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Ausschluss für Fenerbahce und Besiktas ein Fußball-Erdbeben

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Ausschluss für Istanbuler Klubs ein "Erdbeben"

26.06.2013, 18:50 Uhr | dpa, sid

Ausschluss für Fenerbahce und Besiktas ein Fußball-Erdbeben. Enttäuscht: Die Spieler von Besiktas Istanbul (links Roberto Hilbert) sind vorerst in Europa außen vor. (Quelle: imago/Seskim)

Enttäuscht: Die Spieler von Besiktas Istanbul (links Roberto Hilbert) sind vorerst in Europa außen vor. (Quelle: imago/Seskim)

Schwerer Imageschaden und finanzielle Millionenverluste: Die von der UEFA von der europäischen Bühne verbannten Istanbuler Top-Klubs Fenerbahce und Besiktas wollen das Urteil nicht hinnehmen. Beide Vereine kündigten an, Protest gegen die internationale Sperre einzulegen. Die Zeitung "Zaman" wertete das harte Durchgreifen des Kontinentalverbandes im Manipulationsskandal in der Saison 2010/2011 sogar als "Fußball-Erdbeben".

Ein Erdbeben, das vor allem den Meister der Skandalsaison, Fenerbahce, und den Pokalsieger von 2011, Besiktas, erschüttert. Beide Teams hatten sich in der abgelaufenen Spielzeit für die europäische Bühne ihre Tickets gesichert: Fenerbahce als Tabellenzweiter hinter Meister Galatasaray für die Champions League, Besiktas als Dritter für die Europa League.

Verlust liegt bei 120 Millionen Euro

Der türkische Fußball-Finanzexperte Tugrul Aksar bezifferte in einem Fernseh-Interview den Verlust durch die Verbannung zusammengerechnet auf 120 Millionen Euro. Fenerbahce darf diese und eine weitere Saison, in der sich der Klub für Europa qualifiziert, nicht starten. Die Sperre für eine dritte Spielzeit ist auf Bewährung ausgesetzt. Besiktas wurde für eine Saison von der europäischen Bühne verbannt. Für die Zeitung "Radikal" eine "Schock-Entscheidung".

Für Fenerbahce nicht das Einzige, was der Klub erst eínmal verdauen musste. Kurz nach der UEFA-Entscheidung wurde bekannt, dass ein Istanbuler Gericht den Vereinspräsidenten abgesetzt hat. Aziz Yildirim darf solange nicht sein Amt ausüben, bis die Vorwürfe im Manipulationsskandal abschließend juristisch geklärt seien.

Trotz Chaos ein neuer Trainer

Immerhin konnte Stadtrivale Besiktas mit der Verpflichtung eines neuen Trainers aufwarten. Gerüchte, wonach es sich der ehemalige Bundesliga-Profi Slaven Bilic nach dem Europa-League-Ausschluss anders überlegt hätte, dementierte er laut Medienberichten. Und Besiktas gab bekannt, dass der ehemalige kroatische Nationalcoach für sein dreijähriges Engagement insgesamt rund 4,8 Millionen Euro bekommt.

Der 54-Jährige war rund eine Woche zuvor als Trainer bei Lokomotive Moskau gefeuert worden. In ein ruhiges Umfeld kommt er nun aber auch nicht.

Anklage liest sich wie ein Krimi

Im türkischen Fußball sollen in der Saison 2010/2011 mindestens 19 Partien verschoben worden sein, darunter auch das wichtige Spiel von Fenerbahce gegen Sivasspor, in dem Fenerbahce am letzten Spieltag den Titel in der Süper Lig holte. Die Polizei hatte mehr als 80 Manager, Spieler und Trainer mehrerer Klubs festgenommen. Die Anklage las sich teilweise ein Krimi, bei dem es um mafiös eingefädelte Geschäfte, käufliche Spieler und bewaffnete Banden ging. Etliche Spiele wurden demnach mit großen Geldbeträgen manipuliert.

Der türkische Rekordnationalspieler Hakan Sükür rief zu Respekt für die UEFA-Entscheidung auf. Die Galatasaray-Legende forderte vielmehr Veränderungen in der türkischen Fußballwelt. Fenerbahce kündigte aber an, "alle rechtlichen Möglichkeiten" ausschöpfen zu wollen gegen das Urteil. "Es sieht so aus, als ob der Verein wegen der Taten von Einzelpersonen bestraft wird", kritisierte Yasemin Mercil, Mitglied der Vereinsspitze.

Ohrfeige für Regierungschef

Unterdessen werden die Strafen auch wie von der Zeitung "Günebakiz" als "Sieg für die globale Gerechtigkeit" gewertet und wirken dadurch wie Ohrfeigen für den türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan und den nationalen Verband TFF. Nicht zuletzt auf Druck von Fener-Mitglied Erdogan hatte der TFF die beiden Klubs trotz "klarer Beweise" (UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino) straffrei davonkommen lassen.

Auf UEFA-Ebene hingegen war Erdogans Arm zu kurz. Der TFF war mit Erdogans Rückendeckung ("In Demokratien werden Personen und nicht Körperschaften bestraft") davor zurückgeschreckt, die Vereine zu sanktionieren, und wollte lediglich verantwortliche Personen zur Rechenschaft ziehen.

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