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"Three Lions" verärgern Englands Sportfans

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"Three Lions" verärgern Englands Sportfans

12.09.2012, 12:31 Uhr | dpa

"Three Lions" verärgern Englands Sportfans. Gegen die Ukrainer (in blau) gaben die Engländer kein gutes Bild ab.

Gegen die Ukrainer (in blau) gaben die Engländer kein gutes Bild ab. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Nach Wochen im Glücksrausch eines goldenen Sportsommers haben Englands Fußballer der Nation die Laune verdorben. Das ernüchternde 1:1 (0:1) im WM-Qualifikationsspiel gegen die Ukraine brachte die von Olympia- und Paralympics-Triumphen verwöhnten Fans zurück in den grauen Alltag.

"Die löschen ganz sicher das olympische Feuer und den olympischen Geist aus", schimpfte das Boulevardblatt "The Sun" auf die enttäuschenden "Three Lions". Der späte Ausgleich durch Frank Lampards Elfmeter besänftigte die Kritiker kaum.

Im Kreuzverhör nach dem schwachen Spiel im längst nicht ausverkauften Londoner Wembleystadion sah sich Trainer Roy Hodgson daher zur Verteidigungsrede genötigt. "Ich bin nicht bereit zu akzeptieren, dass das keine starke Leistung war", urteilte der Coach milde und sprach unbeeindruckt schon vom WM-Finale in zwei Jahren: "Ich bin jetzt noch zuversichtlicher, dass wir die Spieler haben, die England nach Rio führen können."

Hodgsons Ärger richtete sich stattdessen gegen den türkischen Schiedsrichter Cüneyt Cakir, der kurz nach Lampards Ausgleich Kapitän Steven Gerrard vom Platz gestellt hatte und vorher einen Treffer von Jermain Defoe nicht anerkannte. Nach dem Schlusspfiff stürmte Hodgson zur Kabine des Referees, um ihm seine Meinung zu sagen. "Wenn Steven auf dem Platz geblieben wäre, hätten wir vielleicht noch das Siegtor erzielt", schilderte der Trainer-Veteran seine Sicht der Dinge.

"Dieses Spiel hat Hodgson mit der brutalen Realität des Lebens als England-Trainer vertraut gemacht", urteilte die "Daily Mail". Die "Sun" erklärte gar die "Flitterwochen" mit dem erst im Mai zum Nationaltrainer berufenen 65-Jährigen für beendet. Immerhin blieb den ersatzgeschwächten Engländern die erste Heimniederlage in der WM-Qualifikation seit dem 0:1 gegen Deutschland vor zwölf Jahren erspart.

Doch die Zweifel an "Roys Boys" sind wieder deutlich gewachsen. "Das sollte eigentlich der Weg nach Brasilien sein, auf dem wir reisen. Stattdessen fühlte es sich wie die Straße nach nirgendwo an", ätzte der "Mirror". Das Traumtor von Jewgeni Konoplianka, die verschwendeten Chancen von Youngster Tom Cleverley und die offensichtlichen spielerischen Mängel der Gastgeber jagten dem Fußball-Mutterland einen gehörigen Schrecken ein.

In Gruppe H rutschten die Engländer auf Rang zwei hinter Montenegro, die drittplatzierten Polen haben ebenfalls vier Zähler auf dem Konto. Dahinter lauert die Ukraine. Da blieben nur Durchhalteparolen. "Das ist eine lange und schwere Gruppe. Der Punkt ist ein gutes Resultat", sagte Chelsea-Star Lampard.

Der Mittelfeldspieler war kurz vor Ende zum "Man of the Match" erklärt worden. Eigentlich hatte der Stadionsprecher schon Kollege Gerrard den Titel zugesprochen - doch der sah kurz darauf Gelb-Rot.

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