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Favorit Juve startet wütend in die Serie A

23.08.2012, 11:45 Uhr | dpa

Favorit Juve startet wütend in die Serie A. Antonio Conte wurde für zehn Monate gesperrt.

Antonio Conte wurde für zehn Monate gesperrt. (Quelle: dpa)

Turin (dpa) - Italiens Fußballmeister Juventus Turin startet siegessicher und wütend in die neue Saison. Auch ohne seinen im Wettprozess zu zehn Monaten Sperre verurteilten Trainer Antonio Conte glaubt der Rekordmeister fest an eine erfolgreiche Titelverteidigung.

"Wer denkt, dass diese juristische Angelegenheit unsere Saison beeinträchtigt, hat sich verkalkuliert", erklärte der verärgerte Juve-Präsident Andrea Agnelli. Dann holte er nach Contes erneuter Verurteilung im Berufungsprozess zu einem Rundumschlag gegen den italienischen Fußballverband (FIGC) aus.

Den Prozess gegen den 44-Jährigen Coach bezeichnete der Juve-Boss als "Hexenjagd". Die Sportgerichte des FIGC bezichtigte er "barbarischer Methoden". "Das System muss von Grund auf reformiert werden", forderte Agnelli. Conte sei ohne stichhaltige Beweise verurteilt worden. Das Strafmaß von zehn Monaten sei viel zu hoch.

Juve hofft nun auf einen Freispruch für Conte Anfang September vor dem Schiedsgericht des Nationalen Olympischen Komitee Italiens (TNAS). Selbst im Falle einer Niederlage in letzter Instanz will Juve an seinem Coach festhalten. Auch nach der Berufungsverhandlung in dieser Woche bleibt Conte wegen einer nicht angezeigten Ergebnisabsprache in der Saison 2010/2011 bei seinem Ex-Club AC Siena für zehn Monate gesperrt. Die Zwangspause für seinen damaligen und heutigen Co-Trainer Angelo Alessio wurde von acht auf sechs Monate reduziert.

Solange Conte und Alessio ausfallen, wird Massimo Carrera bei den Spielen auf der Bank sitzen. Am Samstagabend gibt der Jugendcoach im Auftaktspiel gegen den AC Parma sein Serie-A-Debüt. Die erfolgsverwöhnten Tifosi erwarten einen Sieg. In der vergangenen Saison war Juve in der Liga ungeschlagen geblieben.

Auch in der neuen Spielzeit werden sich die Herausforderer schwertun. Vize-Meister AC Mailand ist nach dem Ausverkauf seiner Stars viel schwächer als vor einem Jahr: Zlatan Ibrahimovic und Thiago Silva gingen zu Paris Saint-Germain. Das brachte den Mailändern durch Ablösesummen und eingesparte Gehälter insgesamt ein Plus für die Bilanz von rund 170 Millionen. Zu einem hohen Preis: Der erfolgreichste Stürmer und der beste Verteidiger sind weg.

Darüber hinaus verabschiedeten sich die Routiniers Clarence Seedorf, Mark van Bommel, Alessandro Nesta, Gianluca Zambrotta, Gennaro Gattuso und Filippo Inzaghi. Zudem ging noch der zuweilen genial aufspielende Stürmer Antonio Cassano zum Stadtrivalen. Für ihn kam im Tausch Inter-Angreifer Giampaolo Pazzini. Die einzige wirkliche Bereicherung bleibt der vom AC Florenz gekommene Deutsch-Italiener Riccardo Montolivo, sofern Silvio Berlusconi nicht doch noch seinen Liebling Kaká von Real Madrid zurückholt.

Inter Mailand wird nach der schwächsten Saison seit 2005 auch nicht viel zugetraut. Der Pokalsieger SSC Neapel wird zwar immer besser, hat aber noch nicht Juves Klasse und Konstanz. An der mangelt es auch Lazio Rom mit dem deutschen Nationalstürmer Miroslav Klose und seinem neuen Trainer Vladimir Petkovic. Ein großes Fragezeichen steht auch hinter dem AS Rom, der sich zum Saisonstart immerhin über Daniele De Rossis Treue zum Club freuen kann. An Juventus Turin dürften sie sich aber wohl alle die Zähne ausbeißen. Es sei denn, Contes Ausfall auf der Trainerbank trifft Juve doch härter, als bislang in Turin angenommen.

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