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FIFA geht nach Kritik in Offensive

24.06.2013, 17:52 Uhr | dpa

FIFA geht nach Kritik in Offensive. Jérôme Valcke wehrt sich gegen die Kritik an der FIFA.

Jérôme Valcke wehrt sich gegen die Kritik an der FIFA. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - Nach der x-ten Frage zur umstrittenen Rolle des Fußball-Weltverbandes in Brasilien wurde Jérôme Valcke emotional.

"Wir bringen viel Geld in die Länder, in denen wir Turniere organisieren. Wir sind ein Unternehmen. Wir nehmen Geld ein. Aber wir haben viele soziale Projekte. Wir machen keinen Profit", sprudelte es aus dem FIFA-Generalsekretär nur so heraus. Die Pressekonferenz zur Bilanz nach den zwölf Gruppenspielen beim Confed Cup im Land des Rekordweltmeisters war da schon zu einer Rechtfertigungsveranstaltung geworden.

Nach den Massenprotesten gegen Korruption, Misswirtschaft und die Milliardeninvestitionen für die Sport-Großereignisse in Brasilien fühlt sich die FIFA zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Es besteht der Eindruck: 'Wir kommen ins Land, wir genießen das Land und verlassen es mit vollen Taschen'. Das ist nicht so", sagte der Franzose in Rio de Janeiro. Man brause nach einer WM "nicht mit teuren Mercedes davon". Als Beleg führte Valcke Beispiele aus mehreren Wirtschaftsbereichen an, durch die Tausende Jobs in Brasilien dank der Fußballturniere geschaffen würden.

Allein durch die von der FIFA für die WM reservierten Hotelbetten würde die Tourismusbranche fast eine halbe Milliarde Reais (etwa 160 Millionen Euro) einnehmen. "Wir organisieren die WM in Brasilien, aber wir organisieren sie auch mit Brasilien", betonte Valcke. "Wir machen viele gute Dinge." Und: Die FIFA sei die transparenteste Sportorganisation bei der Offenlegung ihrer Finanzströme.

Organisatorische und erst recht sportliche Belange beim WM-Testlauf - mit denen FIFA und OK durchaus zufrieden sein können - gerieten wieder in den Hintergrund. "Ich muss sagen, es ist ein großartiges Turnier", sagte Valcke angesichts der zweithöchsten Zuschauerzahlen der Turniergeschichte und einem Torrekord schon nach der Vorrunde.

Auch Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo wollte keinen Zweifel an einer erfolgreichen WM-Organisation aufkommen lassen. "Wir wollen, dass die WM und die Olympischen Spiele 2016 die Lebensqualität im Land erhöhen." Eine Absage der WM habe trotz der Demonstrationen im ganzen Land nie zur Debatte gestanden. "Es gibt keinen Plan B. Wir haben auch nie eine Anfrage aus einem anderen Land erhalten, die WM auszurichten", sagte Valcke.

Rebelo bezeichnete den Testlauf am Zuckerhut als einen Erfolg. "Es war eine Herausforderung, aber die Herausforderung ist geglückt." Brasilien habe diese Chance verdient, so wie andere WM-Gastgeber zuvor auch. "Deutschland konnte sein Trauma des Krieges durch die WM 2006 aufarbeiten und der Welt zeigen, was für ein großartiges Land mit großartigen Menschen es ist", sagte Rebelo. Ja, Fußball sei ein Geschäft. "Aber die Menschen lieben den Fußball aufrichtig."

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