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Europas Meister: Im Westen was Neues?

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Spannung in Frankreich - Altbewährtes im restlichen Europa

14.05.2012, 09:51 Uhr | t-online.de

Europas Meister: Im Westen was Neues?. Montpellier HSC schickt sich an, in Frankreich für eine große Überraschung zu sorgen. (Quelle: imago)

Montpellier HSC schickt sich an, in Frankreich für eine große Überraschung zu sorgen. (Quelle: imago)

Eine Kolumne von Johnny Giovanni

In den letzten Tagen konnte man bisweilen das Gefühl bekommen, Deutschland stünde kurz vor der Ausrufung des Notstandes. Es geht, wie üblich in solchen Fällen, um die Nationalmannschaft. Zwar hat Angela Merkel noch nicht zum Krisengipfel ins Kanzleramt geladen wie vor der WM 2006, auch sendete die ARD noch keinen "Brennpunkt" wie vor der WM 2010, aber die Lage scheint auch ohne Testspiel- oder Capitano-Desaster bedrohlich genug: Joachim Löw konnte nur zehn Spieler ins erste seiner drei EM-Trainingslager aufbrechen lassen; bis die Bayern-Spieler dazustoßen dauert es gar volle zwei Wochen länger als ursprünglich geplant. Wie soll das nur gut gehen?

Bevor die Option eines freiwilligen Teilnahmeverzichts erwogen wird, sei an dieser Stelle jedoch etwas Trost gespendet. Den anderen Nationen geht es nämlich nicht besser, im Gegenteil. Wo dem Bundestrainer die Unwägbarkeiten eines Champions-League-Finals mit deutscher Beteiligung sowie eines unabgesprochen anberaumten Arjen-Robben-Verletzung-Gedächtniskicks die Planung durchkreuzten, haben viele seiner Kollegen bislang nicht einmal seine zehn Spieler zur Verfügung. In den anderen großen europäischen Ligen England, Spanien und Italien wurde am Sonntag nämlich erst die Ligasaison beendet. In Frankreich geht es gar noch eine Woche länger.

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Fans feiern die Meisterschaft von Real

Nach drei Jahren ist der Titel wieder in der Hauptstadt. Video

Frankreich steht eine Sensation bevor

Die Titelentscheidung bei den Galliern fällt auch tatsächlich erst nächstes Wochenende. Sollte Montpellier Hérault dabei seinen Vorsprung auf Paris St. Germain verteidigen (wozu schon ein Remis bei Absteiger Auxerre reichen würde), wäre das gleichzeitig die größte Sensation des kontinentalen Fußball-Jahres. Das südfranzösische Provinzteam rangiert in der Etat-Tabelle der Ligue 1 schließlich gerade mal auf Platz 14. Wie in dieser Kolumne vor einigen Monaten beschrieben, gelang es ihm dennoch formidabel, den Hauptstädtern Paroli zu bieten – obwohl diese seit dem Einstieg des katarischen Königshauses vorigen Sommer in einer finanziell ganz eigenen Liga spielen und in der Winterpause eigens noch Carlo Ancelotti als Trainer anheuerten.

Wo die Kataris in Frankreich noch hinwollen, sind ihre Nachbar-Scheichs aus Abu Dhabi schon angekommen. Ihr Investment Manchester City gewann die englische Meisterschaft, und die dramatische Art und Weise, wie es das am Sonntag mit zwei Toren in der Nachspielzeit fertig brachte, lässt jede einzelne Million gerechtfertigt erscheinen. Größere Gefühle kann der Fußball jedenfalls kaum produzieren. Für die Scheichs hat das den angenehmen Nebeneffekt, dass bei so einem Herzschlagfinale auch die Neutralen mit offenen Mündern da stehen – anstatt alles bloß auf die Finanzspritzen der neureichen Besitzer vom Golf zu schieben.

Real stellt einen Punkterekord auf

Altes Geld triumphierte derweil in Spanien und Italien. Für Real Madrid und Juventus Turin kamen die Titel jedoch nicht so selbstverständlich wie das früher der Fall gewesen wäre. Juventus kann nicht mehr zuverlässig auf die Unterstützung der Schiedsrichter zählen und feierte seinen ersten Scudetto seit dem Zwangsabstieg vor sechs Jahren. Madrid wiederum musste als erste Mannschaft der Primera División 100 Punkte holen, um den spielerisch einmal mehr überragenden FC Barcelona in Schach zu halten. Der Abschied von dessen Erfolgstrainer und Klubsymbol Pep Guardiola war gleichwohl der emotionale Saisonhöhepunkt in der aktuell stärksten Liga des Kontinents.

Und damit zum Saisonfinale auch ein kurzer Blick jenseits der Großen Fünf. Im westlichen Europa sind zwei Leistungen besonders hervorzuheben. Ajax Amsterdam schaffte trotz des epochalen Streits zwischen den Lagern seiner beiden Familienoberhäupter Johan Cruyff und Louis van Gaal die Titelverteidigung in der holländischen Eredivisie. Und in der Schweiz triumphiert der FC Basel nach nahtlosem Übergang zwischen den deutschen Trainern Thorsten Fink und Heiko Vogel mit rekordverdächtigem Vorsprung. Zwei Spieltage vor Schluss liegt er 23 Punkte vor dem Zweiten.

Wroclaw beendet 35-jährige Durststrecke

Die Schweiz kann noch ein paar Runden spielen, sie muss sich ja mangels Qualifikationserfolgs nicht auf die Europameisterschaft vorbereiten. In den beiden EM-Ausrichterländern ist der Ligabetrieb dagegen vor kurzem beendet worden. In Polen gelang Slask Wroclaw eine ähnliche Überraschung, wie sie die Nationalmannschaft im kommenden Monat erhofft. Die Breslauer fingen das lange führende Legia Warschau ab und gewannen ihre erste Meisterschaft seit 35 Jahren.

Wenig Neues gibt es dagegen aus der Ukraine zu berichten. Schachtjor Donezk, der Klub des mächtigen Mäzen Rinat Achmetow, gewann seine sechste Meisterschaft unter dem –  es muss sich hier um einen Oligarchenrekord halten – seit acht Jahren beschäftigten Trainer Mircea Lucescu. Ebenfalls nicht zum ersten Mal begleiteten Vorwürfe über Korruption und Spielabsprachen das Championat. So zeigte der Schiedsrichter im direkten Titelduell zwischen Schachtjor und Dynamo Kiew einem Gäste-Spieler die Gelb-Rote Karte, weil er sich nach einer Verletzung an der falschen Stelle des Spielfeld ins Aus geschleppt hatte. Der dahinter stehende Vorwurf des Zeitschindens mutete dabei einigermaßen absurd an – es lief noch die erste Hälfte. In numerischer Überlegenheit siegte Schachtjor dann in der zweiten Halbzeit mit 2:0.

Manipulationsskandal erschüttert türkischen Fußball

Beim Thema Fußball-Schmuddel sei zum Schluss ehrenhalber auch noch die türkische Süperlig erwähnt. Die europäische Fußballsaison begann ja mit den Berichten über ihren Manipulationsskandal, das mächtige Fenerbahce wurde deshalb sogar von der Champions League ausgeschlossen. Vor ein paar Tagen ergingen nun die Urteile des türkischen Fußballverbandes in der Angelegenheit. Einzelne Spieler verschiedener Klubs wurden für bis zu drei Jahre gesperrt. Die Klubs, allen voran Fenerbahce, blieben dagegen straflos, ja, der Verband beschloss doch tatsächlich, Spielabsprachen künftig weniger hart zu sanktionieren.

Viele Fans und Beobachter sehen darin ein politisches Urteil und sind empört; sie hatten am Wochenende wenigstens insofern Grund zur Freude, als Fenerbahce seinen voriges Jahr wohl zumindest auch durch Manipulation gewonnen Titel nicht verteidigen konnte. Der Istanbuler Stadtrivale Galatasaray rettete mit einem 0:0 beim direkten Konkurrenten am letzten Spieltag seinen Vorsprung ins Ziel.

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