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Poldis emotionale Rückkehr nach Köln

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Verspielter Prinz im Fußballerparadies

13.08.2012, 00:03 Uhr | t-online.de

Poldis emotionale Rückkehr nach Köln. Im Herzen immer ein Kölner: Lukas Podolski spielt jetzt für den FC Arsenal. (Quelle: dpa)

Im Herzen immer ein Kölner: Lukas Podolski spielt jetzt für den FC Arsenal. (Quelle: dpa)

Aus Köln berichtet Marc L. Merten

Eine Rückennummer hat Lukas Podolski bei seinem neuen Klub FC Arsenal auch zwei Wochen nach seiner offiziellen Vorstellung noch nicht. "Ich werde wohl einen Tag vor dem ersten Ligaspiel schauen müssen, welche Nummern noch frei sind", sagt der 27-Jährige grinsend. Ob er sogar auf die "10" spekuliert, wie zuletzt in Köln? Diese trägt bei den Gunners bislang noch der absolute Superstar. Doch Robin van Persie dürfte den Verein in den nächsten Tagen wohl noch verlassen. Schnappt sich Deutschlands gefährlichster Linksfuß also tatsächlich die legendäre Trikotnummer? "Schaun mer mal", sagt er nur.

Als Podolski bei strahlendem Wetter sein erstes Spiel für die Londoner bestreitet, trägt er noch die "9". Er spielt Linksaußen, wie in der Nationalelf. Und er schießt zwei Tore. Gegen den 1. FC Köln, den Klub seines Herzens. Es ist das vereinbarte Ablösespiel, das ihn noch einmal ins RheinEnergie Stadion zurückführt, bevor seine Heimat das Emirates Stadium im Norden Londons werden wird.

Mertesacker: "Ich will ihm meine Fehler ersparen"

Als die beiden Mannschaften auf den Platz kommen, ist Podolski der Letzte, der den Rasen betritt. Wenige Meter vor ihm läuft ein weiteres bekanntes Gesicht, Per Mertesacker. Mit dem ehemaligen Bremer hatte sich Podolski zuvor warm gespielt, gequatscht, Späße gemacht. "Wir spielen uns auch bei der Nationalmannschaft immer ein", sagt Poldi hinterher. Doch dieser Tag in Köln zeigt: Mertesacker hat ein Auge auf seinen neuen Mitspieler.

Der Abwehrrecke ist schon seit einem Jahr in London und ist dort längst angekommen. "Ich bin so glücklich, dass ich das gemacht habe und will hier so lange wie möglich bleiben", schwärmt Mertesacker. Dieses Gefühl will er Podolski vom ersten Tag an weitergeben. "Die Fehler, die ich gemacht habe, will ich ihm durch Tipps ersparen." Welche Fehler das sind, sagt er nicht. Aber Arsenal-Pressesprecher Tom Bennett bestätigt: "Per scheint ein bisschen auf Lukas aufzupassen. Er kümmert sich sehr um ihn. Aber Lukas macht das schon großartig, dafür, dass er erst zwei Wochen mit dabei ist."

Mertesacker: "Lukas sieht sich in der Pflicht" 

Und tatsächlich scheint Podolski in kürzester Zeit bereits Teil des Star-Ensembles geworden zu sein. Beim Warmlaufen flachst er mit Santi Cazorla, dem spanischen Neuzugang der Gunners. Nach dem Spiel bekommt er von Torwart Wojciech Szczesny einen anerkennenden Klaps auf den Hinterkopf. "Ich bin beeindruckt, wie Poldi das macht", sagt auch Mertesacker anerkennend. "Er kann schon ganz gut Englisch, braucht keinen Übersetzer. Lukas sieht sich in der Pflicht, sich hier sofort zu integrieren."

Podolski selbst zeigt sich bescheiden. "Das ist eine homogene Truppe, da ist es einfach, dazuzugehören. Ich fühle mich schon wohl, bin sehr gut aufgenommen worden." Viele Spieler kenne er bereits von Länderspielen. Und dann seien da ja auch noch zwei weitere "Landsleute", mit denen er seine zweite Muttersprache sprechen könne: die polnischen Torhüter Szczesny und Lukasz Fabianski. Ein Stück Heimat – für den Emotionsmenschen Podolski wichtiger als vieles andere, wenn es um den Wohlfühlfaktor bei seinem Verein geht.

Podolski: "Da hätte ich weinen können" 

In Köln hat er beim 4:0-Testspielsieg noch ein letztes Mal erlebt, was es heißt, vom heimischen Publikum geliebt zu werden. Als das Spiel vorbei ist und die Spieler beider Klubs in Richtung Kabinentrakt schreiten, nimmt Podolski Kurs auf die Südkurve. Laute Sprechchöre erklingen, Prinz Poldi macht die Welle. Und während wenige Meter weiter Superstar van Persie noch Extraschichten schiebt und Steigerungsläufe absolviert, genießt sein neuer Teamkollege das Bad in der Menge. "Das war sensationell. Wenn man sein ganzes Fußballerleben in Köln war und jetzt für einen anderen Verein hier aufläuft, berührt das einen sehr. Da hätte ich weinen können."

Doch weil er während des Spiels auch schon von den Arsenal-Fans gefeiert worden ist, stehen die Chancen nicht schlecht, dass er auch bei seinem neuen Klub ähnliche Momente wird erleben dürfen. "In Pod we trust" hatte unlängst das Vereinsmagazin des FC Arsenal die Ankunft "eines der größten Versprechen im europäischen Fußball" angekündigt. Kein Wunder, dass Podolski im Kreise seiner neuen Kollegen wie ein kleines Kind wirkt, das fürchtet, seine Eltern könnten jeden Moment um die Ecke kommen und ihn aus dem Kinderparadies abholen. Sein neuer Trainer Wenger wird ihm den Spaß aber ganz sicher nicht verderben. Er stellt ihm vielmehr bereits einen Platz in der ersten Elf zum Saisonauftakt gegen Sunderland in Aussicht. "Er hat gute Chancen."

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