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Mr. Medicine Ball: Respekt und Skepsis gegenüber Magath

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Mr. Medicine Ball: Respekt und Skepsis gegenüber Magath

16.02.2014, 12:53 Uhr | dpa

Mr. Medicine Ball: Respekt und Skepsis gegenüber Magath. Die britische Presse hat schon jetzt ihren Spaß mit Felix Magath und alle gängigen Klischees ausgepackt.

Die britische Presse hat schon jetzt ihren Spaß mit Felix Magath und alle gängigen Klischees ausgepackt. Foto:. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Eine Sorge war Felix Magath schon vor seinem ersten Training beim FC Fulham los. Völlig entspannt konnte er zum Motspur Park im Südwesten Londons fahren. Um seinen Ruf als knallharter Retter musste sich der erste deutsche Coach in der Premier League keine Gedanken machen.

Die Schlagzeilen der englischen Medien ließen keinen Zweifel, was die akut abstiegsbedrohten Fußball-Profis von Fulham nun erwartet - harte Arbeit. "Felix, der Schreckliche", titelte die Zeitung "The Sun". Der "Independent" fragte sich: "Magath - Der Verrückte oder der Messias?" Es scheint eine Frage der Zeit, bis Medizinbälle mit Magath-Konterfei auch im Fanshop am Stadion Craven Cottage ins Souvenir-Sortiment aufgenommen werden.

Alle in Deutschland gängigen Klischees über den seit seinem missglückten zweiten Engagement beim VfL Wolfsburg im Oktober 2012 arbeitslosen Trainer waren auf der Insel schnell verbreitet. Englands schonungslose Presse machte es sich einfach, bediente sich an der in Deutschland herrschenden Meinung und schreckte auch vor geschmacklosen Magath-Spitznamen wie Saddam nicht zurück. Die Willkommensgrüße in Copy-Paste-Manier waren notwendig: In England ist Magath trotz seiner Erfolge in Deutschland selbst unter Fußball-Insidern bislang praktisch nicht bekannt.

Das soll sich ändern, denkt sich Magath und übersetzt als erste Werbemaßnahme in eigener Sache seine Facebook-Statements nun auch ins Englische. "Die ersten Eindrücke sind großartig. Die Arbeitsbedingungen sind phantastisch, der Verein wird von einem Spitzenmanagement professionell geführt, das Umfeld bietet ausgezeichnete Bedingungen. Alles lebt hier für den Fußball. Und jetzt geht es an die Arbeit", schrieb Magath. Auf eine in England übliche Vorstellungs-Pressekonferenz wurde vorerst verzichtet. Auf diesem Wege will sich Magath erst vor dem ersten Spiel am kommenden Samstag bei West Bromwich Albion präsentieren.

Fulham könnte für Magath tatsächlich ein kleines Paradies sein - wesentlich schöner jedenfalls als ein Arbeitsleben beim deutschen Chaos-Club Hamburger SV. Zwölf Spiele hat der 60-Jährige Zeit, einen ordentlichen, aber bislang enttäuschend agierenden Fulham-Kader auf Kurs zu bringen. Die drei deutschen Profis Lewis Holtby, Sascha Riether und Ashkan Dejagah hat er bei Schalke 04 und in Wolfsburg schon trainiert. Mit einem Sieg in seinem Auftaktspiel kann der Abstand auf den rettenden 17. Platz auf einen Punkt verkürzt werden. In England weiß man immerhin, dass Magath in der Bundesliga schon härtere Jobs erledigt hat.

Gelingt die Rettungsmission beim derzeitigen Schlusslicht, ist auch sicher, dass Magath im Sommer seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und hemmungslos auf dem Transfermarkt zuschlagen kann. Der milliardenschwere Club-Besitzer Shahid Khan, der optisch als Magath-Double mit großem Schnäuzer durchgehen könnte, dürfte tief in die gutgefüllten Taschen greifen - ohne lästige Nachfragen bei Club-Gremien oder Aufsichtsräten.

Mit einer Mischung aus Respekt und Skepsis wurde Magath auf der Insel empfangen. Harte Arbeit wird in Englands-Fußball immer noch geschätzt. Aber was da aus Deutschland über den Kanal schwappte, machte auch stutzig. Der "Daily Mirror" reihte mehrere alte Zitate von Bayern-Präsident Uli Hoeneß aneinander, der Magath als schlechten Trainer und Menschenschinder verunglimpft.

Angekommen ist in England auch die aktuelle Kritik von Lothar Matthäus - selbst seit langem auf der Suche nach einem Trainerjob - an der Verhandlungs-Doppelstrategie Magaths mit dem HSV und Fulham. "Ich weiß ja nicht, was 'Fairplay' bedeutet. Ich glaube, dass das ein No-Go war, was Magath gemacht hat. Er hat viele Leute verarscht", sagte Matthäus als Experte des TV-Senders Sky.

Gern rezitiert wurden die zahlreichen Anekdoten, die Magaths in England wohl bekannter Frankfurter-Ex-Spieler Jan-Aage Fjörtoft von kollabierten Spielern im Training bis zu Geldstrafen in der Halbzeitpause via Twitter verbreitete. Der Norweger blickte auch schon auf Magaths wichtigen Termin am 1. März voraus, wenn das West-Londoner-Derby mit dem FC Chelsea und ein Trainer-Duell mit José Mourinho ansteht. Magath sei zwar nicht wie der Portugiese "The Special One", aber "The Fittest One".

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