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Blatter befürchtet neue Massenproteste vor der WM

27.03.2014, 15:11 Uhr | dpa

Blatter befürchtet neue Massenproteste vor der WM. FIFA-Präsident Joseph Blatter rechnet bei der WM in Brasilien mit erneuten sozialen Unruhen.

FIFA-Präsident Joseph Blatter rechnet bei der WM in Brasilien mit erneuten sozialen Unruhen. Foto: Marcus Brandt. (Quelle: dpa)

Astana (dpa) - FIFA-Präsident Joseph Blatter fürchtet bei der Fußball-WM in Brasilien in diesen Sommer erneute Proteste der Bevölkerung.

"Beim Confederations Cup war der Fußball Opfer von sozialen Unruhen - und wie groß diese waren. Wir hoffen, dass sich das nicht wiederholt", erklärte der Chef des Weltverbands in Astana beim Kongress der Europäischen Fußball-Union UEFA. "Wir gehen davon aus, dass einige Unruhen weitergehen werden."

Dieser Einschätzung des Schweizers schloss sich die brasilianische Sozialforscherin Rosana Da Camara Teixeira in einem Vortrag an der Universität Bielefeld an. Einig seien sich alle Protestgruppen in ihrer Kritik, dass der Staat für die Fußball-WM umgerechnet mehrere Milliarden Euro ausgebe, gleichzeitig aber an Bildung, öffentlicher Infrastruktur und Gesundheit spare.

Während des WM-Probelaufs im vergangenen Sommer waren in Brasilien mehr als eine Million Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen soziale Ungerechtigkeiten zu protestieren. 150 000 Polizisten und Soldaten sowie 20 000 private Sicherheitskräfte sollen bei der WM nun Mannschaften und Fans schützen.

Die Fangruppen würden sich auch gegen die zunehmende Kommerzialisierung ihres Sports wenden, sagte die Forscherin. Es gebe die Befürchtung, dass der Besuch von Profi-Fußballspielen wegen steigender Eintrittspreise künftig nur noch Wohlhabenden möglich sein werde.

Blatter wandte sich beim UEFA-Kongress gegen Einwirkung von außen auf den Sport. Man habe wegen der umstrittenen Vergaben der Weltmeisterschaften an Russland (2018) und Katar (2022) politischen Druck bekommen. "Fußball ist Opfer seiner Popularität und seines Erfolgs", sagte der Schweizer. "Wir müssen unser Spiel schützen gegen den Einfluss der Politik."

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