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Rassismus-Eklat um Kevin Prince Boateng: "So kann man sich nicht verhalten"

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Rassismus-Eklat: Bürgermeister gibt Boateng die Schuld

06.01.2013, 10:02 Uhr | sid, t-online.de

Rassismus-Eklat um Kevin Prince Boateng: "So kann man sich nicht verhalten". Boateng (Mitte) verlässt wegen rassistischer Schmähgesänge den Platz. (Quelle: imago/HochZwei)

Boateng (Mitte) verlässt wegen rassistischer Schmähgesänge den Platz. (Quelle: HochZwei/imago)

Die ganze Welt solidarisiert sich mit Kevin Prince Boateng. Der Fußball-Star hatte ein Testspiel mit dem AC Mailand beim Viertligisten Pro Patria wegen rassistischer Schmähgesänge abgebrochen. Wäre da nicht der Bürgermeister von Busto Asizio - Heimatstadt des Vereins Pro Patria. Gigi Farioli will von Unterstützung nichts wissen und gibt den Schiedsrichtern und sogar Boateng die Schuld an dem Vorfall.

"Ich habe nichts gehört", erklärte der Politiker gegenüber der "Gazzetta dello Sport". "Mir wurde gesagt, dass es auf der anderen Seite des Stadions Pfiffe gegen Muntari und Boateng gab. Der Schiedsrichter hätte die Kapitäne zu sich holen und ihnen sagen müssen, dass beim nächsten Mal abgebrochen wird.“

"Boateng hätte Gelb sehen müssen"

Schuld seien "vier Blödmänner, aber auch vier Profis, die ihre Arbeit nicht gemacht haben. Damit meine ich die Schiedsrichter“, sagte Farioli weiter. Auch Boateng habe einen Fehler gemacht. "So kann man sich nicht verhalten, einfach einen Ball mit 200 km/h gegen die Fans zu schießen. Das war eine unpassende Reaktion. Er hätte Gelb sehen müssen. Ich frage mich: Wenn das bei Milan gegen Sampdoria passiert, hätte ihn Milan nicht bestraft? Die Verantwortlichen des AC Mailand reagierten irritiert über die Aussagen des Bürgermeisters. Der Klub bestätigte, dass die Spieler auch bei einem Ligaspiel das Feld verlassen hätten.

Die Aussagen Fariolis wirken bei genauerem Hinsehen wenig überraschend. Er wurde mit der Unterstützung der rechtspopulistischen Lega Nord in sein Amt gewählt.

Abschied aus Italien?

Derweil erwägt Boateng nach dem Rassismus-Eklat seinen vorzeitigen Abschied aus Italien. "Das geht nicht spurlos an mir vorbei. Ich werde jetzt drei Nächte darüber schlafen und mich nächste Woche mit meinem Berater Roger Wittmann treffen. Dann muss man schauen, ob es weiter Sinn macht, in Italien zu spielen", sagte der 25-Jährige der "Bild"-Zeitung.

Er sei über den Vorfall sauer, traurig und geschockt gewesen, sagte Boateng: "Dass so etwas im Jahr 2013 noch passiert, ist eine Schande - nicht nur für Italien, sondern für den Fußball auf der ganzen Welt. Ich wollte ein Zeichen setzen für die ganze Welt, dass es so nicht weiter geht."

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