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Nie mehr für Kamerun? Rätselraten um Eto'o

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Fußball  

Nie mehr für Kamerun? Rätselraten um Eto'o

09.09.2013, 12:56 Uhr | dpa

Nie mehr für Kamerun? Rätselraten um Eto'o. Samuel Eto'o will nicht mehr für Kamerun spielen.

Samuel Eto'o will nicht mehr für Kamerun spielen. (Quelle: dpa)

Yaounde (dpa) - Warum Chelsea-Neuzugang Samuel Eto'o plötzlich nicht mehr für die Nationalmannschaft Kameruns spielen will, konnte auch sein Trainer Volker Finke nicht sagen.

"Er ist der einzige, der erklären kann, warum er sich so entschieden hat", betonte der Nationaltrainer nach dem wichtigen 1:0 in der WM-Qualifikation gegen Libyen. "Natürlich, er hat dem Fußball allgemein und dem Fußball in Kamerun ganz besonders viel gegeben. Mehr als das kann ich nicht sagen, er ist der einzige, der das erklären kann." Sicher scheint nur: Eto'o als Nationalspieler und Kapitän der "unzähmbaren Löwen" wird es nicht mehr geben.

Nach der Partie, in der sich Kamerun für die Playoffs auf dem Weg zur WM 2014 qualifiziert hatte, erzählte Eto'o Teamkollegen, dass das Spiel sein letztes im Kamerun-Trikot gewesen sei. Die Gründe dafür sind bislang unbekannt. Gerüchteweise gab es Spannungen mit der Bundesliga-Größe Finke, der seit Juni das Kommando hat. Eto'o soll etwa ein Mitspracherecht bei der Aufstellung gefordert haben. Finke äußerte sich dazu nicht, weitere Fragen zu seinem 32 Jahre alten Stürmer-Star wollte der Deutsche nicht beantworten.

Sollte es tatsächlich Dissonanzen zwischen Finke und Eto'o geben und diese der Grund für die Unlust des Stars sein, stehen dem deutschen Coach interessante Tage bevor. Eto'os Kultstatus in Kamerun ist nicht zu unterschätzen. Finke hingegen ist für seine konsequente Haltung in Konfliktfragen bekannt.

Für die Nationalmannschaft, in der auch die Bundesliga-Profis Joel Matip (FC Schalke 04), Eric Maxim Choupo-Moting (FSV Mainz 05) und Jacques Zoua (Hamburger SV) gegen Libyen aufliefen, ist Eto'os Rücktritt jedenfalls keine gute Nachricht. Schließlich ist die Qualifikation für das Turnier in Brasilien noch nicht perfekt. Noch warten die Playoffs im Oktober und November und Tore des Ex-Barca-Profis Eto'o wären wichtig.

Auch die Erfahrung von einem der erfolgreichsten Fußballspieler Afrikas wird dem Team fehlen. Die Zahl seiner Länderspieleinsätze ist dabei unklar, laut dem Munzinger-Archiv sind es 106 (51 Tore), andere Quellen variieren zwischen 76 (42 Tore) und 112 (55 Tore) Auftritten mit der Nationalmannschaft.

Über die Menge an Titeln aber gibt es keine zwei Meinungen: Zwei Afrika-Cups und Gold bei den Olympischen Spielen in Sydney hat Kamerun mit Eto'o gewonnen. Zudem wurde der filigrane Stürmer viermal zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt.

Mit Real Madrid, dem FC Barcelona und Inter Mailand holte Eto'o zudem viermal die Champions League, wurde spanischer und italienischer Meister und feierte mehrere Pokalsiege. Nun scheint er sich ganz auf die Aufgabe bei Chelsea unter seinem neuen, alten Trainer José Mourinho konzentrieren zu wollen.

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