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Österreich hofft trotz Piefke-Dämpfer auf WM

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Österreich hofft trotz Piefke-Dämpfer auf WM

12.09.2012, 13:27 Uhr | dpa

Österreich hofft trotz Piefke-Dämpfer auf WM. Der Österreicher Marko Arnautovic hadert mit seiner verpassten Chance zum Ausgleichstor.

Der Österreicher Marko Arnautovic hadert mit seiner verpassten Chance zum Ausgleichstor. (Quelle: dpa)

Wien (dpa) - Untröstlich kauerte Marko Arnautovic auf dem Rasen, ehe er kleinlaut ganz Österreich um Vergebung bat. "Ich muss mich beim ganzen Land entschuldigen.

Auch wenn sich der Ball versprungen hat - den muss ich einfach rein machen", bekannte Austrias tragische Figur nach der kläglich vergebenen Ausgleichschance in der 87. Minute beim unglücklichen 1:2 gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

Nicht nur der Torjäger von Werder Bremen trauerte auch am Tag nach dem Auftakt zur WM-Qualifikation noch der verpassten Gelegenheit gegen die Piefkes nach. "Schade! 1:2 - das Wunder blieb aus", "Pech gehabt" oder "Chance zur Sensation vergeben" titelten am Mittwoch die Zeitungen im Alpenland.

Der einhellige Tenor: So greifbar war der erste Sieg über die DFB-Elf seit 26 Jahren noch nie. Der starke Auftritt der Rot-Weiß-Roten unter dem Schweizer Teamchef Marcel Koller macht aber neue Hoffnungen: Auf eine Reise zur WM 2014 nach Brasilien als Zweiter der Qualifikationsgruppe C und die erste WM-Teilnahme des Außenseiters seit 1998.

Arnautovic hatte auch Bundestrainer Joachim Löw den Schreck in die Glieder fahren lassen. "Gerade in der Schlussphase hätte Österreich das 2:2 erzielen müssen", musste Löw eingestehen.

Koller schlug bei der vergebenen Ausgleichschance die Hände über dem Kopf zusammen, will seinem Angreifer aber nun Mut zusprechen: "Wir haben uns nach dem Match verpasst, ich bin nicht dazu gekommen, ihn zu trösten. Aber ich werde in den nächsten Tagen Kontakt mit ihm aufnehmen", sagte er am Mittwoch nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Einfach werde es für Arnautovic nicht sein, den Fehlschuss zu verkraften: "Wenn man Marko kennt, weiß man, dass so etwas nicht spurlos an ihm vorübergeht."

Auch von Teamkollegen kam Unterstützung: "Marko hat in zwei, drei Aktionen seine Klasse gezeigt, auch das 1:2 schön aufgelegt", sagte Andreas Ivanschitz von Mainz 05. Er brauche jetzt nicht im Boden zu versinken: "Es ist nicht seine Schuld, dass wir gegen Deutschland keinen Punkt geholt haben."

Die mit neun Bundesliga-Profis gespickte ÖFB-Elf erlebte vor 47 500 begeisterten Fans im Happel-Stadion ihr Déjà-vu mit dem großen Nachbarn: Schon beim letzten Bruderduell in der EM-Qualifikation im Juni 2011 hatte Austria deutlich mehr Chancen, verlor dann aber 1:2. Es sei das passiert, was in den letzten Jahren immer passiere, wenn Österreich gegen Deutschland spiele, sagte Koller: "Dass Österreich gut gespielt hat, viele Möglichkeiten herausgespielt hat, aber schlussendlich Deutschland das Spiel gewinnt."

"Von der Effizienz der Deutschen müssen wir uns noch etwas abschauen", sagte Verteidiger Emanuel Pogatetz vom VfL Wolfsburg. Doch der Abstand zum Weltrangliste-Zweiten sei kleiner geworden.

Als Niederlage, die Hoffnung gibt, wollen die Gastgeber das Spiel nun verbuchen. Punkte gegen Deutschland wären "Bonuspunkte" gewesen, so Koller, man müsse sich eher auf die anderen Qualifikationsgegner Schweden, Irland, Färöer und Kasachstan konzentrieren. "Nach so einem Spiel ist man erst einmal zehn Minuten komplett leer im Kopf. Aber wir haben einander positiv zugeredet, weil die Leistung in Ordnung war", sagte Österreichs Torschütze Zlatko Junuzovic (Werder Bremen).

Wenn das Team in den kommenden Spielen die gleiche Einstellung wie gegen Deutschland an den Tag lege, sehe es mit einer Reise nach Brasilien gut aus, prognostizierte Ivanschitz. Auch der Coach ist zufrieden: "Das Team hat Selbstvertrauen, es ist bereit zu laufen, 90 Minuten zu kämpfen, sie haben sich Möglichkeiten herausgespielt - und das ist ja nicht etwas, was man wieder verlernen kann."

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