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Kann Magath den FC Fulham retten?

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Erstes Endspiel  

Kann Magath den FC Fulham retten?

07.03.2014, 17:11 Uhr | t-online.de

. Trainer Felix Magath hofft gegen Cardiff City auf den ersten Sieg mit Fulham. (Quelle: imago/BPI)

Trainer Felix Magath hofft gegen Cardiff City auf den ersten Sieg mit Fulham. (Quelle: BPI/imago)

Aus England berichtet Marc L. Merten

Am Samstagnachmittag herrscht Abstiegskampf pur in der englischen Premier League – und die Bundesliga ist mittendrin. Cardiff City, Vorletzter, empfängt Liga-Schlusslicht FC Fulham. Es ist auch das Duell zweier erst vor kurzem installierter Trainer: Ole Gunnar Solksjaer gegen Felix Magath. Und während der Cardiff-Coach mit einigen Ex-Spielern seines ehemaligen Klubs Manchester United antreten wird, hat Magath einige ehemalige Bundesliga-Kicker zur Auswahl.

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Spannung ist garantiert – und Tore auch. Immerhin treffen die beiden mit Abstand schlechtesten Defensivreihen aufeinander. Doch gerade beim FC Fulham soll das Schiff gerade noch rechtzeitig wieder auf Kurs kommen. Der neue Steuermann heißt Magath, die Mitglieder der Schiffsbesatzung unter anderem Lewis Holtby, Ashkan Dejagah, William Kvist und Sascha Riether.

Fulham wartet auf ersten Sieg seit Neujahr

Bei der Ausgangslage gibt es nichts zu beschönigen. Die Whites haben nicht nur bereits 62 Gegentore in 28 Spielen kassiert. Mit 21 Punkten ist man auch bereits vier Punkte vom rettenden 17. Tabellenplatz entfernt, wobei West Brom (17.) und Crystal Palace (16.) jeweils noch ein Spiel mehr zu absolvieren haben. Fulham hingegen hat noch zehn Saisonspiele vor der Brust und kaum Spielraum mehr für Fehler.

Den ersten Big Point hat das Team bereits verpasst, bei Magaths Einstand gegen West Brom gab es nur ein 1:1. Anschließend verlor man, allerdings wenig überraschend, gegen den FC Chelsea (1:3) und José Mourinho. Nun soll es gegen Cardiff endlich den ersten Sieg unter "deutscher Flagge" geben – und den ersten Dreier seit dem 1. Januar.

Trottelig, ignorant und unfähig?

Die Meinungen, ob Magath der Richtige ist und ob die Cottagers überhaupt die Klasse haben, selbige zu halten, gehen allerdings auseinander. Die englischen Medien empfingen ihn mit wenig schmeichelhaften Spitznamen ("Saddam", "Folterer") und verglichen ihn – offiziell nur rein äußerlich – mit dem Hamster Lübke aus der britischen Zeichentrickserie "Danger Mouse". Dem armen Lübke gelingt in den Episoden nur selten etwas, er gilt als etwas trottelig und ignorant, vor allem aber als unfähig.

Andere wiederum richteten zumindest warme Worte an den ersten deutschen Trainer eines Premier-League-Klubs. Mourinho floskelte über den "Mann mit großer Erfahrung", Magath werde sicher "viele Punkte holen und kämpfen". Dietmar Hamann (268 Spiele in der Premier League) sagte: "Magath hat das Zeug, sich in Fulham zu behaupten. Es ist eine große Aufgabe, die er jetzt vor sich hat. Der Klub hat einen neuen Besitzer. Man will das Stadion Craven Cottage ausbauen und dort dann natürlich Premier-League-Spiele austragen – und keine Zweitliga-Spiele."

Stillose Verpflichtung Magaths

Doch genau da liegt das Problem. Anspruch und Wirklichkeit gehen weit auseinander. Shahid Khan, der den Klub im Juli 2013 kaufte, träumte im vergangenen Sommer mit dem damaligen Trainer Martin Jol von einer großen Zukunft des FFC in Europa. Doch die Realität holte sie schnell ein. Von den ersten 13 Saisonspielen gingen neun verloren, Jol musste gehen. Auf ihn folgte sein Co-Trainer René Meulensteen, doch auch unter ihm ging es mit den Pleiten weiter: zehn aus 15 Spielen.

Gerade, als man in England das Gefühl bekam, die Mannschaft würde sich gegen den drohenden Abstieg stemmen, folgte der wenig ruhmreiche 14. Februar 2014. Völlig überraschend verkündeten erst Magath (via Facebook) und wenig später Fulham, einen Vertrag geschlossen zu haben. Ein stilloser Akt deswegen, weil Meulensteen davon zu diesem Zeitpunkt noch nichts wusste und erst zwei Tage später offiziell seiner Aufgaben entbunden wurde.

Och, so ein Tässchen Tee...

Man kann es Magath nicht anlasten, dass sein neuer Klub bewies, zumindest in Sachen Kommunikation nicht erstligareif zu sein. Ein gelungener Einstieg sah jedoch anders aus. Dass die englischen Medien jedoch nur am Rande und keinesfalls mit voller Wucht auf diesen eigentlich unwürdigen Akt eingingen, zeigte Magath aber auch direkt, welchen Stellenwert Fulham in England hat.

Das Stadion Craven Cottage mag zwar nur einen Steinwurf von der Stamford Bridge des großen FC Chelsea entfernt liegen, und Magath mag sich gefallen haben, als er jüngst über "Parallelen" parlierte, die er zwischen sich und Mourinho sehe. Doch beide Klubs und Trainer trennen momentan Welten. Nicht nur in Sachen sportlicher Relevanz. Fulham gilt auf der Insel als Sonderling, ähnlich wie der SC Freiburg in Deutschland. Irgendwie nett anzuschauen, aber wirklich spannend eigentlich nicht.

Während jedes Räuspern Mourinhos bei Journalisten mindestens ein Stirnrunzeln, wenn nicht gar wilde Spekulationen auslöst, dürfte das in Deutschland bekannte Teetrinken Magaths an Pressekonferenzen hier bald eher mit einem müden Lächeln betrachtet werden. "Oh, so ein Tässchen wäre jetzt wirklich was Feines." Magath mag bei seinem Amtsantritt von der "Tradition, die hier jeder riechen kann" geschwärmt haben. Und tatsächlich fühlt man sich im Craven Cottage zu Gast  in einer anderen Welt.

Neuaufbau im Sommer – auch in Liga zwei

Doch während es bei Chelsea nicht nur nach Fußball und Tradition, sondern auch nach Erfolg riecht (und manche sagen nach Geld – aber das ist ein anderes Thema), bekommt man in Fulham eher den Eindruck, man atmet die trockene Luft eines verstaubten Dachbodens. Shahid Khan hat Magath geholt, um diesen Staub zu entfernen, um den Klub nicht nur vor dem Absturz zu retten, sondern anschließend neu aufzubauen.

Selbst Mourinho wünscht Magath, "dass er in der Premier League bleibt und nächste Saison neu starten kann". Dafür muss, daran führt kein Weg vorbei, am Samstag gegen Cardiff ein Sieg her. Doch selbst für den Fall, dass Magath es nicht schaffen sollte, bedarf es keines Propheten, dass der erste deutsche Trainer in England im Sommer – auch dank des finanzstarken neuen Besitzers – eine Runderneuerung seines Teams vornehmen wird. Schließlich gilt sein Vertrag auch für Liga zwei. Vielleicht sehen wir bald also noch mehr ehemalige Bundesliga-Spieler im Londoner Südwesten.

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