25.06.2013, 21:01 Uhr | dpa
Belo Horizonte (dpa) - Die Seleção reist in einem Flieger in den Farben der brasilianischen Nationalflagge und dem Aufdruck der Airline Gol. Jetzt nimmt die Tormaschine Kurs auf das Endspiel des Confed Cups.
Die Fans sind schon dabei abzuheben: Nach drei Siegen in der Gruppenphase ist die Fußball-Welt fast wieder in Ordnung im Land des fünfmaligen Weltmeisters und Gastgebers von 2014. Gegen Uruguay soll nun im Halbfinale am Mittwoch in Belo Horizonte das nächste Fest steigen.
Für Italiens Trainer Cesare Prandelli ist Brasilien zusammen mit Spanien schon "die beste Mannschaft der Welt". Doch die Spieler im Team von Luiz Felipe Scolari sind klug genug, um auf dem Boden zu bleiben. "Die Tatsache, dass wir die drei letzten Spiele gewonnen haben, macht uns nicht zum Favoriten", warnte Torhüter Júlio César. Er erinnerte an die harten Duelle bei der Copa América.
2011 hatten die "Urus" sogar die Südamerika-Meisterschaft gewonnen, in der WM-Qualifikation ist La Celeste aber ins Straucheln geraten. "Es waren immer schwierige Spiele, bei denen Details den Ausschlag gegeben haben", sagte César. Der 33-jährige Keeper von den Queens Park Rangers blickte voller Hochachtung auch auf das zweite Halbfinale am Donnerstag in Fortaleza zwischen dem Welt- und Europameister und dem EM-Zweiten: "Spanien spielt einen schönen Fußball, der in der ganzen Welt respektiert wird und trifft jetzt auf Italien, das vier WM-Titel vorweisen kann."
Wenige Wochen vor dem geplanten Besuch von Papst Franziskus in Rio de Janeiro heißt es im fußballverrückten Brasilien "Habemos Seleção". Nach der schwierigen Startphase Scolaris und Monaten des Zweifels glauben Experten und Fans plötzlich daran, dass der Gastgeber im nächsten Jahr wirklich um den WM-Titel mitspielen kann.
So urteilte der frühere Nationalspieler und Real-Madrid-Star Roberto Carlos: "Die Mannschaft steht zu 80 Prozent für die Weltmeisterschaft und ich glaube, sie wird uns noch viel Freude machen in den nächsten zehn Jahren." Star der neuen Generation nach Ronaldo, Ronaldinho und Kaká ist Superstürmer Neymar. Der 57 Millionen Euro teure Neuzugang des FC Barcelona soll die Gelbhemden nun vollends zum dritten Confed-Cup-Sieg hintereinander schießen.
"Es wäre eine wichtige Bestätigung unserer Fortschritte. Wir würden damit zeigen, wie weit wir uns entwickelt haben. Es wäre ein wichtiges Statement, aber ist keine Pflicht", sagte Dante. "Klar, wollen wir gewinnen. Aber der springende Punkt ist, dass wir uns weiterentwickeln. Wenn dazu eine Niederlage gehört, dann ist das eben so." An die ständigen Stimmungsschwankungen sind selbst Neulinge wie der Abwehrspieler des FC Bayern München gewöhnt. Vor zwei Monaten hatte es beim 2:2 im Testspiel gegen Chile im Estadio Mineirao von Belo Horizonte noch böse Buhrufe gegen die Brasilianer gegeben. "Der Druck in der Selecão ist immer gleich hoch, passiere, was wolle", erklärte Dante achselzuckend.
Der 29-Jährige hatte mit seinem Führungstreffer beim 4:2 gegen Italien in seiner Heimatstadt Salvador da Bahia bereits einen großen Tag. Gegen Uruguay muss er wohl wieder auf die Bank: Innenverteidiger David Luiz vom FC Chelsea hat seine Oberschenkelprellung überwunden.
"Wenn wir gegen Uruguay spielen, müssen wir sehr vorsichtig sein. Unser Scout meint, sie sind das beste Team", sagte Scolari vor dem Duell mit dem WM-Vierten von 2010. La Celeste kann in Belo Horizonte den Mythos vom WM-Sieg 1950 aufleben lassen: Maracanazo nennen die Brasilianer jene traumatisierende Niederlage im entscheidenden Spiel der Finalrunde vor über 60 Jahren. "Nein, ich habe keinen Großvater oder so, der mir vom Maracanazo erzählt hat. Das ist ein anderes Spiel jetzt, ein anderer Moment", sagte Brasiliens Mittelfeldabräumer Luiz Gustavo vom FC Bayern.
Von einer zusätzlichen Belastung wollte auch Scolari nichts wissen: "Da gibt es keinerlei psychologischen Hintergrund." Im Übrigen sei er erst 1954 zur Welt gekommen, scherzte der 1948 geborene Chefcoach.
Die Brasilianer beunruhigt eher die politische Lage. In Belo Horizonte werden am Spieltag erneut Proteste gegen soziale Missstände und WM-Investitionen im Land des Gastgebers erwartet. "Ich verfolge das im Internet. Es sind für morgen ziemlich heftige Demonstrationen angekündigt, was mich beunruhigt", sagte Stürmer Fred. Er sei grundsätzlich "total" für Proteste, aber für friedliche. In der Mannschaft werde darüber viel geredet, so der 29 Jahre alte Profi von Fluminense FC.
25.06.2013, 21:01 Uhr | dpa
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