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Primera Division: Beendet Real Madrid die Ära des FC Barcelona?

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Clasico als Zeitenwende  

Beendet Real am Sonntag Barcelonas Ära?

21.03.2014, 18:47 Uhr | t-online.de

Primera Division: Beendet Real Madrid die Ära des FC Barcelona?. Gesichter des Clasicos: Cristiano Ronaldo (l.) und Lionel Messi. (Quelle: imago)

Gesichter des Clasicos: Cristiano Ronaldo (l.) und Lionel Messi. (Quelle: imago)

Von Florian Haupt

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Der 7. Mai 2008 gilt als schwarzer Tag in der Geschichte des FC Barcelona. Weil Real Madrid just am Spieltag zuvor rechnerisch Meister geworden war, mussten die Katalanen vor dem Anpfiff im Estadio Santiago Bernabeu einer alten Tradition im spanischen Fußball folgend den Champions artig Spalier stehen.

Obendrein gab es gegen die damals von Bernd Schuster trainierten Hauptstädter eine 1:4-Packung. Es war der finale Sargnagel auf der Ära von Ronaldinho und Trainer Frank Rijkaard. Am nächsten Morgen wurde Pep Guardiola als neuer Coach bestimmt, der Rest ist Geschichte. 

Demütigungen gab es seitdem nur noch für die Madrilenen. 2:6 zuhause im Frühjahr 2009. 0:5 auswärts im Herbst 2010. In der gesamten Epoche Guardiola konnte Real quer durch alle Wettbewerbe kein einziges Heimspiel gegen Barca gewinnen. Vorige Saison wurde dieser Bann gegen Nachfolger Tito Vilanova zwar gebrochen, aber die Meisterschaft war da schon längt zugunsten der Gäste entschieden. 

Raus aus dem Schatten des FC Barcelona?

Diesen Sonntag nun bietet sich Real die ersehnte Chance, die Geschichte wieder umzuschreiben (ab 20 Uhr im Live-Stream bei LAOLA1.tv). Bei zurzeit vier Punkten Vorsprung wäre mit einem Sieg der Erzrivale aus dem Meisterschaftsrennen eliminiert, aber das ist es gar nicht mal so sehr. Für Madrid geht um ein Zeichen. Man glaubt, nicht nur ein Spiel gewinnen zu können, sondern auch wieder die einst angestammte Hegemonie über den spanischen Fußball.

Veteranen wie Iker Casillas –  in der Liga nur Ersatz – oder sein Vizekapitän Sergio Ramos haben lange Jahre ihrer Karriere im Schatten des FC Barcelona verbracht, denn auf dem Höhepunkt der Ronaldinho-Ära war Real ja auch schon regelmäßig vorgeführt worden, einmal 0:3 im eigenen Stadion, als die eigenen Fans dem Gegner applaudierten. Oder man nehme Cristiano Ronaldo: Trotz seiner individuellen Brillanz hat er in fünf Jahren Spanien erst eine Meisterschaft und einen Pokal gewonnen, weil er das Pech hatte, mit dieser Ausnahmeelf um Messi, Xavi, Iniesta zu konkurrieren. 

Darum wittert Madrid seine Chance

Man kann sich also denken, wie groß die Motivation in der Umkleide der Madrilenen ist, den Katalanen nun ihrerseits eine dieser Lektionen erteilen, die nicht nur in die Tabellen eingehen, sondern auch in die Geschichte. Nach fünf Monaten ohne Niederlage – die letzte datiert vom 1:2 im Hinspiel – fühlt sich Real für keine Aufgabe zu klein.

Die Gelegenheit scheint im 227. Clasico (bislang 90 Siege Madrid, 88 Barcelona, 48 Unentschieden) auch deshalb so besonders günstig, weil Barca im selben Zeitraum zu schwächeln begann und seit dem Hinspiel insgesamt zehn Punkte auf die Madrilenen verlor. Zuletzt ergaben grauenhafte und glänzende Darbietungen einen kruden Mix, den nicht mal der eigene Trainer Gerardo Martino zu dechiffrieren in der Lage scheint; jedenfalls gilt in Barcelona längst nicht mehr nur als Gerücht, dass der Argentinier den Klub nach einem Jahr im Sommer schon wieder verlassen werde. 

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Wer folgt auf Puyol & Co.?

"Zum ersten Mal seit langer Zeit ist Real Madrid wieder Favorit", kommentierte diese Woche der argentinische Fußball-Weise Jorge Valdano. "Real ist klar im Aufstieg begriffen, und Barcelona scheint sich dem Ende eines Zyklus zu nähern. Wir werden sehen, ob der Clasico diese Eindrücke bestätigt oder widerlegt."

Während Reals Elf derzeit als ideale Mischung von Routiniers, Talenten und Stars im besten Alter daherkommt, gilt in Barcelona als ausgemacht, dass es am Saisonende über die bereits angekündigten Abgänge von Carles Puyol und Torwart Victor Valdes hinaus zu einer Generalinventur kommen wird. Neue Reize scheinen erforderlich, zu sehr quält sich dieses einst epochale Team inzwischen mit dem Liga-Alltag. 

Messi vs. Ronaldo: verblüffende Fakten

Andererseits konnte beim souverän gewonnenen Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City die alte Klasse offenbar problemlos reaktiviert werden. Und der Clasico ist natürlich auch so ein Highlight. Die Motivation bei Barca ist daher kein Stück geringer. Es gilt, die ganzen Kritiker noch einmal so richtig Lügen zu strafen – und damit gleichzeitig das Interpretationsmuster von Reals Aufstieg und Barcas Fall.

Zuletzt funktionierte dieses allerdings auch für das ewige Duell im Duell. Cristiano Ronaldo gegen Lionel Messi – ihre Zahlen verblüffen immer wieder aufs Neue. Seit 2009, als Ronaldo nach Spanien wechselte, hat er in 236 Spielen 242 Tore geschossen. Messi kommt im selben Zeitraum auf 251 Spiele und 264 Tore. Jeweils ein Schnitt von mehr als einem Treffer pro Partie also, über fünf Jahre, in einem Fußball, der sich regelmäßig, diesmal mit fünf Viertelfinalisten in den zwei Europapokalen, als bester des Kontinents erweist. Auch im Marathon der Superstars gibt es jedoch neue Nuancen. 

Messi zeigt ein anderes Gesicht

Sie gehen über die offensichtliche Diagnose hinaus, dass Ronaldo nach vier Jahren Messi wieder als Weltfußballer abgelöst hat. Vielmehr haben sich auch die traditionellen Rollen in den letzten Monaten ein gutes Stück weit vertauscht. Ronaldo galt ja immer als der problematische Egozentriker und Messi als Everybody’s Darling, doch wo der Portugiese nicht nur immer besser, sondern auch immer zuverlässiger wird und diese Saison in mehr als einer schwierigen Partie den königlichen Karren aus dem Dreck zog, scheint Messi seine Genialitäten inzwischen divenhaft zu dosieren. 

Der Argentinier verlor im Zuge seines Prozesses wegen Steuerhinterziehung nicht nur seinen unbefleckten Ruf, sondern nahm sich diese Saison auch schon so manche Auszeit auf dem Platz, die regelmäßig seine Mitspieler mit nach unten zog. Oder ist es umgekehrt? Die Gelehrten streiten darüber, aber fest steht: Der Zyklus des FC Barcelona war immer auch der von Lionel Messi. Am Sonntag muss er ihn verteidigen, während sie in Madrid träumen, von einem Tag wie einst im Mai.

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