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Niederlande: Haftstrafen nach Totschlag von Linienrichter

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Knast nach Totschlag von Linienrichter

18.06.2013, 09:44 Uhr | sid

Niederlande: Haftstrafen nach Totschlag von Linienrichter. Eine Anwältin spricht im Gerichtssaal mit ihrem Klienten (Quelle: dpa)

Eine Anwältin spricht im Gerichtssaal mit ihrem Klienten (Quelle: dpa)

Sechs jugendliche Fußballspieler und ein Vater sind wegen der tödlichen Attacke auf einen niederländischen Schiedsrichter-Assistenten zu Haftstrafen von ein bis sechs Jahren verurteilt worden. Das Strafgericht in Lelystad sah es als erwiesen an, dass die 15 bis 17 Jahre alten Spieler und der 51-Jährige im Dezember 2012 den Linienrichter Richard Nieuwenhuizen so schwer verletzten, dass er seinen Verletzungen erlag.

"Die sieben Angeklagten sind schuldig, ihn gegen den Kopf und Oberkörper geschlagen zu haben", sagte Richterin Anja van Holten. Sie hätten ihn getreten, als sei er ein Ball. Die Jugendlichen wurden zu ein bis zwei Jahren Jugendarrest verurteilt, der Vater eines der Spieler zu sechs Jahren Gefängnis. Ein achter Angeklagter kam auf freien Fuß, der 15-Jährige habe "nur den gegnerischen Torwart angegriffen", hieß es im Urteil.

Witwe: "Keine Strafe reicht eigentlich aus"

Das Gericht folgte damit den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger der Verurteilten kündigten direkt nach der Urteilsbegründung Berufung an. Gerard Spong, Staranwalt und Verteidiger des Vaters El-Hassan D., erklärte, Nieuwenhuizens Sohn Maikel sei kein objektiver Zeuge gewesen. "Das ist das maximal Mögliche, und da sind wir glücklich drüber. Aber keine Strafe reicht eigentlich aus", sagte Witwe Xandra Nieuwenhuizen.

Als respektlos bezeichnete sie, dass nur drei Angeklagte im Gerichtssaal anwesend waren: "Das Schlimmste jedoch ist, dass die Angeklagten keine Reue zeigten." Das Urteil bedeute für sie und ihren Kindern ein Abschluss und eine Erleichterung, auch wenn noch ein Berufungsprozess stattfinden sollte. "Ich hoffe, dass das Urteil ein Statement gegen Gewalt auf den Fußballfeldern darstellt. Ich hoffe, dass es jetzt mit der Gewalt auf den Feldern aufhört", sagte Sohn Maikel.

Linienrichter wird zweimal zu Boden geworfen

Ein Teil der Strafen für die minderjährigen Täter wurde auf Bewährung ausgesetzt. "Nach Ansicht des Gerichts hatte niemand die Absicht hatte, den Linienrichter zu töten", erklärte die Richterin, stellte aber auch klar: "Die Gewalt, die sie anwendeten, ist der Grund für Nieuwenhuizens Tod."

Nieuwenhuizen war am 2. Dezember 2012 nach einem Jugendspiel zwischen dem SC Buitenboys Almere und dem SV Nieuw Sloten Amsterdam von Amsterdamer Spielern angegriffen und zweimal zu Boden geworfen worden. An den dabei erlittenen Kopfverletzungen verstarb der dreifache Vater einen Tag später im Krankenhaus.

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