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Trostpflaster? Real im Pokalfinale gegen Atlético

16.05.2013, 14:03 Uhr | dpa

Trostpflaster? Real im Pokalfinale gegen Atlético. Real-Regisseur Mesut Özil ist zum Pokalfinale fit.

Real-Regisseur Mesut Özil ist zum Pokalfinale fit. (Quelle: dpa)

Madrid (dpa) - Trostpflaster oder Totalpleite: Mit einem Sieg im spanischen Pokalfinale über den Lokalrivalen Atlético will Real Madrid verhindern, dass die Saison zu einem kompletten Reinfall wird.

Die "Copa del Rey" (Königspokal) soll die "Königlichen" am Freitag über die gescheiterte Titelverteidigung in der spanischen Fußball-Liga und über das Champions-League-Aus gegen Borussia Dortmund hinwegtrösten.

Atlético scheint bei diesem Vorhaben der ideale Gegner zu sein. Der Club aus den Arbeitervierteln im Süden der Hauptstadt hat von den letzten 25 Derbys gegen den großen Nachbarn aus dem wohlhabenden Norden kein einziges gewonnen. Jüngere Real-Fans haben noch nie eine Niederlage ihres Clubs gegen Atlético miterlebt: die letzte liegt fast 14 Jahre zurück.

Trainer José Mourinho gewann mit Real alle acht Lokalderbys. Noch beeindruckender ist die Bilanz von Torjäger Cristiano Ronaldo: acht Derbys, acht Siege und acht Tore. Auch die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira gewannen mit Real alle Spiele gegen Atlético. Sie hatten in den vergangenen Wochen wegen Verletzungen pausieren müssen, sind aber rechtzeitig zum Finale wieder fit.

Atlético geht trotz seiner desaströsen Bilanz nicht ganz ohne Hoffnung in das Finale im Bernabéu-Stadion. Die Rot-Weißen haben nämlich in der Heimstätte der "Königlichen" alle drei Pokalendspiele gegen die "Königlichen" gewonnen. Dieses Kunststück gelang ihnen sogar 1960 gegen die legendäre Elf um Alfredo di Stéfano und Ferenc Puskas, die kurz zuvor mit einem 7:3-Sieg über Eintracht Frankfurt ihren fünften Europacupsieg gefeiert hatte. Ein Jahr später wiederholte Atlético den Coup.

1992 hatte dann Bernd Schuster mit einem frühen Tor wesentlichen Anteil daran, dass Atlético das Pokalfinale gegen seinen Ex-Club gewann. In einem Interview mit der Zeitung "El Mundo" erinnerte er sich an das Endspiel vor 21 Jahren: "Trainer Luis Aragonés motivierte uns mit der Bemerkung: 'Wenn Ihr im Bernabéu-Stadion gewinnt, seid Ihr unsterblich.' Die Atlético-Fans schwärmen noch heute von meinem Treffer."

Die Rivalität zwischen Real und Atlético teilt die Madrider Fußballfans traditionell in zwei Lager. Sie reicht sogar bis in das spanische Königshaus hinein. König Juan Carlos, der dem Gewinner den Pokal überreichen wird, sympathisiert mit Real. Sein Sohn, Kronprinz Felipe, ist ein Anhänger von Atlético. "Ein königliches Derby", titelte das Sportblatt "Marca".

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