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Brisante Aussagen  

Englischer Wettskandal: WM-Spiele könnten betroffen sein

28.11.2013, 23:47 Uhr | sid

Englischer Wettskandal: WM-Spiele könnten betroffen sein. Wettskandal in England: Die Staatsanwaltschaft hat Klage gegen zwei mutmaßliche Mitglieder einer Wettmafia erhoben. (Quelle: Reuters)

Wettskandal in England: Die Staatsanwaltschaft hat Klage gegen zwei mutmaßliche Mitglieder einer Wettmafia erhoben. (Quelle: Reuters)

Der Manipulations-Skandal im englischen Fußball zieht immer größere Kreise. Der auf der Insel festgenommene Wettpate aus Singapur hat nach Angaben der britischen Tageszeitung "The Daily Telegraph" erklärt, dass er weltweit manipuliert habe, darunter auch bei Spielend er WM-Endrunde und der Qualifikation.

In den aufgezeichneten Gesprächen mit einem verdeckt arbeitenden Ermittler hatte der Wettpate damit geprahlt, dass er "überall auf der Welt" Spiele manipulieren könne: "Ich mache es in Australien, Schottland, Irland, in Europa. Bei der Weltmeisterschaft. Bei WM-Qualifikationsspielen."

Auf Nachfrage bestätigte er, "mindestens 15 Spiele" bei Weltmeisterschaften "gekauft" zu haben. Zudem habe er eine komplette afrikanische Nationalmannschaft kontrolliert.

Insgesamt sechs Verhaftungen

Mittlerweile wurde Anklage gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der Wettmafia erhoben. Chann Sankaran (33) aus Singapur und Krishna Sanjey Ganeshan (43), der die Staatsbürgerschaften aus Singapur und Großbritannien besitzt, werden wegen Verschwörung und Betrugs angeklagt. Zudem sei eine weitere Person festgenommen worden. Das berichten die BBC und Sky News HD auf ihren Homepages.

Zuvor hatte der "Telegraph" gemeldet, dass es zu insgesamt sechs Verhaftungen von Verdächtigen durch die National Crime Agency (NCA) gekommen sei. In dem Bericht waren auch die versteckten Signale angeheuerter Spieler detailliert beschrieben worden. Demnach soll der festgenommene Mittelsmann des Wettsyndikats aus Singapur in einem verdeckt aufgenommenen Video eines fingierten Verhandlungsgespräches schildern, dass Gelbe Karten für einen bestimmten Spieler innerhalb der ersten zehn Spielminuten ein Zeichen an die Mafia für den Verlauf der jeweiligen Begegnung in den vorher abgesprochenen Bahnen bedeuten. Der jeweilige Spieler soll für seine Botschaft umgerechnet 6000 Euro erhalten.

Früherer Premier-League-Profi festgenommen

Die NCA, die erst im laufenden Jahr zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität gegründet worden ist, nahm bei ihrer zweitägigen Intervention auch den früheren Premier-League-Profi Delron Facey fest. Außer dem heutigen Spieler-Berater, der in der Saison 2003/04 für die Bolton Wanderers in Englands höchster Klasse spielte, verdächtigt die NCA drei weitere Spieler aus unteren Ligen. Premier-League-Begegnungen sollen inoffiziellen Informationen nach nicht zu den manipulierten Spielen zählen. Zu den tatsächlich betroffenen Klubs machten die Behörden auch keine Angaben.

In England "die Kosten sehr hoch"

Erkenntnissen der NCA-Fahnder zufolge hat der verhaftete Wettpate, der erst in der vergangenen Woche in England angekommen war, die Kosten für die Manipulation eines Fußball-Spiels allgemein auf umgerechnet gut 60.000 Euro beziffert. In England allerdings seien "die Kosten sehr hoch, normalerweise bekommen die Spieler fast 84.000 Euro". In den mitgeschnittenen Verhandlungen über die illegale Beeinflussung von Spielen auf der Insel noch vor Weihnachten stellte der Asiate dem finanziellen Aufwand für die Manipulationen auf dem Feld allerdings Gewinne von mehreren hunderttausend Euro gegenüber.

Der englische Fußball-Verband FA bestätigte Informationen durch die NCA über die Verhaftungen. Wie die Liga lehnte die FA mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der NCA weitere Kommentare zum Skandal ab.

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