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FC Liverpool zurück zu alter Stärke - mit Vorbild Borussia Dortmund

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Vorbild Borussia Dortmund  

Der Stolz der Anfield Road lebt wieder

12.05.2014, 10:22 Uhr | t-online.de

FC Liverpool zurück zu alter Stärke - mit Vorbild Borussia Dortmund. Liverpools Trainer Brendan Rodgers will sich an Borussia Dortmund orientieren. (Quelle: imago/Sportimage)

Liverpools Trainer Brendan Rodgers will sich an Borussia Dortmund orientieren. (Quelle: Sportimage/imago)

Aus England berichtet Marc L. Merten

Alles Hoffen hat nichts genützt: Der traditionsreiche FC Liverpool hat die 19. englische Meisterschaft verpasst. Letztlich kostete der Last-Minute-Kollaps an den beiden vorletzten Spieltagen die Reds den Titel. Da konnten selbst die Titanic und George W. Bush nicht mehr helfen.

Doch nach Jahren der Tristesse hat sich der ehemalige Rekordmeister nicht nur wieder für die Champions League qualifiziert. Die Mannschaft hat ihre Fans und ganz Fußball-England über die gesamte Saison hinweg begeistert. Vater des Erfolgs ist Coach Brendan Rodgers. Parallelen mit einem deutschen Erfolgstrainer lassen Liverpool hoffen, dass es nächste Saison mit der Meisterschaft klappen könnte.

Das Liverpool-Wunder bleibt aus

Zunächst aber ein Wort zum letzten Spieltag der Premier League 2013/2014: Die Geschichte ist schnell erzählt. Liverpool gewann zwar sein Match zuhause gegen Newcastle mit 2:1. Doch weil Manchester City sein Heimspiel gegen West Ham ebenfalls gewann (2:0), sicherten sich die Citizens und eben nicht Liverpool den Titel. Den hatten die Reds in den Spielen zuvor gegen Chelsea (0:2) und bei Crystal Palace (3:3 nach 3:0) eigenhändig verspielt. Und das nach einem fast unglaublichen Lauf von elf Siegen und 16 ungeschlagenen Spielen in Folge. Statt der ersten Meisterfeier an der Anfield Road nach 24 Jahren gab es die überhaupt erst vierte Titelsause für City.

Alles Hoffen der Fans vor dem 38. Spieltag hatte nichts gebracht. In den Social Media Netzwerken kursierten allerlei Wunder, die zeigen sollten, dass es Liverpool doch noch schaffen konnte. Wenn die unsinkbare Titanic untergegangen war, der unwählbare Anti-Politiker George W. Bush es gleich zweimal ins Oval Office geschafft hatte, und wenn ausgerechnet Jay-Z die superheiße Beyoncé Knowles zur Ehefrau nehmen konnte – dann, ja dann durfte der FC Liverpool wohl mit Fug und Recht auch noch an die Meisterschaft glauben.

Rodgers: "Das war erst der Anfang"

Das Wunder jedoch blieb aus. "Wir waren nicht darauf vorbereitet, den Titel holen zu können", hatte Luis Suarez, mit 31 Treffern Torschützenkönig und "Spieler des Jahres" in der Premier League, schon vor drei Wochen befürchtet – und Recht behalten. Die Nerven hatten dem mit vielen jungen Spielern gespickten Team einen Strich durch die Rechnung gemacht. Was nicht bedeutet, dass sie in Liverpool jetzt die Segel streichen. Im Gegenteil.

"Diese Saison hat uns den Glauben gegeben, dass wir es schaffen können. Wir haben unglaublich viel Erfahrung gesammelt, besonders die jungen Spieler", sagte Rodgers. "Das war erst der Anfang für uns." Man darf diese Worte durchaus als ernsthafte Warnung an die Konkurrenz verstehen. Schließlich hat der LFC mit einem Kader, dem man vor der Saison maximal Rang vier zugetraut hatte, 84 Punkte geholt und 101 Tore geschossen. Entsprechend schwang in jedem Wort, das er sprach, Stolz und nicht Enttäuschung mit. "Wir sind Zweiter geworden hinter dem reichsten und teuersten Team der Welt."

"Der beste Weg ist der von Borussia Dortmund"

Für mehr, das hatte Rodgers bereits vor einem Jahr angekündigt, bedürfe es außergewöhnlicher Umstände. Denn wenn man, wie der Nordire sagte, eben nicht die Möglichkeit habe, "wie Manchester City oder Chelsea mal eben 70 bis 80 Millionen Pfund auszugeben, musst du eben einen anderen Weg gehen“. Diesen anderen Weg, den die Reds dank und mit dem 41-Jährigen eingeschlagen haben, hat sich Rodgers von einem deutschen Klub abgeschaut.

"Der beste Weg ist der von Borussia Dortmund", sagte der Mann, den man bereits als "den englischen Klopp" bezeichnet hat. Wie Jürgen Klopp bei Mainz 05 hatte auch Rodgers, bevor er zu einem großen Klub wechselte, mit einem kleinen Team Bemerkenswertes geleistet. Swansea City führte er mit begeisterndem Offensivfußball als erstes walisisches Team in die Premier League, hielt den Klub anschließend von den Abstiegsrängen fern und wurde 2012 mit dem Ruf nach Liverpool belohnt.

Als er an der Anfield Road ankam, fand er einen Verein vor, der nur noch von den großen alten Zeiten lebte, in den Jahren zuvor aber nicht einmal mehr in der Champions League vertreten gewesen war. Nach dem Titel in der Königsklasse 2005 hatte sich die Lage bei den Reds dramatisch verschlechtert, der Klub stand kurz vor der Pleite. So wie einst der BVB. "Dann hat Dortmund alles von Grund auf neu aufgebaut. Heute ist es ein Team, das über fünf Jahre gewachsen ist", sagte Rodgers voller Bewunderung – und startete sein eigenes Projekt Liverpool mit einer ähnlich begeisterungsfähigen Art wie Klopp in Dortmund.

Das besondere Gespür für Spieler und Fans

Rodgers zeigte vom ersten Tag an, dass er über ein besonderes Gespür für Spieler wie für Fans hat. Einst zierten rote Netze die Tore an der Anfield Road. 1995 wurden sie, zum Ärger der Anhänger, durch weiße ersetzt. Doch der neue Trainer, nur einen Tag nach Vertragsunterzeichnung, setzte sich bei einer Stadiontour dafür ein, wieder rote zu montieren. Eine Kleinigkeit für den Klub, eine große Geste für die Fans. "Wir befinden uns in einer modernen Ära, aber es ist wichtig, dass wir die großartige Vergangenheit unseres Klubs nie vergessen", so Rodgers damals.

Kurz darauf ließ er ein Schild im Spielertunnel montieren, das dort von 1974 bis 1998 gehangen hatte. "This is Anfield" ist darauf zu lesen. "Damit wollten wir ein Stück Geschichte wiedererwecken, die große, erfolgreiche Zeit. Jetzt hoffen wir, dass wir eine solche erfolgreiche Zeit in den nächsten Jahren wieder erleben können."

"Die Fans dürfen wieder träumen"

Passend dazu lässt er spielen, was man heute als modernen Offensivfußball bezeichnet. "Der Ball ist mein Freund, nicht mein Feind", sagte er süffisant nach der Pleite gegen die Mauerkünstler des FC Chelsea und José Mourinho. Liverpool attackiert früh, verteidigt hoch, presst, wann immer möglich. Rodgers Spieler müssen flexibel sein, die Spieler in der Offensive rochieren ständig. Er fordert hohe Laufintensität, aggressives, aber faires Zweikampfverhalten. Seine Spieler sollen die Bälle im Spielfluss erobern, freie Räume sofort nutzen. Tiki taka braucht Liverpool nicht, Rodgers will schnell vorgetragene Angriffe sehen, viele Torabschlüsse.

Klopp hat beim BVB mit einer ähnlichen Spielweise drei Jahre gebraucht, um die erste Meisterschaft zu feiern. Rodgers hätte seinen ersten Titel beinahe schon im zweiten Jahr geholt. Ausgerechnet 25 Jahre nach der Hillsborough-Katastrophe hätten die Reds Trauer und Jubel vereinen können. Historie und Gegenwart in eine erfolgreiche Zukunft verwandeln, davon träumten sie alle. Jetzt planen sie die nächste Feier, nächstes Jahr, wenn sich die nächste Katastrophe des Klubs jährt – 30 Jahre nach den fatalen Ereignissen im Heysel-Stadion von Brüssel 1985 beim Landesmeister-Finale gegen Juventus Turin. "Die Fans durften dieses Jahr erstmals seit langem wieder träumen", sagte Rodgers nach Schlusspfiff gegen Newcastle. "Sie dürfen es weiter. Denn wir werden stärker zurückkommen."

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