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Lewis Holtby: "Die vergangenen Tage waren turbulent"

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Die Gründe für den Wechsel  

Lewis Holtby: "Die vergangenen Tage waren turbulent"

07.02.2014, 10:17 Uhr | t-online.de

. Da geht's lang: Lewis Holtby geht ab sofort für den FC Fulham auf Torejagd. (Quelle: imago/BPI)

Da geht's lang: Lewis Holtby geht ab sofort für den FC Fulham auf Torejagd. (Quelle: imago/BPI)

Das Interview führte Mark Weidenfeller

Lewis Holtby hat eine turbulente Winterpause hinter sich. Der 23-Jährige, der bei Tottenham Hotspur in letzter Zeit nicht so recht über den Status des Ergänzungsspielers hinauskam, stand bei einigen Klubs auf dem Wunschzettel. Zuerst sah alles nach einer Rückkehr zu Schalke 04 aus, dann war plötzlich der Revierrivale Borussia Dortmund im Rennen. Letztendlich landete Holtby dann beim FC Fulham - und befindet sich seitdem mittendrin im Abstiegskampf der Premier League.

Im Interview mit t-online.de spricht der dreimalige A-Nationalspieler über seinen Wechsel ans andere Ende der Stadt, die schwierige Zeit bei den Spurs und eine mögliche Rückkehr in die Bundesliga.

t-online.de: Herr Holtby, seit knapp einer Woche sind Sie nun Spieler beim FC Fulham. Wie waren die ersten Tage bei Ihrem neuen Verein?
Lewis Holtby: Es ging letztlich alles sehr schnell, die vergangenen Tage waren extrem turbulent. Der Verein tut aber alles, um mir das Leben so leicht wie möglich zu machen und die Integration ins Team zu erleichtern. Mein erster Eindruck ist durchweg positiv - die Jungs sind super, die Trainingseinheiten intensiv und abwechslungsreich, ich stand direkt nach einem Tag in der Startelf. Das einzige, woran ich mich noch gewöhnen muss, ist der längere Anfahrtsweg. Ich bin jetzt viel mit dem Zug und der U-Bahn unterwegs, das Leben eines Pendlers kannte ich so noch nicht.

Sportlich hätten Sie sich den Start aber sicher anders vorgestellt. In der Liga setzte es eine 0:3-Schlappe gegen Southampton, im Pokal war gegen Drittligist Sheffield United Schluss.
Klar sieht es erst einmal tragisch aus, wenn man gegen einen Drittligisten rausfliegt. Aber in dem Spiel waren die Neuzugänge, also auch ich, nicht spielberechtigt. Zudem haben einige Leistungsträger gefehlt, da kann das schon mal passieren. Und auch die Niederlage gegen Southampton war nicht so deutlich, wie das Ergebnis vermuten lässt. Die erste Halbzeit war sehr gut, wir haben uns viele Chancen erarbeitet und hätten eigentlich in Führung gehen müssen. Ab der 60. Minute sind wir dann etwas eingebrochen, was natürlich nicht passieren darf. Aber das Team macht gerade einen Umbruch mit, viele Spieler müssen integriert werden. Ich persönlich kannte noch nicht mal alle meine Mitspieler, geschweige denn deren Laufwege. Das muss sich alles noch einspielen, dann wird das besser. Ich bin davon überzeugt, dass wir im Abstiegskampf bestehen und den Klassenerhalt schaffen werden.

Sie sprechen den Abstiegskampf an. Was gab den letztlich den Ausschlag, ausgerechnet zum Tabellenletzten zu wechseln?
Diese Frage lässt sich relativ leicht beantworten: Ich will einfach spielen und Woche für Woche zeigen, was ich kann. Es waren einige Vereine an mir interessiert, aber bei Fulham hat einfach das Gesamtpaket am besten gepasst. Ich kann auf meiner Lieblingsposition hinter den Spitzen spielen und muss nicht schon wieder umziehen. Meine Freundin ist erst vor kurzem von Deutschland nach London gezogen, da spielen dann einfach auch mal private Gründe eine Rolle. Zudem gefällt mir die Philosophie des Trainers (René Meulensteen, Anm. d. Red.) hervorragend. Er vertraut mir, das ist sehr wichtig für mich.

Hat genau dieses Vertrauen des Trainers in Tottenham gefehlt? War das der Grund für Ihren Wechsel?
Tottenham war am Ende sicher eine schwierige Zeit. Ich habe immer alles gegeben und mich in jeder Einheit angeboten. Der Trainer hat mir sogar bestätigt, dass ich beinahe durchgehend Trainingsbester war. Aber trotzdem habe ich selten gespielt. Ich durfte zwischendurch mal drei Spiele am Stück machen, habe gute Leistungen gezeigt und saß dann plötzlich wieder draußen. Das ist für mich als hungrigen und jungen Spieler dann natürlich nicht ganz leicht. Ich brauche Spiele, will auf dem Platz stehen und der Mannschaft helfen. Weil ich das nicht machen konnte, musste ich was ändern.

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War der Rausschmiss von André Villas-Boas letztlich schlecht für Sie?
Das kann und will ich so pauschal nicht sagen. Natürlich war es so, dass mich Villas-Boas gefördert hat. Er wollte mich haben, hat mir das nötige Vertrauen geschenkt und auf mich gesetzt. Die Spurs haben einen großen Kader, da ist eine gewisse Rotation völlig normal, damit kann ich auch absolut leben.

Und was ist dann passiert?
Mit dem Trainerwechsel kam es dann zu einer Systemumstellung, die sicher nicht von Vorteil für mich war. Der neue Trainer Tim Sherwood steht eben auf andere Spielertypen, das muss man ihm zugestehen und versuchen zu akzeptieren. Auch wenn es schwerfällt. Meine Einsatzchancen wurden in den letzten Wochen trotz harter Arbeit immer geringer. Also habe ich entschlossen, mich zu verändern, um wichtige Matchpraxis in der Premiere League zu bekommen. Mir ist es aber wichtig festzuhalten, dass ich in Tottenham nicht gescheitert bin. Jedes Mal, wenn ich nicht im Kader stand, war ich entweder verletzt oder nicht spielberechtigt. Das sah nach außen hin vielleicht manchmal anders aus, aber genauso war es. Ich war in der Mannschaft super integriert, habe viele neue Freunde gefunden und habe mich auch von jedem persönlich verabschiedet. Mit einigen werde ich mich sicher auch weiterhin treffen, ich bin ja nicht aus der Stadt. Und vielleicht im Sommer wieder zurück.

Aus der Stadt - und sogar aus dem Land - wären Sie, wenn die Rückkehr zu Schalke geklappt hätte. Woran ist das gescheitert?
Zu diesem Thema ist schon so viel geschrieben worden, vieles davon hat nicht gestimmt. Das will ich jetzt nicht noch weiter befeuern. Fakt ist, dass offenbar einige Vereine interessiert waren, auf Details oder Namen möchte ich aber nicht eingehen. Es war letztlich aber auch so, dass ich das Kapitel Premier League noch nicht abschließen wollte. Es ist nach wie vor ein Traum für mich, hier zu spielen. Und das will ich noch ein bisschen auskosten.

War ein Wechsel zu Borussia Dortmund denn eine ernsthafte Option?
Auch dazu möchte ich nichts sagen. Ich gebe ehrlich zu, dass mein Berater einige Anrufe bekommen hat. Wer da jetzt alles dabei war, wissen er und ich. Und dabei wird es bleiben. Ich habe mich bewusst für den FC Fulham entschieden, hier werde ich ein halbes Jahr lang alles geben und mich für weitere Aufgaben empfehlen. Was dann im Sommer passiert, steht auf einem anderen Blatt.

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Ein Wechsel in die Bundesliga ist nach dieser Saison also durchaus realistisch?
Im Fußball ist alles möglich. Ich schließe generell nichts aus und mache immer das, was für mich und meine Karriere am besten ist. Offiziell habe ich bei Tottenham noch einen Vertrag bis 2018 und kehre nach der Rückrunde dorthin zurück. Jetzt werde ich mich aber erst einmal voll und ganz auf Fulham konzentrieren. Ich bin überzeugt davon, dass mich diese Aufgabe weiterbringt. Der Abstiegskampf ist eine Challenge der ganz besonderen Art, das wird mich auf alle Fälle weiterbringen. Ich werde Selbstvertrauen sammeln und dann die nächste Aufgabe angehen. Wir werden sehen, wohin die Reise führt.

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