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Wettskandal in Italien: Polizei will Gianluigi Buffon befragen

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Wettskandal belastet Azzurri - Buffon droht Vorladung

30.05.2012, 11:51 Uhr | dpa

Wettskandal in Italien: Polizei will Gianluigi Buffon befragen. Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon bei der Pressekonferenz in Florenz.

Italiens Nationaltorwart Gianluigi Buffon bei der Pressekonferenz in Florenz. (Quelle: dpa)

Florenz (dpa) - Mit Star-Torwart Gianluigi Buffon rückt im Fußball-Wettskandal einem Medienbericht zufolge ein dritter Nationalspieler Italiens ins Visier der Ermittler.

Der Keeper hatte der "Gazzetta dello Sport" zufolge in der vergangenen Woche in Bezug auf eine angebliche Ergebnisabsprache in der vergangenen Saison gesagt: "Wenn zwei Mannschaften unentschieden spielen wollen, ist das ihre Sache. Manchmal sagt man: Zwei Verletzte sind besser als ein Toter." Buffon hat sich den Angaben zufolge dabei auf das 2:2 im Zweitligaspiel zwischen Siena und Novara bezogen.

Der "Gazzetta dello Sport" nach will die Polizei den Kapitän der Azzurri deshalb als Zeugen befragen. Derzeit gibt es keine Ermittlungen gegen den Keeper von Juventus Turin.

Buffon wies die Kritik an seinen Äußerungen zurück. "Ich bin enttäuscht und erstaunt, was hier läuft", sagte der sichtlich aufgebrachte Keeper im Trainingslager in Florenz. "Ich habe mich nur ehrlich geäußert. Und das hat nichts mit Manipulation zu tun." Buffon betonte: "Wie können meine Worte mit den Machenschaften von Kriminellen auf eine Stufe gestellt werden?"

Buffon gibt sich trotz der Ermittlungen gelassen. "Ich habe volles Vertrauen in die Staatsanwaltschaft. Die Stimmung in unserem Team ist gut", sagte der 34-Jährige. Zugleich merkte er in Anlehnung an eine Aussage seines Mannschaftskollegen Daniele De Rossi an: "Diesmal ist das gesamte System Fußball von dem Skandal betroffen."

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts von Spielmanipulationen war Nationalspieler Domenico Criscito aus dem italienischen Aufgebot für die EM gestrichen worden. Sein ebenfalls belasteter Teamkollege Leonardo Bonucci darf hingegen vorerst die Reise nach Polen und in die Ukraine antreten. Die Verdächtigen weisen jede Beteiligung an möglichen Ergebnisabsprachen zurück.

Cremonas Staatsanwalt Roberto Di Martino hatte Buffons Äußerungen jedoch bereits als deplatziert kritisiert. "Vielleicht war es nur ein Missverständnis, aber derartige Äußerungen hätte er besser vermieden", meinte der Jurist.

An der angeblichen Ergebnisabsprache im Spiel zwischen Siena und Novara soll auch der damalige Siena-Coach Antonio Conte beteiligt gewesen sein. Gegen den jetzigen Juve-Trainer wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Am Pfingstmontag durchsuchten Beamte sein Haus. Conte weist den Vorwurf zurück.

Auch gegen Sienas Club-Präsident Massimo Mezzaroma wird ermittelt. Zwei Spieler des Clubs haben ausgesagt, dass der Vereins-Boss Spieler und Trainer aufgefordert habe, das Zweitligaspiel gegen Varese in der vergangenen Saison absichtlich zu verlieren. Der Club-Chef habe auf die Niederlage seines eigenen Teams gewettet.

Am Mittwoch setzte die Justiz in Cremona ihre Verhöre fort. Neben weiteren Verdächtigen erwartete Untersuchungsrichter Guido Salvini auch Lazio Roms Kapitän Stefano Mauri. Miroslav Kloses Teamkollege war am Montag im Rahmen der Aktion "Letzte Wette" verhaftet worden. Ihm wird die Manipulation von Erstligaspielen der Römer in der Saison 2010/2011 vorgeworfen. Der deutsche Nationalstürmer Klose war erst im Sommer vergangenen Jahres zu Lazio gewechselt.

Die Staatsanwaltschaft Neapel schloss am Mittwoch ihre Ermittlungen zur Kriminalität im Fußball ab. Neben weiteren Personen will sie auch den ehemaligen Ersatztorhüter der Nationalelf, Matteo Gianello, wegen Sportbetrugs anklagen. Der Ex-Keeper des SSC Neapel soll in der Saison 2009/2010 das Erstligaspiel des Clubs gegen Sampdoria Genua und weitere Partien manipuliert haben.

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