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Warum Real Madrid ohne Özil und Khedira derzeit so gut funktioniert

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Keine Sehnsucht nach den Deutschen  

Warum Real ohne Özil und Khedira so gut funktioniert

24.02.2014, 18:13 Uhr | t-online.de

Warum Real Madrid ohne Özil und Khedira derzeit so gut funktioniert. Bei Real Madrid läuft es ohne Mesut Özil (re.) und Sami Khedira blendend. (Quelle: imago/ActionPictures)

Bei Real Madrid läuft es ohne Mesut Özil (re.) und Sami Khedira blendend. (Quelle: imago/ActionPictures)

Von Florian Haupt

Auch in Madrid ist niemandem entgangen, dass momentan gar nichts laufen will für Mesut Özil beim FC Arsenal. Und so wie in London zuletzt die Begeisterung über den deutschen Spielmacher in Spott umgeschlagen ist, so hat sich auch bei den Anhängern seines Ex-Klubs Real die Stimmung gewandelt. Galt Özils Verkauf bis vor kurzem noch als historische Eselei, so weint ihm derzeit keiner eine Träne nach.

Was natürlich nicht nur an Arsenal mit Özil liegt, sondern vor allem am Madrid ohne Özil. Das hat seit Oktober nicht mehr verloren und führt vor dem Champions-League-Gastspiel bei Schalke 04 erstmals seit 20 Monaten wieder die spanische Liga an. Es wirkt ausbalanciert und belastbar wie lange nicht – obwohl neben dem abgewanderten Özil auch der zweite Deutsche derzeit keine Rolle spielt: Sami Khedira erholt sich noch von seinem im November erlittenen Kreuzbandriss.

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Di Maria glänzt auf Özils Position

Zufall? Oder nicht? Derselbe Trainer Carlo Ancelotti, der für die ungewohnte Solidität der Madrilenen verantwortlich ist, hat immer auf Khedira gesetzt und erst kürzlich wiederholt, er freue sich schon darauf, Khedira – wonach es derzeit aussieht – noch in dieser Saison wieder einsetzen zu können. Und Reals Aufwärtstrend war schon in den letzten Spielen mit dem Deutschen sichtbar. Aber es gibt schon auch jene, die es so sehen, dass Khediras Pech den Trainer zu seinem Glück gezwungen hat.

Als der Schwabe sich im Länderspieleinsatz das Knie verdrehte, hatte Ancelotti gerade auf ein 4-3-3-System umgestellt; mit Khedira neben Xabi Alonso und Luka Modric im Mittelfeld. In seiner Abwesenheit zieht der Trainer für gewöhnlich Modric etwas zurück und gibt die freie Stelle an Angel Di Maria. Der gelernte Flügelstürmer potenziert Reals Angriffsoptionen. Mit neun Toren und 14 Assists hat er diese Saison schon dieselben Kennziffern aufzuweisen wie Khedira in seinen dreieinhalb Jahren Madrid zusammen.

In der Defensive stimmt es auch

Auf Kosten der Defensive? Nicht wirklich. Gleichzeitig hat Real eine Stabilität erreicht, wie sie nicht einmal dem Ancelotti-Vorgänger und Abwehrfetischisten Jose Mourinho vergönnt war. Im Kalenderjahr 2014 haben die Madrilenen in 14 Partien Liga und Pokal erst drei Gegentore kassiert. Insbesondere das Mittelfeld funktioniert wie ein Uhrwerk, das von Ancelotti seit Amtsantritt immer wieder beschworene "Gleichgewicht“ ist hergestellt. Genau mit dessen Notwendigkeit hatte der Trainer im Sommer einen vom Präsidium erwogenen Verkauf Khediras abgelehnt.

Ancelotti scheint ein Meister darin zu sein, die Stärken und Schwächen, Möglichkeiten und Begrenzungen seiner Spieler zu erkennen und zu gewichten. Das Potenzial des vermeintlichen Flügelspielers Di Maria für eine zentralere Rolle etwa haben vor ihm nicht viele Kollegen gesehen. Jetzt ist es der Argentinier, nicht das von Präsident Perez wie vielen Journalisten favorisierte Supertalent Isco, für 30 Millionen Euro aus Malaga verpflichtet, der im taktischen Schema den abgewanderten Özil ersetzt.

Auszeiten à la Özil sind passé

Di Maria habe nicht so viel Talent wie Isco und erst recht nicht wie Özil, soll Ancelotti intern mehrfach betont haben – er hätte den Deutschen laut Vereinsinsidern auch nur zu gern behalten, trotz seiner öffentlichen Statements, den Transfer abgesegnet zu haben. Für sein geliebtes Gleichgewicht ist Di Maria jedoch eine ideale Lösung, denn er rackert wie ein Berserker, hat für einen Offensivspieler eine beachtliche defensive Intelligenz und kompensiert so zum Teil auch Khediras Abwesenheit. Die Auszeiten und Leistungsschwankungen eines Özil erlaubt sich der Argentinier eher nicht.

Den Teil von Özils Rolle, den Di Maria – oder der extrem aufgeblühte Modric – nicht ausfüllen können, die Antritte und Pässe aus der Halbstürmerposition etwa, steuert tendenziell Karim Benzema bei, was sich wiederum gut mit dessen Neigungen deckt: für einen Mittelstürmer besitzt der Franzose beachtliche Spielmacherqualitäten, und er lässt sich sowieso lieber fallen als im Strafraum zu lauern oder die leidenschaftliche Speerspitze zu geben. Benzemas Lizenz zur falschen Neun richtet Reals Spiel noch stärker auf den Torabschluss durch in die Mitte stoßende Flügelspieler aus. Nicht die schlechteste Taktik, denn davon profitiert neben Shooting Star Jese oder dem bisher wechselhaften Gareth Bale ja auch ein gewisser Cristiano Ronaldo.

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Das Team kompensiert die fehlenden Deutschen

Wenn man so will, hat Ancelotti den Abgang des deutschen Regisseurs wie den Ausfall des deutschen Arbeiters also systemisch gelöst. Und fügt sich das Puzzle ohne Özil und Khedira derzeit so gut zusammen, wie es das mit ihnen selten getan hat.

 

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