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Brasiliens Fußball-Boß Marin zunehmend unter Druck

13.04.2013, 08:51 Uhr | dpa

Brasiliens Fußball-Boß Marin zunehmend unter Druck. José Maria Marin ist der Präsident von Brasiliens Fußball-Verband.

José Maria Marin ist der Präsident von Brasiliens Fußball-Verband. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Brasiliens Fußballverbands-Chef José Maria Marin gerät rund 15 Monate vor Anpfiff der WM im eigenen Land zunehmend unter Druck.

Nach schweren Vorwürfen des Ex-Stürmers und heutigen Parlamentsabgeordneten Romário zur Rolle des früheren Politikers Marin in der Diktaturzeit (1964-1985) berichtete das Internet-Portal UOL über Anschuldigungen gegen Marin wegen Korruption und angeblicher Veruntreuung öffentlicher Mittel in den 1970er und 1980er Jahren. Das belegten Dokumente der damaligen Behörden, berichtete UOL.

Der 80-jährige Marin löste an der CBF-Spitze vor rund einem Jahr Ricardo Teixeira ab, der offiziell aus Gesundheitsgründen ging, aber zuvor jahrelang mit Korruptionsvorwürfen konfrontiert war. Marin ist in Personalunion Präsident des lokalen WM-Organisationskomitees, in dem auch Ex-Stürmerstar Ronaldo als Aufsichtsratsmitglied sitzt. Ronaldo selbst kann sich einen Wechsel an der CBF-Spitze vorstellen, wenn es keine Änderungen gebe.

Es gebe viele Dinge, die auch er nicht mehr sehen wolle, etwa den Mangel an Transparenz, schlechte Spielpläne oder gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Fans. "Wenn Marín es nicht schafft (dies zu ändern), muss es einen Wechsel geben. ... Der CBF muss sich verändern. Der Fußball braucht junge und dynamische Leute mit neuen Ideen", sagte der dreifache Weltfußballer kürzlich im Interview mit der Zeitung "Globo". Ronaldo wird in den Medien bereits als ein möglicher Nachfolger gehandelt.

Romário, der seit 2010 für die Sozialisten im Bundesparlament in Brasília sitzt, wirft Marin vor, für den Foltertod des Journalisten Vladimir Herzog während der Militärdiktatur im Jahr 1975 mitverantwortlich zu sein. Er hatte dem CBF gemeinsam mit Herzogs Sohn Ivo diese Woche eine Petition mit fast 55 000 Unterschriften überreicht, um die Forderung nach Marins Rücktritt zu bekräftigen. Romário war auch einer der härtesten Kritiker von Marins Vorgänger Teixeira.

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