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Knallharte Strafen für niederländische Amateurvereine

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Knallharte Strafen für niederländische Amateurvereine

17.08.2012, 17:08 Uhr | sid

Knallharte Strafen für niederländische Amateurvereine. Klubs beklagen Umsatzeinbußen in der Vereinsgaststätte. (Quelle: imago)

Klubs beklagen Umsatzeinbußen in der Vereinsgaststätte. (Quelle: imago)

Im Verlauf der Saison 2011/2012 hat der niederländische Fußball-Verband (KNVB) insgesamt 105 Mannschaften aus den Amateurligen wegen Gewalttätigkeiten vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Allein 74 Akteure wurden lebenslänglich gesperrt. Mit diesen drastischen Strafen wollte der KNVB das Rowdytum aus dem Amateurfußball verbannen.

Nach der Häufung von Gewaltexzessen hatte der Verband im vergangenen Jahr beschlossen, Fehlverhalten hart zu bestrafen. "Seit wir Gewalttäter hart bestrafen, ist die Zahl der Gewalttätigkeiten um 15 Prozent zurückgegangen", sagte KNVB-Vorsitzender Michael van Praag im Rahmen einer Pressekonferenz: "Zahlreiche Vereine haben eine eigene Disziplinarkommission eingerichtet, um so direkt feststellen zu können, wer der oder die Täter sind. Davon ist eine präventive Wirkung ausgegangen."

Vereine fast schon zahlungsunfähig

Der kollektive Ausschluss ganzer Mannschaften stieß jedoch bei vielen Amateurklubs auf Kritik. Einige fühlen sich in ihrer Existenz bedroht. Andere fanden, dass sie für das Fehlverhalten eines einzigen Spielers zu schwer bestraft wurden. Deshalb hat der KNVB entschieden, den Ausschluss von Teams nur noch in allerletzter Konsequenz vorzunehmen.

"Einige Vereine sind beinahe zahlungsunfähig geworden, weil sie keine Einnahmen mehr in der Vereinsgaststätte hatten. Darum wollen wir in Zukunft gezielter strafen. Wir rufen die Vereine auf, die Namen der gewalttätigen Spieler preiszugeben, so dass ihnen kein Schaden entsteht. Wenn keine Täter angegeben werden, dann wird weiterhin die komplette Mannschaft aus dem Spielbetrieb genommen", sagte van Praag.

Zweite Chance für Jugendliche

Der KNVB beschloss zudem, Jugendspieler nicht mehr lebenslänglich zu sperren. Sie sollen eine zweite Chance erhalten. "Wir haben zwölf Jahre alte Jungen lebenslänglich ausgeschlossen. Da muss man sich fragen, ob so jemand nicht eine zweite Chance verdient", sagte van Praag.

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