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Zyklus des FC Barcelona ist nach Clásico-Pleite vorbei

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Nächste Titelchance dahin  

Die Ära des FC Barcelona ist vorbei

17.04.2014, 09:36 Uhr | t-online.de

Zyklus des FC Barcelona ist nach Clásico-Pleite vorbei  . Ratlose Gesichter bei Lionel Messi (li.) und Xavi Hernandez. (Quelle: dpa)

Ratlose Gesichter bei Lionel Messi (li.) und Xavi Hernandez. (Quelle: dpa)

Von Florian Haupt

Auf den Mannschaftsbus des FC Barcelona sind die Porträts der Spieler plakatiert. Die Tür des Teamgefährts öffnet sich genau unter dem Kopf von Lionel Messi. In der Nacht zum Donnerstag stieg ein Barca-Akteur nach dem anderen unter dem Blick des Vorzeigefußballers ein, der allerdings längst nicht mehr so heilig über ihnen wacht wie einst. Abgang und Abfahrt der Mannschaft aus Valencias Estadio Mestalla hatten vielmehr etwas von einem Requiem – nur die höhnischen Gesänge der Fans von Real Madrid störten die Trauerruhe.

Auch beim bitteren 1:2 im Pokalfinale gegen die Königlichen hatte Messi nur selektiv teilgenommen. Auch in diesem Spiel geriet Barcelona wieder in Rückstand. (Sehen Sie hier: Die Highlights des Spiels im Video)

Diesmal kam das Glück – anders als zuletzt in Champions League und Liga – zwar vorübergehend zurück, aber letztlich fehlten wieder Kreativität und Unnachgiebigkeit und am Ende auch das Glück. "Der Zyklus ist vorbei, möge ein neuer beginnen", titelte die klubnahe Zeitung "Sport" noch in der Nacht. Eines der größten Teams aller Zeiten beendet seine letzte Saison wohl ohne Titel.

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Bale macht die katalanischen Träume zunichte

Als ob es das Schicksal genauso gewollt hätte, schenkte es in der Schlussphase eines spannenden, aber selten hochklassigen Endspiels beiden Teams je eine große Chance. In der 85. Minute zog Reals Gareth Bale auf und davon, nicht einmal durch ein Foul von Barcelonas Marc Bartra zu stoppen, und schob nach einem Sprint über das halbe Feld den Ball durch die Beine von Torwart José Manuel Pinto. 2:1 für Real.

In der 90. Minute wurde Neymar glänzend freigespielt von Xavi, er war allein vor Madrids Torwart Iker Casillas und machte eigentlich alles ähnlich richtig wie vor ihm Bale, aber der Ball klatschte gegen den Pfosten und prallte von dort genau in die Hände von Casillas, der sich sofort mit einer Streicheleinheit beim Gestänge bedankte.

Barca braucht "frisches Blut"

Verführerische Symbolik, doch letztlich ist es natürlich so, dass es das große Barca von früher gegen ein ohne den verletzten Cristiano Ronaldo nicht gerade unwiderstehliches weißes Ballett gar nicht auf so ein russisches Roulette hätte ankommen lassen. Es hätte sich wohl auch nicht so leicht übertölpeln lassen wie vor dem 0:1, weil Dani Alves nicht so leicht den Ball gegen Isco verloren hätte.

Und es hätte am Ende des dergestalt eingeleiteten Konters kein 38-jähriger Ersatztorwart für den verletzen Victor Valdes gegen Angel Di María parieren müssen, so wie der nicht gerade reaktionsschnelle Pinto. Weil man sich rechtzeitig um die Dinge gekümmert hätte.

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Doch sie haben sich zu lange um nichts gekümmert, von den Dividenden dieses Teams gelebt, trotz immer deutlicherer Warnsignale – letzte Saison etwa die deftige Champions-League-Pleite gegen Bayern München – die Mannschaft nicht erneuert, ja nicht mal einen Innenverteidiger verpflichtet, als davon nur noch drei gelernte im Kader standen.

Mascherano wird zur Dauerlösung

Auch dafür gab es im Mestalla die Quittung: Gerard Pique war verletzt und der zum Saisonende abtretende Kapitän Carles Puyol ist auf diesem Niveau offenbar nicht mehr einsatzfähig. Also musste neben dem von der Not- zur Dauerlösung umfunktionierten Javier Mascherano, einem gelernten Mittelfeldspieler, der angeschlagene Youngster Bartra verteidigen. Dass er mit einem Kopfball nach Ecke – absolute Barca-Rarität – den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte, zeigte auch nur, wie sträflich solche Varianten sonst vernachlässigt werden in einem Team der Kurzen, in dem sogar einer der beiden Innenverteidiger – Mascherano – ausgewiesen klein ist.

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Alves: "Wir werden jetzt viel einstecken müssen"

Mit der Pleite hat Barcelona innerhalb einer Woche wohl alle drei Titelchancen vergeben, nach dem Aus in der Champions League gegen Atletico Madrid (1:1, 0:1) und der angesichts von jetzt vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Atletico vorentscheidenden Ligapleite beim Abstiegskandidaten Granada (0:1). "Wir werden jetzt viel einstecken müssen, so ist der Fußball, wenn du gewinnst, bist du wertvoll, wenn du verlierst, ein Dreck", sagte Verteidiger Dani Alves, eine der Stützen der großen Jahre, die mittlerweile längst über ihren Zenit wirken.

Martino nicht mehr tragbar?

"Eine harte Woche an allen Fronten", befand auch Trainer Gerardo Martino. Der gutmütige Argentinier erschien dennoch so aufgeräumt zur Pressekonferenz, als hätte er bloß ein Testspiel in der Saisonvorbereitung verloren. Womöglich war er einfach erleichtert, dass sich immer mehr das Ende seiner Amtszeit nähert, das er intern bereits vor Monaten verkündet haben soll. Nach einigen hoffnungsvollen Ansätzen wurde Martino nie warm mit dem komplizierten Mikrokosmos Barca.

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Selbst wenn er bleiben wollte – in der revolutionären Stimmung rund um den Verein wäre er nicht mehr zu halten. Nachdem die Veränderungen so lange verschleppt worden sind, fordert die Basis jetzt alles auf einmal: Eine Grunderneuerung des Kaders, so die FIFA das Transferembargo noch liftet oder zumindest aufschiebt (an das Gegenteil mag man in Barcelona gar nicht denken). Und einen Trainer, der seine Autorität durchsetzt und das Feuer in den Spielern wieder entfachen kann.

Ruf nach Klopp spricht für den Umbruch

Dass der Name von Jürgen Klopp auf der Wunschliste weit oben steht, zeigt wie groß die Sehnsucht nach einem Umbruch ist. Der BVB-Coach gilt nicht als Fan des typischen Spielstils der Katalanen ("Da wäre ich als Kind lieber zum Tennis gegangen"). Doch viele Anhänger sind derzeit so deprimiert, dass sie sogar eine Spielweise opfern würden, die bis vor kurzem in Barcelona noch als "unverhandelbar" galt.

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