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Kolumne: Der FC Porto ist Europas Export-Weltmeister

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Porto gilt als erfolgreichster "Weiterbildungsklub" der Welt

13.07.2012, 15:45 Uhr | t-online.de

Kolumne: Der FC Porto ist Europas Export-Weltmeister. Portos Angreifer Hulk (li.), ein 40 Millionen Euro schwerer Vorzeige-Athlet. (Quelle: imago)

Portos Angreifer Hulk (li.), ein 40 Millionen Euro schwerer Vorzeige-Athlet. (Quelle: imago)

Eine Kolumne von Johnny Giovanni

Der FC Porto hat den kolumbianischen Stürmer Jackson Martínez verpflichtet, so eine der jüngsten Nachrichten vom internationalen Transfermarkt. 25 Jahre alt, bisheriger Klub Jaguares de Chiapas (Mexiko), 8,8 Millionen Euro Ablöse. Soweit die Kenndaten. Viel mehr weiß man in Europa noch nicht über Jackson Martínez, aber man sollte sich den Namen wohl besser merken. Denn er geht ja zum FC Porto.

Zur Nummer eins also, wenn es um gute Transfergeschäfte geht. Kein anderer bedeutender Klub scoutet so gut, kauft so geschickt und irrt so selten wie der 26-malige portugiesische Meister. Wenn der Erstligist also 8,8 Millionen Euro ausgibt, dann wird dieser Jackson Martínez schon einer sein.

Erst Falcao, jetzt Hulk: der neue 40-Millionen-Mann

Vielleicht sogar einer wie sein Landsmann Radamel Falcao, der voriges Jahr für 47 Millionen Euro zu Atlético Madrid verkauft wurde. Oder einer wie der vom FC Chelsea umworbene "unglaubliche" Hulk, eines der heißesten Transferobjekte dieses Sommers. Bei einem Verkauf dürfte auch der Brasilianer an die 40 Millionen Euro in die Kasse spülen.

234 Millionen Euro Transferüberschuss

Mit Deals wie diesen hat sich der FC Porto längst einen inoffiziellen Europarekord zueigen gemacht: In seiner Vereinsgeschichte hat der Klub 234 Millionen Euro an Transferüberschüssen erzielt (Zahlen: www.transfermarkt.de). Zum Vergleich haben etwa in der Bundesliga überhaupt nur zwei Spitzenklubs über all die Jahre ein positives Saldo erwirtschaftet, das sich allerdings in ungleich niedrigerem Rahmen bewegt.

Werder Bremen (22,2 Millionen Euro) und der VfB Stuttgart (35,4). Mönchengladbach hat sieben Millionen Euro minus am Markt gemacht, der Hamburger SV 43,8 Millionen Euro, Schalke 04 sogar 93,5 Millionen Euro und Borussia Dortmund unglaubliche 100 Millionen Euro. Von den Bayern ganz zu schweigen: 318 Millionen Euro minus.

Dennoch hat der FC Porto in den vergangenen zehn Jahren drei europäische Titel mehr gewonnen als die komplette Bundesliga (Champions League 2004, Uefa-Cup/Europa League 2003, 2011). Richtig Eindruck entfalten seine 234 Millionen Plus daher, wenn man sie ins Verhältnis setzt zu den Summen, die ähnlich erfolgreiche Klubs vorzubringen haben.

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Unter den anderen Champions-League-Siegern seit 2000 sieht das so aus: Die Bayern (Sieger 2001) wurden bereits erwähnt, in ihrer Preisklasse rangieren auch noch der FC Liverpool (2005 – 323 Millionen Euro minus), Manchester United (2008 – 324 Millionen Euro minus) und halbwegs der AC Milan (2003, 2007 – 373 Millionen Euro minus). Es folgen Inter Mailand (2010 – 513 Millionen Euro minus) und der FC Barcelona (2006, 2009, 2011 – 528 Millionen Euro minus). Der FC Chelsea (2012 – 800 Millionen Euro minus) nimmt – für manche vielleicht überraschend – nicht mal die Spitzenposition ein. Die gebührt Real Madrid (2000, 2002 – 903 Millionen Euro minus).

Udinese und Ajax sind reine Ausbildungsvereine

Ansatzweise so hohe Gewinne wie Porto können in Europa nach Recherchen dieser Kolumne nur noch die Italiener von Udinese Calcio aufweisen (196 Millionen Euro plus) sowie die Niederländer von Ajax Amsterdam (135,8 Millionen Euro). Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied – beide Vereine haben mit der internationalen Spitze nie etwas zu tun gehabt (Udinese) beziehungsweise nichts mehr zu tun, seit durch das aktuelle Format der Champions League der Vereinsfußball von wenigen Großklubs aus den starken Fernsehmärkten beherrscht wird. Udinese und Ajax sind so gesehen klassische Ausbildungsklubs.

Auch der FC Porto muss immer wieder seine Stars verkaufen, weil Portugal zu klein ist, um ihre steigenden Gehalts- und Ruhmvorstellungen zu erfüllen. Dennoch trifft die Bezeichnung "Ausbildungsklub" nicht nur wegen der vielen Erfolge in diesem Fall nicht ganz zu. Besser würde man wohl sagen: Der FC Porto ist ein "Weiterbildungsklub".

Der Fokus der Scouts liegt auf Süd- und Lateinamerika

Das Gros seiner Starverkäufe kommt nicht, wie etwa bei Ajax, aus der eigenen Jugend (obwohl auch das vorkommt), sondern, wie beim einst für fünf Millionen Euro erworbenen Falcao, aus Südamerika. Seit jeher fungieren portugiesische Klubs als Brücke zwischen den Kontinenten insbesondere für Talente aus Brasilien – wegen der gemeinsamen kolonialen Geschichte fallen diese in Portugal nicht unter die Beschränkung für Nicht-EU-Profis, sie können ihre Heimatsprache sprechen und erleben auch klimatisch, kulturell und fußballstilistisch die sanft möglichste Landung in Europa.

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Im Vergleich zu den anderen Klubs des Landes hat der FC Porto dann das Beuteschema schon früh auf den Rest Lateinamerikas, insbesondere Argentinien, erweitert. Und er hat nicht nur das beste Auge für Spieler, die nach Europa passen. Er macht dann auch das Meiste aus ihnen.

Auch Taktikschule ist vom Feinsten

Die Erfolge in der Weiterbildung haben viel mit der exzellenten Trainertradition des Vereins zu tun, aus dem Stars der Branche wie José Mourinho oder André Villas-Boas hervorgegangen sind. Die im Klub angewandten, vom ehemaligen Universitätsprofessor Vitor Frade entworfenen Trainingspläne gelten als (mit) führend auf dem gesamten Kontinent, insbesondere was die taktische Schulung betrifft. Schnelles Umschalten, perfektes Verschieben im Kollektiv, effiziente Verwertung von Ballbesitz – mehr als früher an Physis fehlt es vielen Südamerikanern heutzutage oft am taktischen Rüstzeug, wenn sie nach Europa kommen. In Porto werden sie optimal bedient.

Porto: das Sprungbrett nach Europa

Zahlreiche Spieler erlebten in Porto so einen Karriereschub; wegen dieser Erfolgsgeschichten wird es für den Verein umso leichter, Mitbieter um Südamerikas Juwelen auszustechen. Fast kann man von einem Selbstläufer sprechen, denn die Spieler wissen, dass es kein besseres Sprungbrett geben kann. Nicht nur Spielpraxis bekommen sie, sie verbessern sich zudem rapide und treiben ihren Marktwert in die Höhe – und nebenher gewinnen sie ja auch noch Titel.

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