Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Fussball > Fußball international >

Serge Gnabry verdreht Fußball-England und Joachim Löw den Kopf

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Gnabry verzaubert Wenger  

Über die Premier League zur WM?

13.01.2014, 18:30 Uhr | t-online.de

Serge Gnabry verdreht Fußball-England und Joachim Löw den Kopf. Serge Gnabry macht beim FC Arsenal mit seiner technischen Finesse und körperlichen Robustheit auf sich aufmerksam. (Quelle: imago/Colorsports)

Serge Gnabry macht beim FC Arsenal mit seiner technischen Finesse und körperlichen Robustheit auf sich aufmerksam. (Quelle: Colorsports/imago)

Aus England berichtet Marc L. Merten

Es war Mitte Dezember 2013, als auf Twitter ein interessantes Bild die Runde machte. Zu sehen war ein junger Mann in Trainingskleidung des FC Arsenal, neben ihm der Trainer der Gunners, Arsene Wenger. Die vielsagende Bildüberschrift lautete: "Listening and Learning #boss". Der Autor des Tweets war jener junge Mann, der neben Arsenals Trainerlegende zu sehen war: Serge Gnabry.

Einen Monat später gehören dem 18-jährigen Deutschen in England die Schlagzeilen. Seit seinem überragenden Auftritt im FA Cup gegen Tottenham (2:0) sind die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Angreifers in aller Munde. Die Medien feiern ihn bereits als das "nächste frühreife Talent, das vom Förderband rollt". Tatsächlich könnte das Spiel gegen Tottenham der Start einer großen Karriere gewesen sein.

Walcotts Aus ist Gnabrys große Chance

Denn es war nicht nur Gnabrys Klasseauftritt, der anschließend diskutiert wurde, sondern auch die schwere Verletzung Theo Walcotts, der sich einen Kreuzbandriss zuzog und nun ein halbes Jahr ausfallen wird. Was des Einen Leid ist, könnte des Anderen Freud sein. Denn der englische Nationalspieler belegte zumeist genau die Position, auf der Gnabry gegen Tottenham so glänzen konnte: den rechten Flügel.

Die große Frage, die nun diskutiert wird, lautet: Schlägt Arsenal noch einmal auf dem Transfermarkt zu, um Walcotts Ausfall zu kompensieren, oder vertraut Wenger dem deutschen Nachwuchsstar? Eine Aussage des 64-Jährigen lässt aufhorchen: "Natürlich hat Walcotts Verletzung meinen Wunsch nach einem Transfer verstärkt. Aber vergessen wir nicht Serge Gnabry. Er kann in der ersten Elf spielen."

Gnabry ist der bessere Odonkor

Wenger hätte andere Namen nennen können, Alex Oxlade-Chamberlain, Tomas Rosicky oder Aaron Ramsey. Doch Wenger wählte Gnabry. Der Teenager ist so etwas wie der Ziehsohn des Franzosen. Seit der gebürtige Stuttgarter mit ivorischen Wurzeln im Sommer 2011 nach London wechselte, hat Wenger ihn auf dem Zettel. "Ich habe ihn schon vor langer Zeit in die erste Mannschaft integriert, weil ich seine Qualitäten gesehen habe", sagt der Franzose. Jetzt scheint die Zeit reif für den nächsten Schritt. "Diese Saison hat er sich enorm entwickelt. Was er zeigt, ist vielversprechend. Ich glaube fest an ihn."

Was aber ist es, das Wenger an dem Deutschen fasziniert? Auf den ersten Blick erinnert Gnabry an David Odonkor. Beide sind nicht nur gleich groß, Gnabry ist auch ebenso schnell wie der Ex-Nationalspieler zu dessen besten Zeiten. Doch was den Gunner von Odonkor abhebt, ist eine Kombination aus technischer Finesse und Robustheit. "Er hat den Körper, sich zu behaupten. Wir haben einige Spieler mit ähnlichen technischen Fähigkeiten, aber keiner ist so stark wie er", schwärmt Wenger.

Dazu kommt die britische Härte, die sich Gnabry angeeignet hat. Oft ist er nur durch Fouls zu stoppen. Doch anstatt sich bei jedem Trikotzupfer fallen zu lassen, ist Gnabry kaum von den Beinen zu holen. Eine Qualität, die nicht nur mit Fairness, sondern mit Willen und Durchsetzungskraft zu tun hat. Und eine Qualität, die ihm im Defensivspiel weiterhilft. Gegen Tottenham gehörte er zu den zweikampfstärksten Spielern seines Teams und zeigte, dass er auch das Spiel gegen den Ball bereits beherrscht.

"Wenn er einen mitbekommt, steht er wieder auf"

Entsprechend begeistert waren seine Teamkollegen. "Der Junge hat Qualitäten, die nicht viele Spieler haben", lobte Mikel Arteta, spanischer Abräumer vor der Viererkette. "Er ist ein Boxer, ein Kämpfer. Und er hat Charakter. Er lässt sich nicht einschüchtern. Und wenn er einen mitbekommt, steht er wieder auf und spielt weiter."

Gnabry ist längst fester Bestandteil der Profimannschaft. Bislang kommt er zwar erst auf fünf Ligaeinsätze, doch im Kader war er fast ausnahmslos immer, und nach Walcotts Aus steht er endlich auf dem Sprung. "Ich hoffe, dass ich beweisen kann, zu was ich im Stande bin und dass das Team mich braucht", sagte der 18-Jährige nach seiner Gala selbstbewusst.

Löw: "Wir haben ihn im Auge"

Das deutsche Nachwuchstalent weiß, was die nächsten Wochen für ihn und seinen Klub bedeuten. Arsenal kämpft als Tabellenführer um die Meisterschaft und trifft im Champions-League-Achtelfinale auf den FC Bayern. Zusammen mit dem FA Cup geht es also um drei Titel. Sollte Arsenal erfolgreich sein und Gnabry daran entscheidenden Anteil haben, könnte auf den Jungen sogar noch eine Extra-Überraschung warten.

Joachim Löw hat angekündigt, eventuell einen Youngster in das Aufgebot der WM 2014 berufen zu wollen. Zurzeit mögen Timo Werner und Max Meyer aufgrund ihrer regelmäßigen Einsätze in der Bundesliga bessere Karten haben. Doch das könnte sich schnell ändern. Sollte sich Gnabry in Arsenals Elf fest spielen, dürfte der Bundestrainer sehr genau hinschauen. "Der Junge ist richtig gut, er hat außergewöhnliche Qualitäten. Wir haben ihn im Auge", sagte Löw bereits im November, kurz nachdem er und Hansi Flick den aktuellen U19-Nationalspieler live im Stadion gegen Swansea City gesehen hatten – und Gnabry passenderweise sein erstes Premier-League-Tor erzielt hatte.

Wenger: "Auf dem Top-Level geht es um Konstanz"

Im Sommer wird Gnabry drei Jahre Arsenal im Blut haben, inklusive Wengers Kombinationsspiel, das Löw so schätzt. Wenig verwunderlich also, dass auch andere Trainer auf ihn aufmerksam geworden sind. Jürgen Klopp soll ein großer Fan sein. Allerdings wurde das Gerücht, Borussia Dortmund sei an Gnabry interessiert, in London amüsiert weggelächelt. Schließlich hat der 18-Jährige gerade erst einen neuen Vertrag bis 2018 unterzeichnet.

Dann wäre er 23 Jahre alt und noch immer ein junger Spieler. Es könnte allerdings sein, dass Gnabry schneller erwachsen wird als er es sich gedacht hätte. "Auf dem Top-Level geht es um Konstanz", mahnt sein Trainer. "Er hat alles, was es dazu braucht. Jetzt muss er zeigen, dass er diese Leistung in jedem Spiel abrufen kann." Gnabry weiß, was dazu nötig ist. Dem Boss zuhören und lernen.

 

Sehr geehrte User,
wegen zahlreicher menschenverachtender, beleidigender Beiträge mussten wir uns dazu entschließen, an dieser Stelle keine Kommentare zuzulassen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Ihre t-online.de-Sportredaktion

Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir bei bestimmten Themen und bei erhöhtem Aufkommen die Kommentarfunktion nicht zur Verfügung stellen. Warum das so ist, erfahren Sie in einer Stellungnahme der Chefredaktion.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE
Soll Serge Gnabry mit zur WM nach Brasilien?
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal