld zu stürmen und sorgten damit für eine rund 50-minütige Unterbrechung.

Sie forderten die Genua-Spieler auf, ihre Trikots auszuziehen, weil sie der Vereinsfarben nicht mehr würdig sein. Die meisten Spieler sollen dies tatsächlich getan haben. Nach Wiederanpfiff der Partie drehten die radikalen Genua-Fans ihrer Mannschaft den Rücken zu und beschimpften sie mit Sprechchören. Die meisten Zuschauer hatte das Stadion Marassi zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen. Das Spiel endete mit 1:4.

Unschöne Szenen auch in Rom

Italiens Fußballverbandspräsident Giancarlo Abete verurteilte die Fan-Randale als "inakzeptabel". "Dies sind keine Fußballfans. Solche Leute dürfen nirgendwo mehr in Stadion", sagte Abete. Die "Gazzetta dello Sport" bezeichnete die Randalierer auf ihrer Internetseite als "Schande" für den Fußball.

Unschöne Szenen gab es auch in Rom. Ultras von Lazio Rom, Klub des verletzten deutschen Nationalspielers Miroslav Klose, stimmten beim Heimspiel gegen US Lecce (1:1) antisemitische Gesänge an und brachten ihren Verein wieder einmal in Verruf. "Giallorosso ebreo" (jüdisches Rot und Gelb), skandierte der Mob auf der Nordtribüne des Olympiastadions. Lecce spielte zwar in rot und gelb, allerdings galten die Hasstiraden eher dem Erzrivalen AS Rom, dessen Vereinsfarben ebenfalls rot und gelb sind. Besonders der Lazio-Gruppierung "Irriducibili" eilt ein rechtsradikaler Ruf voraus.

In der Partie brachte der Brasilianer Matuzalem Lazio zwar in der 82. Minute in Führung, Valeri Bojinov gelang aber in der Nachspielzeit noch der Ausgleich.

Milan bekommt einen Dämpfer

Der italienische Fußballmeister AC Mailand hatte im Titelduell mit Juventus Turin einen Rückschlag erlitten. Milan kam am 34. Spieltag zu Hause gegen den FC Bologna nicht über ein 1:1 hinaus. Gastón Ramirez schoss in der 26. Spielminute das Tor zur 1:0-Führung der Gäste, das Milan die Titelverteidigung kosten könnte. Zlatan Ibrahimovic gelang kurz vor Abpfiff noch der Treffer zum Ausgleich.


Vize-Meister Inter Mailand war im Mittagsspiel beim AC Florenz nur zu einem 0:0 gekommen. Torwart Julio Cesar rettete den Mailändern zumindest den einen Punkt, als er in der 70. Spielminute einen Elfmeter von Adem Ljajic parierte. Mit 49 Zählern bleibt Inter in der Serie A nach 34 Spieltagen abgeschlagen auf dem siebten Tabellenplatz und muss weiter um den Einzug in die Europacup-Wettbewerbe bangen.

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