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Real Madrid: Modric ist da - was wird aus Özil und Khedira?

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Deutsches Duo zittert um Stammplätze

30.08.2012, 09:40 Uhr | t-online.de

Real Madrid: Modric ist da - was wird aus Özil und Khedira?. Mesut Özil (li.) und Sami Khedira bekommen starke Konkurrenz im Mittelfeld. (Quelle: imago)

Mesut Özil (li.) und Sami Khedira bekommen starke Konkurrenz im Mittelfeld. (Quelle: imago)

Eine Kolumne von Johnny Giovanni

Als die Stimmung zu kippen drohte, zog José Mourinho seinen Joker. Real Madrids Trainer schickte Luka Modric vor. 2:1 führte seine Elf zuhause im Rückspiel des spanischen Supercups gegen den FC Barcelona, was nach dem 2:3 aus dem Hinspiel zum Titel reichen würde - und letztlich auch reichte, denn es blieb trotz großen Zitterns zu Ende der Begegnung bei eben jenem 2:1 für die Königlichen. Allerdings hatte Real schon 2:0 geführt und lange Zeit in Überzahl gespielt. Da kann man einen Sieg auch mal souveräner unter Dach und Fach bringen.

Modric also: Nach 63 Minuten beorderte Mourinho den zwei Tage zuvor aus Tottenham erworbenen Spielmacher zum Aufwärmen – im Jubel ging unter, dass Sami Khedira gerade für ein Foul an Lionel Messi die Gelbe Karte gesehen hatte. Nach 83 Minuten wechselte er Modric dann ein – im Jubel ging unter, dass Khedira sich soeben nur mit einem blinden Befreiungsschlag zu helfen gewusst hatte. Modric kam übrigens für Mesut Özil, und damit ist das Trio auch schon genannt, um das sich in den nächsten Wochen bei Real Madrid viele Debatten drehen dürften: Modric, Khedira, Özil, beziehungsweise die Frage: Wer spielt, wenn der neue Kroate bald die Puste für 90 Minuten hat?

Wer muss für Modric weichen?

Modric wohl sicher, daran dürfte kein Weg vorbei führen. Nicht einmal Real Madrid erleichtert sich um 33 Millionen Pfund (rund 40 Millionen Euro – nach heutigem Wechselkurs; es könnte leicht mehr werden, denn die Summe wird in jährlichen Tranchen beglichen und die Spurs bestehen angesichts eines nicht nur von ihnen erwarteten Euroverfalls auf Bezahlung in Pfund), wenn es nur um einen Ersatzspieler geht. Modric ist Reals einziger Neuzugang, er war Mourinhos Wunschspieler und: Er ist schlichtweg zu gut, um ihn draußen zu lassen. Wer also muss weichen aus der Elf, die vorige Saison mit Punkterekord die Liga und am Mittwoch letztlich auch den Supercup gewann?

Die Frage ist deshalb besonders interessant, weil der 26-Jährige auf verschiedenen Positionen im Mittelfeld spielen kann, defensiver in einer doppelten Sechs oder etwas offensiver als Regisseur. Jedenfalls aber spielt Modric zentral, und weil von den drei aktuellen Statthaltern in diesem Bereich der Spanier Xabi Alonso als unverzichtbar gilt und die anderen beiden Khedira (defensiv) und Özil (offensiv) heißen, herrscht unter den Kommentatoren in Spanien schon mal so viel Einigkeit, dass es einen "Aleman" treffen wird.

Fans stimmen gegen Khedira

Geht es nach der klaren Mehrheit, dann soll dieser Khedira heißen. In Blitzumfragen wählten ihn die Anhänger nach der Modric-Akquisition umgehend aus der Stammelf. Der Schwabe hat in Spanien noch nie ein sonderlich hohes Standing genossen; man hält ihn für fußballerisch einfältig und insgesamt entbehrlich. Seinem Wert beim breiten Publikum kommt dabei nicht gerade zugute, dass ihn Mourinho strikt als Defensivspieler einsetzt und er daher kaum zeigen kann, dass er fußballerisch womöglich doch noch ein bisschen mehr drauf hätte.

Teamplayer werden nicht geschätzt

Der Trainer aber schätzt dieses Opfer, das Khedira bringt. Er verstehe die permanenten Kritiken an dem Spieler nicht, sagte er vor einigen Wochen. Geht es nach Mourinho, so könnte es also eher Özil treffen. Der ist zwar enorm populär beim Publikum und hat in seinen zwei Jahren bei Madrid mit exzellenten Werten in der Torvorlagenstatistik geglänzt, aber es gab immer wieder auch Momente, in denen ein gewisses Misstrauen Mourinhos ihm gegenüber zu spüren war. So wechselte er ihn gerade in wichtigen Partien überproportional oft und überproportional früh aus. Mourinho geht es nicht um die Kunst, sondern um das Ergebnis, und Özil ist ihm für die zentrale Rolle immer noch zu unbeständig.

Dass im madrilenischen Mittelfeld Handlungsbedarf besteht, untermauerte das Supercup-Finale eindrucksvoll. Bei all ihrer individuellen Klasse ist diese Mannschaft unfähig, eine Partie zu verwalten. Das 2:1 gegen Barcelona war in dieser Hinsicht ein Duplikat des Champions-League-Halbfinals (Rückspiel) vorige Saison gegen den FC Bayern (ebenfalls 2:1; danach verloren im Elfmeterschießen). Wieder überfiel Real den Gegner in den Anfangsminuten und legte schnell zwei Tore vor (Higuain, 11. und Ronaldo, 19., nach kapitalen Abwehrfehlern von Mascherano bzw. Piqué). Und wieder gab Real die Kontrolle über das Geschehen danach aus der Hand, obwohl es diesmal nicht nur vor eigenem Publikum, sondern nach Adrianos Platzverweis über zwei Drittel eben auch in Überzahl spielte. Die Diagnose ist eindeutig: Es fehlt an Ruhe, Präsenz und Ballsicherheit.

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Modric wird Madrid guttun

Anders gesagt: genau an den Attributen, für die Modric steht. Die Mannschaft kann einen Spieler wie ihn gut gebrauchen. Dass die Verpflichtung bis kurz vor Ende der Transferperiode dauerte, lag vor allem an der Standfestigkeit von Tottenham, das sich von Real partout nicht herunterhandeln lassen wollte, obwohl der Spieler seit 45 Tagen in einer Art Streik war. Als Madrids Ligastart mit einem Punkt aus zwei Matches gründlich daneben gegangen war, konnte man sich die Taktiererei nicht mehr leisten – und zahlte in der geforderten Üppigkeit. Angesichts Qualität und Alter des Kroaten hat man dennoch schon schlechtere Transfers getätigt, wie die 65 Millionen Euro für Kaka, aktuell nur noch Ladenhüter.

Mourinho bietet der Einkauf außerdem die ersehnte Möglichkeit, mehr Druck auf seine Etablierten aufzubauen, denen er nach dem von ihm als "inakzeptabel" bezeichneten 1:2 am Sonntag in Getafe recht deutlich eine unzureichende Berufsauffassung unterstellte: "Das Problem ist weder körperlich noch fußballerisch". Intern klagte er, die Spieler hielten sich für so groß, dass sie sich überhaupt nichts mehr sagen ließen. Einer wie Modric kommt ihm da gerade recht – es sollen ruhig mal einige um ihren Stammplatz zittern. Ob es dabei wirklich nur die beiden Deutschen treffen wird, muss sich erst noch zeigen.

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