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Warschaus Stadion nach der EM: Wie ein Freilichtmuseum

14.09.2012, 10:59 Uhr | dpa

Warschaus Stadion nach der EM: Wie ein Freilichtmuseum. Das Nationalstadion in Warschau kostet etwa 7,4 Millionen Euro im Jahr.

Das Nationalstadion in Warschau kostet etwa 7,4 Millionen Euro im Jahr. (Quelle: dpa)

Warschau (dpa) - Drei Monate nach der Fußball-EM suchen die Betreiber des Nationalstadions in Warschau einen Weg, wie die Arena rentabel wird. Dabei setzen sie nicht nur auf Sport. US-Popstar Madonna war schon da.

Interessiert steht eine Gruppe von 20 Besuchern am Spielfeldrand und lauscht den Erklärungen von Weronika Kosniewska. Nachdem sich einige der Gäste die Rasenfläche genauer angeschaut haben, ruft sie: "Folgen Sie mir jetzt in die Katakomben." Kosniewska leitet die Führungen im Nationalstadion von Warschau. Die Besucher haben knapp vier Euro pro Kopf bezahlt, es ist schon die fünfte Tour an diesem Tag. Knapp drei Monate nach der Fußball-EM wirkt die Arena in Polens Hauptstadt, in der das deutsche Team den Halbfinal-K.o. gegen Italien erlebte, an manchen Tagen wie ein Freilichtmuseum.

Am Sonntag ist es 100 Tage her, dass die Europameisterschaft in dem neuen Stadion mit dem Spiel Polen gegen Griechenland eröffnet wurde. Viele fragen sich nun, was aus den 58 000 Plätzen, der schließbaren Dachkonstruktion, den 400 000 Tonnen Beton und den 965 Toiletten in der Arena werden soll. Noch immer hat das Stadion keinen Hauptsponsor. Einen Club, der hier regelmäßig spielen will, gibt es auch nicht. Zwar hat Warschau zwei Fußballvereine in der höchsten polnischen Liga, doch die spielen in ihren eigenen Arenen.

Nach den Plänen des Betreibers sollen Veranstalter das Nationalstadion für unterschiedliche Anlässe buchen und nach ihren Vorstellungen dekorieren können. Das soll eine der wichtigsten Einnahmequellen der Arena werden, deren laufende Kosten sich auf etwa 7,4 Millionen Euro im Jahr belaufen.

"Wir rechnen mit mindestens zehn großen Ereignissen im Jahr", sagt Daria Kulinska, die Sprecherin des Nationalen Sportzentrums, das das Stadion verwaltet. Es muss nicht immer Fußball sein - im August füllte Popstar Madonna die Ränge bei ihrem Open-Air-Konzert.

Weronika Kosniewska führt die Besucher zu einem eisernen Tor an der Westseite des Stadions. Es ist einer der beiden Eingänge, die noch vom alten "Stadion den 10. Jahrestages" erhalten sind. Auf dem Trümmerschutt des zerstörten Warschau erbaut, wurde die Arena in den 90er Jahren als einer der größten Freiluftmärkte bekannt.

Manche Besucher der Tour erinnern sich noch an das alte Stadion. Jan Gwizd ist mit seiner Enkelin aus Krakau gekommen. In der alten Sportstätte sei er oft gewesen, sagt er. Er habe sich dort Spiele angesehen, den Basar habe er nie besucht.

"Ich glaube, dass das Nationalstadion die Gegend verändern wird", sagt Kulinska über die Auswirkungen für den Stadtteil Praga, in dem das Stadion liegt. "Man erinnere sich an die Unordnung, die auf dem Basar herrschte!" Gerade was die Großereignisse angeht, sei das Stadion gut aufgestellt. Am 16. Oktober wird Polen hier in der WM-Qualifikation gegen England spielen. Anfang September trat eine europäische Football-Auswahl gegen ein amerikanisches Team an.

Das ist nicht alles: Auf dem Gelände entstehen ein Fitnessstudio, ein Kongresszentrum und 8000 Quadratmeter Bürofläche. Es wird eine Mehrzweckhalle mit 35 VIP-Logen geben. Damit die Logen, von denen ein Drittel bereits vermietet ist, weiterhin Abnehmer finden, muss das Stadion attraktiv bleiben und Besucher zu den Ereignissen locken. Denn 58 000 Plätze sind nicht leicht zu füllen.

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