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Guardiola kehrt dem FC Barcelona den Rücken

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"Jungs, ich werde Barca verlassen"

27.04.2012, 15:11 Uhr | dpa

Guardiola kehrt dem FC Barcelona den Rücken. Josep Guardiola beendet nach vier Jahren sein Engagement beim FC Barcelona. (Quelle: Reuters)

Josep Guardiola beendet nach vier Jahren sein Engagement beim FC Barcelona. (Quelle: Reuters)

Die spektakulärste Trainer-Ära in der glorreichen Geschichte des FC Barcelona ist Vergangenheit. Erfolgscoach Josep "Pep" Guardiola und der katalanische Klub gehen nach vier Jahren mit insgesamt 13 Titeln ab der kommenden Saison getrennte Wege. Zunächst informierte der 41-Jährige die Mannschaft um Weltfußballer Lionel Messi mit den Worten: "Jungs, ich werde Barca verlassen." Anschließend trat er vor die zahlreichen Medienvertreter.

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Guardiola und Barcelona gehen getrennte Wege

Barca-Trainer Pep Guardiola erklärt seinen Rücktritt. Video

"Vier Jahre als Trainer bei Barca sind eine Ewigkeit. Es waren vier Jahre mit großer Belastung, die an die Substanz gegangen sind. Ich fühle mich ausgebrannt und werde jetzt einen Gang zurückschalten, um den Akku wieder aufzuladen", sagte Guardiola, bevor Klub-Präsident Sandro Rosell überraschend den bisherigen Co-Trainer Francesc "Tito" Vilanova (42) als Nachfolger verkündete.

Guardiola lag angeblich ein Blanko-Vertrag vor

Guardiola wirkte müde, sein Blick leer. Doch jedem der Beteiligten war bewusst: Sein Erfolgshunger ist noch nicht gestillt, seine Entscheidung hat weder mit der verspielten Meisterschaft, noch mit dem gegen Chelsea verpassten Finale der Champions League zu tun, auch nicht mit finanziellen Gründen. Angeblich sollen die Klub-Bosse dem Publikumsliebling in einem fast vierstündigen Gespräch sogar einen Blanko-Vertrag vorgelegt haben, um Guardiola zum Bleiben zu bewegen - vergebens.

Heynckes rechnete mit Abschied

Bayern-Trainer und Spanien-Kenner Jupp Heynckes vermutete auch andere Gründe. "Anzeichen gab es schon vorher. Man hat gesehen, dass es zuletzt Differenzen mit Pique gab, auch Xavi war nicht mehr so gut. Da hat er sich vielleicht gesagt: Jetzt ist es genug", sagte Heynckes. "Da muss man auch mal Abstand nehmen." Noch vor einem Jahr hatte Guardiola seinen Vertrag um nur ein Jahr verlängert. "Trainer von Barca kann man nicht auf Lebenszeit sein. Ich denke, dass man sich grundsätzlich nur für eine kurze Zeit binden sollte", sagte Guardiola damals.

Philosophie des schnellen Kombinations-Fußballs

Vermutlich hat er den Trainerstress schon zu diesem Zeitpunkt gespürt. Denn Guardiola gilt als äußerst akribisch - mehr noch. "Pep ist schon beinahe fußballkrank", sagte Barcas Spielmacher Xavi über seinen Trainer. 2008 hatte er das Amt bei einem der populärsten Klubs der Welt vom Niederländer Frank Rijkaard übernommen. Zuvor betreute er Barcas B-Mannschaft und führte diese in die Segunda Division. Guardiola, der in der Jugendakademie des Klub ausgebildet worden war, impfte der Mannschaft seine Philosophie vom auf Ballbesitz ausgerichteten schnellen Kombinations-Fußball ein und eilte von Erfolg zu Erfolg.

"Er bereitet uns auf jedes Spiel mit seiner Version von einem Fußball-Spiel vor. Alles was er macht, zeigt, dass er der beste Coach der Welt ist", sagte der argentinische Superstar Messi jüngst in einem Interview mit dem britischen TV-Sender Sky Sports. "Pep ist für Barcelona wichtiger als ich. Seitdem er hier ist, hat er alles für uns verändert. Er hat zudem alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Wir wollen, dass er zum Wohle aller bleibt."

Eine Menge Namen im Gespräch

Zumindest müssen sich die Barca-Stars nicht an ein neues Gesicht gewöhnen. Seit 2007 arbeitet "Tito" Vilanova an der Seite von Guardiola. Vilanova spielte Ende der 80er Jahre in Barcas Reserve-Team und anschließend relativ erfolglos bei einigen spanischen Erst- und Zweitligisten. Mit seiner schnellen Beförderung bleiben den Klub-Offiziellen schlagzeilenträchtige Spekulationen erspart. Denn schon vor Guardiolas Abschied wurden eine Menge Namen gespielt, die von Andre Villas-Boas über Marcelo Bielsa und Luis Enrique bis hin zum deutschen Bundestrainer Joachim Löw reichten.

Doch eines war vorher klar: Wer auch immer Guardiolas Platz einnehmen wird - er tritt in große Fußstapfen. Denn der gebürtige Katalane gewann in seiner Amtszeit neben der Champions League (2009 und 2011) drei Meisterschaften (2009, 2010, 2011) und einmal den nationalen Pokal (2009). Dazu führte Guardiola sein Starensemble unter anderem dreimal zum Triumph im spanischen Supercup sowie zweimal bei der Klub-WM.


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