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Romário will Rücktritt von Brasiliens Fußball-Chef

02.04.2013, 10:22 Uhr | dpa

Romário will Rücktritt von Brasiliens Fußball-Chef. Dem CBF-Präsident José María Marín wird Mitverantwortung am Foltermord vorgeworfen.

Dem CBF-Präsident José María Marín wird Mitverantwortung am Foltermord vorgeworfen. (Quelle: dpa)

Río de Janeiro (dpa) - Der frühere Stürmerstar und heutige brasilianische Parlamentsabgeordnete Romário hat schwere Vorwürfe gegen Fußball-Verbandschef José María Marín erhoben und den Rücktritt des umstrittenen Funktionärs gefordert.

Er wirft dem 80-Jährigen vor, für den Foltertod des Journalisten Vladimir Herzog während der Militärdiktatur im Jahr 1975 mitverantwortlich zu sein.

Romário überreichte dem brasilianischen Verband CBF eine Petition mit fast 55 000 Unterschriften. Marín hatte 1975 als Abgeordneter der Regierungspartei kurz vor der Verhaftung Herzogs im Parlament Maßnahmen gegen oppositionelle Tendenzen bei dessen Fernsehsender unterstützt.

CBF-Chef Marín, der auch das lokale Organisations-Komitee der WM 2014 leitet und somit maßgeblich für das Großereignis in 14 Monaten verantwortlich ist, wies die Anschuldigungen zurück. Es handele sich um eine auf Lügen basierenden "Destabilisierungs-Kampagne", teilte er auf der Webseite der CBF mit.

Unter den Unterzeichnern der Petition sei auch der Musiker Chico Buarque de Hollanda, erklärte der Sohn des getöteten Journalisten, Ivo Herzog, der Zeitung "Folha de São Paulo". Marín werde von der Wahrheitskommission vorgeladen, die Menschenrechtsverletzungen während der Diktatur (1964-1985) untersucht. Erst vor einem Monat hatte Ivo Herzog eine Richtigstellung der Sterbeurkunde seines Vaters erwirkt, in der belegt wird, dass er an Folterungen durch die Militärs gestorben ist.

Marín leitet den brasilianischen Verband seit März 2012. Zuvor war er Stellvertreter von Ricardo Teixera. Der ehemalige Schwiegersohn des früheren Weltverbandspräsidenten Joao Havelange war offiziell aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Seine Demission erfolgte im Zuge der Ermittlungen um den Korruptionsskandal der FIFA und der ehemaligen Vermarktungsfirma ISL.

Von der FIFA gibt es keine öffentliche Stellungnahme zur Person Marín. Hinter den Kulissen ist man aber nicht glücklich über den offenbar rüden und unprofessionellen Führungsstil des Funktionärs, heißt es aus Weltverbandskreisen.

Geradezu als Petitesse im Vergleich zum Todesfall Herzog nehmen sich Vorwürfe gegen Marín aus, die kürzlich im Internet und durch Soziale Netzwerke verbreitet wurden. Bei der Siegerehrung eines lokalen Jugendpokalspiel 2012 ließ er eine Siegermedaille in seiner Tasche verschwinden. Zudem soll er bei der Stromabrechnung einer Immobilie getrickst haben, heißt es. Ersteres soll Marín gestanden und als "Witz" bezeichnet haben.

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