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Real-Coach Mourinho im Abseits

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Real-Coach Mourinho im Abseits

07.01.2013, 16:02 Uhr | sid, dpa

Real-Coach Mourinho im Abseits. Die Fans pfiffen Star-Coach Jose Mourinho gnadenlos aus (Quelle: dapd)

Die Fans pfiffen Star-Coach Jose Mourinho gnadenlos aus (Quelle: dapd)

Götterdämmerung für Jose Mourinho – der Star-Trainer kassierte trotz eines 4:3-Heimsieges gegen Real Sociedad San Sebastián Pfiffe von den eigenen Fans. Dagegen gab es Ovationen für Tito Vilanova. Obwohl die spanischen Topklubs Real Madrid und FC Barcelona am 18. Spieltag der Primera Division Siege feierten, hätte die Stimmung ihrer Trainer unterschiedlicher nicht sein können. Mourinho verspielt bei den Fans der Königlichen allmählich auch den letzten Kredit, Vilanova dagegen wurde bei seiner Rückkehr auf die Barca-Trainerbank nach einer erneuten Krebsoperation gefeiert.

Fans pfeifen Mourinho gnadenlos aus

Mourinho setzte die Torhüter-Ikone Iker Casillas beim 4:3 gegen Real Sociedad San Sebastian zunächst erneut auf die Bank und wurde vom Anhang des spanischen Meisters gnadenlos ausgepfiffen. Äußerlich reagierte der 49-Jährige gelassen, doch innerlich dürfte "The Special One" brodeln.

"Wenn ich für die Entscheidung, Iker nicht aufzustellen, ausgepfiffen werde, ist das in Ordnung. Und wenn ich für die schlechten Leistungen in der Liga ausgepfiffen werde, akzeptiere ich das. Es ist perfekt, dass sie pfeifen, wenn sie meinen Namen hören, wenn sie dem Team während des Spiels helfen", sagte Mourinho.

Fehlgriff beim Torhüter

Ironie des Schicksals: Casillas-Ersatz Antonio Adan flog nach sechs Minuten nach einer Notbremse mit der Roten Karte vom Platz - und der viermalige Welttorhüter kehrte unter lautstarken "Iker, Iker"-Rufen zwischen die Pfosten zurück. Mourinho dachte nach dem Zittersieg dennoch zunächst an Adan: "Die Fans haben kein Problem mit Adan. Sie haben ein Problem mit mir und meiner Entscheidung. Meine persönliche Meinung ist, dass Adan viel mehr Respekt verdient."

Der Respekt gegenüber Mourinho tendiert derweil gegen Null. "Cristiano genial, Mourinho fatal. Madrid überlebt den Wahnsinn", titelte Marca nach der Achterbahnfahrt im Estadio Santiago Bernabeu. Superstar Cristiano Ronaldo bewahrte mit seinem Doppelpack (68./76.) Real vor einem weiteren Rückschlag, zudem trafen Karim Benzema (2.) und der starke Nationalspieler Sami Khedira (34.).

Doch der Machtkampf zwischen Mourinho und Casillas stellte alles in den Schatten. Die Personalentscheidung ist sportlich kaum nachzuvollziehen, sie dürfte eine politische Maßnahme sein. Das Tischtuch zwischen dem streitbaren Coach und dem Keeper soll seit längerem zerschnitten sein. Casillas gilt nach dem Abgang der Altstars Raul und Guti als Spieler mit der meisten Macht und den besten Kontakten zur Vereinsführung im Kader.

Mourinho vor dem Abschied

Die Zeitung "El País" stellte am Montag fest: "Mou hat Real in ein Chaos gestürzt." Niemand sei "bizarrer". Das Chaos ist dem Trainer vielleicht nicht unrecht. Es ist kein Geheimnis, dass Mourinho die spanischen Medien hasst. Zudem soll er kaum noch mit den Führungsspielern Casillas und Sergio Ramos sprechen. Auch mit Spielmacher Mesut Özil soll er sich nicht mehr verstehen. Nur noch die Landsleute Cristiano Ronaldo und Pepe scheinen zum Coach zu halten.

Bei einer Umfrage des Radiosenders Ser meinten daher 95 Prozent von knapp 3000 Hörern, der Coach wolle seinen bis 2016 laufenden Vertrag auf keinen Fall erfüllen, die Kündigung provozieren und schon im Sommer nach England zurückkehren. Dorthin, wo er mit dem ebenfalls kriselnden Chelsea viele seiner größten Erfolge feierte.

Barca feiert Vilanova

Ganz anders ist derzeit die Stimmung beim Erzrivalen Barcelona nach dem 4:0-Erfolg im Stadtderby gegen Espanyol. "Dieser Sieg ist Tito gewidmet. Es waren sehr schwierige Tage für ihn und seine Familie. Wir freuen uns sehr für ihn", sagte Doppeltorschütze Pedro (16./27.). Die weiteren Treffer beim 17. Erfolg im 18. Spiel (ein Unentschieden) erzielten Xavi (10.) und Lionel Messi (29.).

Vilanova saß zwei Wochen nach seiner erneuten Krebs-Operation erstmals wieder auf der Bank. Dabei konnte er sich entspannt zurücklehnen und die hohe Fußball-Kunst seiner Mannschaft genießen. "Die erste Hälfte war sehr spektakulär. Ich bin nicht von der Trainerbank aufgestanden, da meine Mannschaft sehr gut gespielt hat und meine Präsenz an der Seitenlinie nicht notwendig war", stellte Vilanova angesichts von elf Punkten Vorsprung auf Atletico Madrid und 16 Zählern auf Real zufrieden fest.

Auf den 44-Jährigen warten aber noch schwierige Wochen. Vilanova muss sich nach dem Eingriff wegen eines Tumors in der Ohrspeicheldrüse noch einer sechswöchigen Strahlen- und Chemotherapie unterziehen.

"Es wird Tage geben, da werde ich beim Training sein, aber es wird auch Tage geben, da werde ich nicht dabei sein. Ich möchte die Medien aber daran erinnern, dass die Krankheit meine private Angelegenheit ist, auch wenn ich eine öffentliche Figur bin."

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