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Ronaldo: Weltfußballer eigentlich Europafußballer

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Kritik an der Wahl zum Weltfußballer

07.01.2013, 11:53 Uhr | dpa

Ronaldo: Weltfußballer eigentlich Europafußballer. Neymar (li.) wäre gerne der Nachfolger von Lionel Messi (re.). (Quelle: imago)

Neymar (li.) wäre gerne der Nachfolger von Lionel Messi (re.). (Quelle: imago)

Brasiliens Zauberfuß Neymar da Silva Santos Júnior ist bei der jährlichen FIFA-Gala in Zürich selbstverständlich ein gern gesehener Gast. Zu einer Final-Nominierung für den Hauptpreis Ballon d'Or hat es bei der rauschenden Kür zum Weltfußballer des Jahres für ihn aber noch nie gereicht. Und das stößt im Land des Rekordweltmeisters vielen bitter auf.

Der Jungstar habe gar keine Chance auf die renommierte Auszeichnung des Weltverbandes, lautet der Vorwurf am Zuckerhut. Die schlichte Begründung: Neymar spielt beim FC Santos in Brasilien und nicht wie die Platzhirsche Lionel Messi, Cristiano Ronaldo oder Andrés Iniesta bei einem Topklub in Europa.

Blatter stimmt Ronaldo zu

"Neymar muss entweder in Europa spielen oder bei der WM 2014 großartige Leistungen zeigen", sagte der dreifache Weltfußballer Ronaldo kürzlich in Sao Paulo zu den Chancen seines Landsmanns auf die wichtigste persönliche Auszeichnung der Fußball-Welt. Als Ronaldo dies sagte, saß ausgerechnet FIFA-Präsident Joseph Blatter neben ihm und hatte keine andere Möglichkeit, als dem Weltmeister von 2002 beizupflichten. So sei nun einmal die Lage der Dinge.

Der Weltfußballer wird von den Nationaltrainern und Kapitänen aller FIFA-Mitgliederländer gewählt. Seit 2010 dürfen auch internationale Journalisten ihr Votum abgeben. Die Galaauftritte von Messi und Co. sind durch die weltweite Vermarktung des europäischen Fußballs auch weltweit zu sehen. Neymars Wundertaten bleiben dem globalem Publikum oft verborgen.

Alle Finalisten spielten in Europa

"Er ist der beste Spieler in Brasilien, aber in Europa ist von ihm nur wenig zu sehen. Wir kennen sein Potenzial, und er verdient es, auf der Shortlist der besten drei Spieler zu sein, aber die Welt kennt seinen Fußball nicht", sagte Ronaldo. Er selbst gewann seine drei Goldenen Bälle 1996, 1997 und 2002, als er für PSV Eindhoven, FC Barcelona, Inter Mailand und Real Madrid spielte. "Der kürzeste Weg wäre, für ein großes Team in Europa zu spielen", rät Ronaldo. Doch gerade hat Neymar seinen Vertrag bei Santos bis 2014 verlängert.

Seit Einführung der Weltfußballer-Wahl mit dem ersten Sieger Lothar Matthäus im Jahr 1991 spielten die Top-Drei alle für einen Verein in Europa.

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