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FC Chelsea London vor Umbruch: Warten auf Plan von Abramowitsch

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Chelsea vor Umbruch: Warten auf Plan von Abramowitsch

21.05.2012, 12:27 Uhr | dpa

FC Chelsea London vor Umbruch: Warten auf Plan von Abramowitsch. Fernando Torres buhlt noch um einen seinen Stellenwert beim Champions-League-Gewinner.

Fernando Torres buhlt noch um einen seinen Stellenwert beim Champions-League-Gewinner. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Alle warten auf das erlösende Zeichen von Roman Abramowitsch beim FC Chelsea. Club-Ikone Frank Lampard widersprach aber bereits allen Schwarzsehern, dass der Gewinn der Champions League ein Ende des in die Jahre gekommenen Teams markieren könnte.

"Das ist erst der Anfang", sagte der 33-Jährige, der beim dramatischen 4:3-Sieg im Elfmeterschießen gegen den FC Bayern die "Blues" als Kapitän auf den Platz geführt hatte. "Niemand will sich auf diesem Sieg ausruhen", sagte Lampard in britischen Medien.

Abramowitsch erst recht nicht. "Jahr für Jahr will er, dass wir besser werden, er greift für uns jedes Jahr in seine Hosentasche. Vielleicht will er uns bald auf das nächste Level führen", sagte der etatmäßige Kapitän John Terry in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Nur weiß auch er nicht, welchen Plan Abramowitsch derzeit ausheckt.

Die beiden wichtigsten Entscheidungen könnten in dieser Woche fallen. Bekommt Erfolgscoach Roberto di Matteo einen Vertrag als neuer Cheftrainer? Und was passiert mit Final-Held Didier Drogba? "Didier hat eine Rede in der Umkleidekabine gehalten", erzählte Lampard: "Ich denke, eines Tages wird er in die Politik gehen."

Vorher könnte Drogba allerdings nach acht Jahren an der Stamford Bridge einen Vertrag bei Shanghai Shenhua unterzeichnen, der dem 34-Jährigen angeblich einen äußerst stattlichen Wochenlohn von umgerechnet fast 310 000 Euro bescheren könnte. Nach Informationen der Fachzeitschrift "France Football" soll sich Drogba bei seiner Ansprache bereits von seinen Mitspielern verabschiedet haben.

Sollte Drogba am Samstagabend eine halbe Stunde vor Mitternacht in München mit dem wohl teuersten Elfmeter seiner Karriere auch seinen Abschied gegeben haben, könnte Fernando Torres Drogbas Position einnehmen. Doch der Spanier selbst ist ins Grübeln gekommen, vor allem nachdem er gegen den FC Bayern nur eingewechselt wurde. "Ich muss wissen, was passieren und welche Rolle ich innerhalb des Teams einnehmen soll", sagte der Angreifer in einem Interview auf "as.com": "Und dann muss ich beurteilen, ob es sich lohnt zu bleiben."

Markiert womöglich ausgerechnet der größte Triumph in der 107-jährigen Vereinsgeschichte doch eine tiefgreifende Zäsur? Sicherlich, wenn neben Publikumsliebling Drogba auch noch Erfolgsmacher di Matteo gehen würde.

Der auch schon in Medien gehandelte Fabio Capello bekundete zwar am Wochenende, dass an den Gerüchten um seine Person beim FC Chelsea nichts dran sei. Spekulationen zufolge dürfte aber auch Josep Guardiola im Visier sein. Der Star-Coach des FC Barcelona hatte seinen Abschied bei den Katalanen in diesem Sommern angekündigt. Er will erstmal ein Jahr Pause machen.

Denkbar wäre also auch, dass di Matteo nach seinen überaus erfolgreichen zweieinhalb Monaten mit zwei Titeln (Chelsea holte auch noch den FA-Cup) womöglich als Platzhalter installiert würde. Ob der 41-jährige Italo-Schweizer dazu bereit wäre, ist eine andere Frage. Antworten kann letztlich nur Abramowitsch geben.

Nach dem Triumph in München hatte er noch in der Kabine Worte an die Mannschaft gerichtet. "Roman hat viel gelacht. Es war einer der Momente, in denen man die Distanz zwischen ihm und uns etwas aufbrechen konnte", erzählte Terry in dem "SZ"-Interview. "Man konnte spüren, wie viel es ihm bedeutet", meinte Lampard: "Die Leute reden viel Unsinn über Chelsea und den Besitzer."

Nun wäre es allerdings gut, wenn Abramowitsch auch über die dringlichsten Personalfragen reden würde. Doch selbst bei der Parade im offenen Chelsea-Bus durch Londons Straßen am Sonntag war dem Russen mehr als ein Lächeln nicht zu entlocken, als er vorgestellt wurde, als der, ohne den das alles nicht möglich gewesen wäre.

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