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Nach Linienrichter-Tod: Cruyff attackiert Eltern

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Johan Cruyff macht Eltern für Gewalt verantwortlich

07.12.2012, 16:17 Uhr | dpa

Nach Linienrichter-Tod: Cruyff attackiert Eltern. Johann Cruyff nimmt die Eltern von jugendlichen Kickern in die Pflicht.  (Quelle: imago/VI Images)

Johann Cruyff nimmt die Eltern von jugendlichen Kickern in die Pflicht. (Quelle: imago/VI Images)

Nach der tödlichen Prügelattacke auf einen Linienrichter hat sich nun auch Fußballlegende Johan Cruyff zu Wort gemeldet. Der ehemalige Oranje-Star machte vor allem die Eltern für Aggression und Gewalt im Fußball verantwortlich. "Wenn man sieht, wie Eltern sich bei einem Spiel von Kindern zwischen sechs und elf Jahren verhalten, dann ist das skandalös", sagte Cruyff. Die Vereine müssten die Eltern viel stärker anpacken. "Es ist Erziehung. Die Kinder kopieren nur, was sie bei ihren Eltern sehen."

Inzwischen nahm die Polizei einen vierten Tatverdächtign fest. Ein 16-jähriger Amsterdamer soll an der fatalen Misshandlung des 41 Jahre alten Robert Nieuwenhuizen beteiligt gewesen sein, teilte die Polizei mit. Drei Jungen im Alter von 15 und 16 Jahren sind bereits in Haft. "Wir schließen weitere Festnahmen sicherlich nicht aus", sagte Polizeisprecher Thomas Aling. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

"Ohne Respekt kein Fußball"

Alle Tatverdächtigen gehörten zum Amsterdamer Klub SV Nieuw Sloten. Sie sollen am Sonntag den ehrenamtlichen Linienrichter des Amateurvereins SC Buitenboys in Almere bei Amsterdam mehrfach gegen den Kopf getreten und geschlagen haben. Der 41-jährige erlag einen Tag darauf seinen schweren Kopfverletzungen. Er wird am Montag beigesetzt.

Als Reaktion auf die tödliche Attacke begann eine landesweite Kampagne gegen Gewalt im Fußball. Alle überregionalen Tageszeitungen veröffentlichten gratis eine ganzseitige Anzeige des Fußballbundes KNVB mit dem Slogan "Ohne Respekt kein Fußball". Alle Bürger wurden aufgerufen, die Anzeige in Fenster und Klubhäuser zu hängen.

Ex-Oranje-Stars planen Benefizspiel

Der Verein der ehemaligen Nationalspieler kündigte ein Benefiz-Spiel zugunsten der Angehörigen des Opfers an. Eine Auswahl ehemaliger Oranje-Stars will auf dem Platz der Buitenboys in Almere antreten, sagte der Trainer von Ajax Amsterdam, Frank de Boer. Datum und Gegner stehen noch nicht fest.

Im gesamten Land werden Fußballvereine am Samstag des verstorbenen Linienrichters gedenken. Der KNVB hatte alle rund 33.000 Amateurspiele abgesagt. Vor den Spielen der Profiligen wird eine Schweigeminute abgehalten, Spieler und Schiedsrichter sollen einen Trauerflor tragen. Zahlreiche andere Sportverbände schlossen sich der Kampagne an.

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