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Italien erwartet "Spiel der Leiden" gegen Spanien

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Italien erwartet "Spiel der Leiden" gegen Spanien

26.06.2013, 22:54 Uhr | dpa

Italien erwartet "Spiel der Leiden" gegen Spanien. Die Italiener werden gegen Spanien körperlich an ihre Leistungsgrenze gehen müssen.

Die Italiener werden gegen Spanien körperlich an ihre Leistungsgrenze gehen müssen. (Quelle: dpa)

Fortaleza (dpa) - 0:4! Die finale Demontage gegen Spaniens Übermannschaft bei der EM 2012 lastet immer noch schwer auf der italienischen Fußball-Seele.

Und vor der großen Revanche beim Confederations Cup macht sich die Squadra Azzurra bewusst klein, um den von Nationaltrainer Cesare Prandelli zum "klaren Favoriten" erklärten Welt- und Europameister bei der erwarteten Hitzeschlacht im Estadio Castelão von Fortaleza dann taktisch zu überrumpeln. "Wir müssen etwas Anderes probieren", erklärte Tüftler Prandelli, der einen Kraftakt erwartet: "Es wird ein Spiel der Leiden für uns."

Ausgerechnet am Donnerstag soll es den heißesten Tag der Woche in Fortaleza mit bis 35 Grad geben. Am Nachmittag brasilianischer Zeit werden die Spieler an die körperliche Leistungsgrenze gehen müssen. "Klar wäre es besser, wenn am Abend gespielt würde - für Spieler und Zuschauer", meinte Spaniens Abwehrspieler Alvaro Arbeloa. Schon beim Training floss reichlich Schweiß.

Nationaltrainer Vicente del Bosque ermahnte sein seit 25 Länderspielen unbesiegtes Team, den 4:0-Triumph der EM aus den Köpfen zu verbannen. "Wir sollten alles vergessen, was vor einem Jahr in Kiew war. Hier ist es eine ganz andere Situation", sagte er.

Italien sei im Finale vor einem Jahr "sehr müde" gewesen nach dem 2:1-Sieg zuvor gegen Deutschland. "Sie hatten nach dem Halbfinale einen Tag weniger Zeit zur Erholung", erinnerte Del Bosque. Dieses Mal ist es umgekehrt, Italien hatte 24 Stunden länger Pause.

Bei der Neuauflage im Halbfinale des Confed Cups fehlt Italien jedoch der verletzte Stürmerstar Mario Balotelli, was ein Wehklagen auslöste. "Balotelli ist natürlich ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann", räumte Spaniens Innenverteidiger Sergio Ramos ein. Der Verlust sei für Italien "schwerwiegend", räumte auch Del Bosque ein. Alberto Gilardino wird den Kraftprotz ersetzen. "Er ist torgefährlich und einer unser besten Angreifer", begründete Prandelli die erwartete Wahl des 30 Jahre alten Stürmers vom FC Bologna.

Italiens Coach grübelt über einen Schlachtplan, der ähnlich aufgehen soll wie der gegen Bundestrainer Joachim Löw und die deutsche Elf bei der EM. "Spanien wird mehr Ballbesitz haben, aber auch sie sind kein perfektes Team. Wir müssen ruhigbleiben, kompakt stehen und auf unsere Chance lauern. Wir gehören zu den Teams, die es Spanien schwermachen können", sagte Prandelli. Regisseur Andrea Pirlo kommt nach überwundener Wadenblessur eine Schlüsselrolle zu. "Er ist der Spieler, um den sich alles im Spiel von Italien dreht", erklärte Spaniens Mittelfeldspieler Sergio Busquets voller Hochachtung.

Eine Rückkehr zum destruktiven "Catenaccio" schwebt dem Fußball-Liebhaber Prandelli nicht vor: "Das ist nicht mehr unsere Spielweise. Dafür haben wir auch nicht die Spieler." Trotzdem könnte er wieder ein Bollwerk aufbauen wie beim 1:1 im Gruppenspiel bei der EM 2012 gegen Spanien, das nach dem demütigenden 0:4 im Endspiel in Vergessenheit geriet. Mit einer Dreierkette in der Abwehr um den zurückgezogenen Daniele De Rossi und einer Fünferreihe im Mittelfeld konnte Italien das spanische Tiki-Taka damals erfolgreich bekämpfen.

"Das Spiel wird eine sehr wichtige Erfahrung für unsere Zukunft", verkündete Prandelli. Nicht nur für Italien! Auch Bundestrainer Löw wird am heimischen Fernseher genau hinsehen, ob und wie Spaniens Seriensieger aufzuhalten sind. Der Welt- und Europameister kennt nur ein Ziel. "Wir wollen das Finale in Maracana spielen", sagte Del Bosque. Der Confed Cup fehlt noch in Spaniens Titelsammlung.

Die spannendste Frage lautet, mit welchem Stürmer Spanien beginnt. Bei der EM hatte Del Bosque gegen Italien in beiden Partien mit Mittelfeldspieler Cesc Fabrégas als verkappter Spitze agiert. In Brasilien hat sich Fernando Torres aufgedrängt. "Ich fühle mich gut, stark und selbstbewusst", sagte der fünfmalige Turniertorschütze.

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