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Premier League: Trainer-Zoff beim Derby-Sieg der Citizens

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Trainer-Zoff beim Derby-Sieg der Citizens

01.05.2012, 18:10 Uhr

Premier League: Trainer-Zoff beim Derby-Sieg der Citizens. Heißes Wortgefecht während des Derbys: United-Trainer Ferguson (li.) und City-Coach Mancini. (Quelle: Reuters)

Heißes Wortgefecht während des Derbys: United-Trainer Ferguson (li.) und City-Coach Mancini. (Quelle: Reuters)

 

Nach der bitteren Niederlage im bedeutendsten Derby seiner Amtszeit musste sich Sir Alex Ferguson zu allem Überfluss auch noch Spott gefallen lassen. Der Auslöser war ein verbales und vielbeachtetes Scharmützel zwischen dem Trainer-Urgestein von Manchester United und dessen Pendant Roberto Mancini von Manchester City, das so endete wie die Mutter aller Derbys.

Mit einem 1:0-Sieg der Citizens. Durch den Erfolg luchste City dem Titelverteidiger ManU am drittletzten Spieltag die Tabellenführung ab und steht damit vor der ersten Meisterschaft seit 1968.

Nach einem Foul platzt Sir Alex der Kragen

Fergusons ohnehin immer puterrotes Gesicht hatte nach der zweiten Premier-League-Pleite in dieser Saison gegen das nun punktgleiche City eine noch bedrohlichere Farbe angenommen. Was nicht zuletzt an der Aufarbeitung des Wortgefechts mit Mancini in der 77. Minute lag. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gastgeber nach einem Kopfballtreffer des früheren Hamburger Bundesligaprofis Vincent Kompany (45.+1) verdient mit 1:0. Nach einem Foul von Nigel De Jong an ManU-Profi Danny Welbeck platzte Ferguson der Kragen.

Der "unerbittliche Krieg der Worte" ("The Mirror") begann. Ferguson bestürmte den Vierten Offiziellen - und beschwerte sich über Mancini: "Er versucht ständig auf den Schiedsrichter Einfluss zu nehmen und hetzt", lamentierte der Schotte. Der Beschuldigte eilte hinzu und zeigte in Richtung Ferguson mit der Hand die "Bla-bla"-Geste. Betreuer beider Teams mussten die Streithähne schließlich trennen.

Mancini: "Er hat mir ein paar nette Worte gesagt"

Nach dem prestigeträchtigen Sieg im 162. Stadtderby spottete Mancini dann über Ferguson. "Nein, er tut so etwas nicht. Er diskutiert nie mit dem Referee, um Entscheidungen zu beeinflussen. Niemals", sagte der Italiener mit ironischem Unteron und berichtete über den verbalen Schlagabtausch: "Ferguson hat mir ein paar nette Worte gesagt."

Fast sprachlos vor Freude war nach dem Triumph der Himmelblauen Siegtorschütze Kompany: "Wir haben auf diesen Moment gewartet. Aber wir wissen auch, dass es noch lange nicht vorbei ist", sagte der City-Kapitän, den die "Sun" mit der Schlagzeile "Kom on" würdigte. Mancini bezeichnete den Coup als "absolut verdient. Wir hätten noch nachlegen können, United hatte doch gar keine Torchance."

Ferguson: "Sie haben es nun in der eigenen Hand"

Für die Citizens war es der erste Treffer in einem Liga-Heimspiel gegen United seit August 2007 und in der laufenden Saison der 17. Sieg im 18. Spiel vor heimischem Publikum. Vor drei Wochen hatte die Mancini-Elf noch acht Punkte Rückstand auf den Rekordmeister - und die erste Meisterschaft seit 44 Jahren quasi abgeschrieben. Vor den abschließenden beiden Spieltagen liegt Manchester City wegen des um acht Treffer besseren Torverhältnisses jetzt vor den punktgleichen Red Devils.

"Das ist schon ein großer Vorteil. Sie haben es nun in der eigenen Hand", sagte Ferguson resignierend, bemühte aber dennoch die üblichen Durchhalteparolen: "So lange noch Partien ausstehen, ist es nicht zu Ende." City muss noch in Newcastle antreten und empfängt am letzten Spieltag die Queens Park Rangers. ManU trifft in Old Trafford auf Swansea City und spielt zum Abschluss in Sunderland.

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Maradona berührt die Hand Gottes

Auf der Tribüne bejubelten Citys Edelfans den Derbysieg. Altmeister Diego Maradona, der Schwiegersohn und City-Stürmer Sergio Agüero die Daumen drückte, fühlte sich vermutlich bestens unterhalten von dem Spiel und der Auseinandersetzung der beiden Trainer.

Neben Maradona bejubelte auch Liam Gallagher den Erfolg über den Erzrivalen - in einem himmelblauen Trikot mit der Nummer elf. Der ehemalige Oasis-Sänger witzelte später über seine Begegnung mit der Fußball-Ikone, dass Maradona die Ehre hatte, die Hand Gottes zu berühren. Die Anspielung galt natürlich dem regelwidrigen Tor Maradonas gegen England bei der WM 1986, das der Argentinier einst mit der Hand Gottes erzielt haben wollte. Nach dem Abpfiff dann übernahm Gallagher bei der Pressekonferenz das Wort und rief lauthals: "Ich liebe Mancini, er ist fast so cool wie ich." Alex Ferguson ist da sicher anderer Meinung.


 
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