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Diego und Atlético Madrid: Umjubelter Einstand bei Europas Team der Stunde

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Diegos Rückkehr  

Umjubelter Einstand bei Europas Team der Stunde

03.02.2014, 18:44 Uhr | fh, t-online.de

Diego und Atlético Madrid: Umjubelter Einstand bei Europas Team der Stunde. Neuzugang Diego hat für Atlético Madrid bei seinem Zweitdebüt direkt ins Schwarze getroffen. (Quelle: imago/Cordon Press/Migueletz Sports )

Neuzugang Diego hat für Atlético Madrid bei seinem Zweitdebüt direkt ins Schwarze getroffen. (Quelle: Cordon Press/Migueletz Sports /imago)

Von Florian Haupt

Was für ein Tag, um zurückzukehren. 54.000 Zuschauer im Estadio Vicente Calderón würdigten den verstorbenen Luis Aragonés; die Fans legten Blumen nieder vor dem Eingangstor acht – seiner alten Rückennummer – und gedachten ihm zu Beginn der Partie in acht Schweigeminuten. Dass Atlético just am Tag nach dem Tod seiner Vereinslegende erstmals seit 1996 die Tabellenspitze eroberte, durfte als Komplizentum des Schicksals verstanden werden. Und mitten in so einen historischen Abend platzte dann also auch noch Diego Ribas da Cunha.

Eine Randnotiz? Mitnichten. Schon bei der Bekanntgabe der Aufstellungen erntete der von Wolfsburg gekaufte Mittelfeldspieler den größten Applaus von den an diesem Tag besonders leidenschaftlichen Anhängern eines Klubs der Emotionen. Als er in der 57. Minute dann eingewechselt wurde, erhob sich das komplette Stadion zu einer Ovation. "Diego, Diego": Anderthalb Jahre des Wartens fanden ihr Happyend.

Diego und Atlético, das hatte schon in der Saison 2011/12 gepasst, als er nach seinem Ersatzbankstreik von Felix Magath für ein Jahr nach Spanien verliehen wurde. Seitdem wollten beide zueinander zurück, jetzt hatten sie sich endlich wieder. Die Glückseligkeit perfekt machte die 87. Minute, sein Tor zum 4:0-Endstand gegen Real Sociedad, das allen vor Augen führte, dass er derselbe Weltklassespieler geblieben ist, der damals ging – eine Flanke ließ er über seinen Fuß und dadurch den Gegenspieler ins Leere laufen, ehe er den Ball unter die Latte drosch. Das Bild, wie er an der Eckfahne jubelte und die Hände zum Himmel erhob, fehlte anderntags in kaum einer Zeitung.

Atlético überflügelt Barca und Real

Diego ist nicht irgendein Wintereinkauf des erstaunlichen Atlético, das mit drei Punkten vor Barcelona und Real Madrid die Primera División anführt, von 36 Saisonspielen erst eines verloren hat und an diesem Mittwoch (auswärts) und kommenden Dienstag im Pokal-Halbfinale auf den Lokalrivalen Real trifft. Diego ist der Name, mit dem Trainer Diego Pablo Simeone seinem Präsidium anderthalb Jahre in den Ohren lag. Auch öffentlich sprach der Coach immer wieder von seinem Wunsch nach einer Rückholaktion, die mal daran scheiterte, dass Wolfsburg ihn nicht hergeben wollte, mal daran, dass Atlético sein Gehalt nicht stemmen konnte, und meistens an beidem.

Kurz vor Ende des Wintertransferfensters am Freitag kam dann die überraschende Einigung: für 1,5 Millionen Euro Ablöse ließ Wolfsburg den 28-jährigen Brasilianer schon ein halbes Jahr vor Vertragsende gehen, derweil der Spieler wohl Abstrichen beim Salär zustimmte. Simeone ließ keinen Tag ungenutzt verstreichen. Am Samstag berief er ihn gleich in den Kader, da saß Diego noch im Flugzeug aus Deutschland. Und am Sonntag ließ er ihn gleich spielen, noch bevor er offiziell vorgestellt wurde.

"Der verlorene Sohn kehrt zurück"

"Als wäre ich nur einen Tag weggewesen von Atlético", jubelte Diego nach dem perfekten Zweitdebüt. "Der verlorene Sohn kehrt zurück", schrieb "Marca", "Willkommen zuhause, Crack!", ergänzte Klubikone Paulo Futre in seiner Kolumne. Mitten in einer sowieso grandiosen Saison noch so einen guten Spieler verpflichtet zu haben, lässt die Atlético-Familie vor den mit Spannung erwarteten Pokalderbys einen neuen Gipfel des Hochgefühls erklimmen. Keine andere Mannschaft in Europa konnte sich im Winter ähnlich gut verstärken, auch Manchester United mit dem 43 Millionen Euro teureren Juan Mata nicht. Denn nur Atlético kann sich sicher sein, dass der Neue auf Anhieb funktioniert. Weil er der Alte ist, mit dem man 2012 die Europa League gewann.

"Er hat gezeigt, warum wir in letzter Zeit so oft um ihn gebeten haben", sagte Simeone nach der ersten halben Stunde der Ära Diego II. "Er wird uns geben, was man gesehen hat: Persönlichkeit, Können, Aggressivität – immer wenn der Ball bei ihm vorbeikommt, wird es gefährlich." Diego hilft doppelt, er kann dem frenetischen Kampfspiel der Madrilenen wichtige Momente der Ruhe geben und ihren Konterfußball mit seiner Kreativität veredeln. "Diegos magnetisches Verhältnis zum Ball, seine Leichtigkeit, ihn abzuschirmen und einzuschläfern, bis er das Spiel beschleunigt, flößte Atlético unbegrenztes Zutrauen ein", resümierte "El Pais" den Kurzeinsatz, während dem das Ergebnis von einem wackligen 1:0 auf das triumphale 4:0 geschraubt wurde.

Wie vernagelt 
Stürmer beißen sich an dieser Abwehr die Zähne aus

Was sie auch versuchen, der Ball will einfach nicht über die Linie. Video

"Sie haben immer um mich gekämpft"

Ist Atlético also schon exzellent bedient mit der neuerlichen Liaison, was soll Diego selbst erst sagen? Vor ein paar Tagen noch in der Wolfsburger Provinz und im gehobenen Bundesliga-Mittelfeld, jetzt an einem Epizentrum des Fußballs mit der Chance auf drei Titel, darunter eine Meisterschaft, die angesichts eines viermal kleineren Etats gegenüber Real und Barca einem nicht für möglich gehaltenen Märchen gleichkommen würde. "Obwohl sie jetzt eines der besten Teams Europas sind, haben sie immer um mich gekämpft", sagt Diego. Einem mit Künstlerseele wie ihm tut das besonders gut. "Meine Beziehung zu Simeone ist spektakulär. Sein Vertrauen in mich macht den Unterschied aus bei meinen Entscheidungen und bei denen, die ich noch treffen muss." Vorerst läuft sein Vertrag bis Saisonende.

Danach kommt auch noch eine WM im eigenen Land, und selbst auf die hat er mit dem Wechsel zu einem immer weniger geheimen Champions-League-Favoriten wieder Außenseiterchancen. Im Fußball kann es bekanntlich sehr schnell gehen. Aber so schnell wie jetzt bei Diego? Nur mit Schicksal und mit viel Gefühl.


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