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Frankreichs Équipe startet Aktion Wiedergutmachung

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Neuer Anlauf für Frankreich und Niederlande

14.08.2012, 15:33 Uhr | dpa

Frankreichs Équipe startet Aktion Wiedergutmachung. Didier Deschamps will das ramponierte Image der französischen Nationalmannschaft aufpolieren.

Didier Deschamps will das ramponierte Image der französischen Nationalmannschaft aufpolieren. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Auf dem Weg nach Brasilien soll alles besser werden. Nach den teils blamablen EM-Auftritten von Frankreich und den Niederlanden mussten beide Nationaltrainer ihre Stühle räumen - die Nachfolger Louis van Gaal und Didier Deschamps testen nun erstmals ihre Nationalkicker.

Disziplin heißt die Devise mit Blick in Richtung Fußball-WM 2014. Doch schon vor dem ersten Test am Mittwoch gegen Belgien spürt van Gaal Gegenwind. 2002 hatte er als Nationaltrainer die Qualifikation zur WM verpasst und die niederländischen Zeitungen warnen schon vor einem "Neuen Debakel unter Van Gaal". "Er ist ein guter Vereinstrainer, aber kein Bondscoach", sagte der für bissige Sprüche bekannte Kommentator Johan Derksen im niederländischen Fernsehen. Trotzdem soll der 61-Jährige die Wende schaffen und die Mannschaft gleich ins WM-Halbfinale führen.

"Ich will nicht zurückschauen", hatte der frühere Bayern-Trainer angekündigt. Aber das EM-Debakel ohne gewonnenen Punkt hängt wie eine düstere Wolke über dem Team. "Ich glaube, es ist gut, wenn wir einen Neuanfang machen", sagte Bayerns Arjen Robben vor dem Test in Brüssel. "Ich habe ein zwiespältiges Gefühl. Es sind Dinge passiert, die es fast unmöglich machen, als Gruppe gute Leistungen zu erbringen." Und Kommentator Derksen fürchtet: "Louis hat sich nicht verändert. Er ist und bleibt ein egozentrischer Kontrollfreak."

Disziplin als Erfolgsrezept soll auch der Weg von Frankreichs neuem Trainer Didier Deschamps zur "Aktion Wiedergutmachung" werden. Er will sein Team nicht nur auf die WM-Qualifikation in einer schwierigen Gruppe mit Titelverteidiger und Europameister Spanien vorbereiten, sondern das ramponierte Image der "Équipe" aufpolieren. "Meine Prinzipien sind Respekt, Bescheidenheit, Freude", sagte er. Das WM-Fiasko von 2010 mit zahlreichen Affären und auch die Disziplin-Probleme bei der EM 2012, die zur Sperre von Spielmacher Samir Nasri und Stürmer Jérémy Ménez führten, sollen sich nicht wiederholen. In dem verjüngten Kader ist Flügelflitzer Franck Ribery vom FC Bayern München beim Testspiel in Le Havre gegen den WM-Vierten Uruguay mit 29 Jahren und 64 Länderspielen der dienstälteste Spieler.

Italien ist beim Thema Umbruch schon weiter und setzt nach dem unerwarteten zweiten Platz bei der EM endgültig auf den Nachwuchs. Trainer Cesare Prandelli schickt in der Neuauflage des Viertelfinals gegen England eine Jugendauswahl ins Rennen: Sechs Spieler sind in den 1990ern geboren. Mario Balotelli wär der Siebte gewesen - der Stürmer sagte aber wegen einer Augenerkrankung ab. Letzter Alt-Star im Team mit neun Debütanten ist Spielmacher Daniele De Rossi vom AS Rom, der 2006 Weltmeister wurde.

Und der nächste Titel ist schon im Design der neuen Spielkleidung verankert: Die Rückennummern sehen aus wie auf dem Weltmeister-Trikot von 1982 - da waren die meisten aktuellen Spieler noch gar nicht geboren. Trainer Prandelli setzt aber große Stücke auf die Jugend: "Ich habe die Begeisterung der Debütanten gesehen. Jetzt müssen wir den Fans Freude machen", sagte er. "Ich will ein Team sehen, dass mit der Zeit geht." Seinem Angriffsfußball will er also treubleiben.

Keine Experimente plant dagegen Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque beim Testspiel in Puerto Rico. Er berief einen Großteil seiner Europameister, nur die Barça-Profis Xavi und Jordi Alba dürfen daheimbleiben. Und das, obwohl spanische Kommentatoren den Test in Bayamon drei Tage vor dem Ligastart für total überflüssig halten. Die weite Reise dürfte sich der Welt- und Europameister aber gut bezahlen lassen: Nach Angaben des Sportblatts "As" kassiert Spaniens Verband für das Spiel gegen den 138. der Weltrangliste zwei Millionen Euro.

Nach der verpassten EM steht Ottmar Hitzfeld in der Schweiz unter Druck: Eine zweite gescheiterte Qualifikation in Serie soll es nicht geben. Und so geht er beim Test gegen Kroatien in Split kein Risiko ein, lässt den angeschlagenen Neu-Hoffenheimer Stürmer Eren Derdiyok daheim. "Wir können nichts riskieren", sagte Hitzfeld. Wichtig sei, dass sich Derdiyok "in Hoffenheim gut auf die Bundesliga vorbereitet und Anfang September mit Spielpraxis zum Nationalteam stößt". Dann startet die Schweiz in Slowenien in die WM-Qualifikation.

Auch Österreich fehlte bei der EM - hat vor dem Test gegen die Türkei in Wien aber hohe Ansprüche für 2014: "Es ist ganz klar unser Ziel, bei der WM dabei zu sein", sagte Nationalspieler Emanuel Pogatetz vom VfL Wolfsburg. "Deutschland ist in unserer Gruppe zwar der Favorit, aber der zweite Platz ist realistisch." Trainer Marcel Koller ist bei den Aussichten auf die erste WM-Teilnahme seit 1998 vorsichtiger. "Dass es ganz schwierig wird, davon kann man ausgehen. Aber wir werden sicher alles versuchen."

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