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Ukraine-Krise: Profis von Schachtjor Donezk fürchten um ihr Leben

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Ukraine-Krise: Schachtjor-Profis fürchten um ihr Leben

23.07.2014, 07:56 Uhr | dpa

Ukraine-Krise: Profis von Schachtjor Donezk fürchten um ihr Leben. Douglas Costa fürchtet bei einer Rückkehr nach Donezk um sein Leben.

Douglas Costa fürchtet bei einer Rückkehr nach Donezk um sein Leben. Foto: Jan-Philipp Strobel. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der bewaffnete Konflikt in der Ukraine schränkt den Profi-Fußball im Land mehr und mehr ein. Der Brasilianer Douglas Costa sieht das Leben der Spieler beim Fußballclub Schachtjor Donezk in Gefahr. Die Profis gingen "alle ein tödliches Risiko ein, falls sie in der Region sind", teilte der 23-Jährige mit. "Ich mag den Verein, die Leute, die Stadt, aber ich habe Angst."

Er und seine Landsleute Alex Teixeira, Fred, Dentinho, Ismaily sowie der Argentinier Facundo Ferreyra hatten am Samstag nach einem Freundschaftsspiel in Frankreich den Rückflug zu ihrem Verein nach Donezk verweigert. "Wir wollen im Club bleiben, aber wir brauchen risikofreie Arbeitsbedingungen", rechtfertigte der Rechtsaußen Costa den Entschluss der Spieler.

Schachtjor-Besitzer Rinat Achmetow hatte den abtrünnigen Profis mit hohen Geldstrafen gedroht, sollten sie nicht umgehend zurückkehren. "Falls sie nicht kommen, denke ich, werden sie zuerst leiden", warnte der Oligarch die Profis auf der Vereins-Homepage.

Solche Vertragsangelegenheiten werden in der Regel von der FIFA geklärt. Sollte der Weltverband die Lage in der Ukraine nicht als entsprechend prekär einstufen, müsste er die Spieler international sperren.

Laut Club-Generaldirektor Sergej Palkin haben die Spieler aber keine harten finanziellen Strafen zu befürchten. "Unsere Hauptaufgabe ist nicht, die Jungs zu bestrafen, sondern sie zu überzeugen, dass die Rückkehr zum Club keine Bedrohung für ihr Leben oder ihre Gesundheit darstellt und absolut sicher ist", sagte Sergej Palkin im Interview mit der russischen Agentur Itar-Tass am Dienstag. Fred und Ismaily wollen sich bereits am Mittwoch wieder dem Verein anschließen, wie die russische Agentur R-Sport unter Berufung auf Palkin berichtet.

Schachtjor-Trainer Mircea Lucescu hatte den Agenten Kia Zhoorabkhyan beschuldigt, den Konflikt auszunutzen, um die Spieler an andere Vereine zu vermitteln. "Das ist ein echter Skandal", sagte er der französischen Zeitung "L'Equipe". "Er nutzt die Situation aus, um sie zu entführen." Schachtjor-Generaldirektor Palkin wiederum glaubt laut Itar-Tass nicht an eine Verwicklung des Agenten. "Kia ist in Fußballkreisen gut bekannt", sagte er. "Es hätte den unwiederbringlichen Verlust seines Rufs zur Folge und könnte viele Spieler von ihm abwenden."

In der Ostukraine liefern sich die ukrainische Armee und prorussische Separatisten seit längerem heftige Gefechte. Rund 60 Kilometer von Donezk entfernt war die Passagiermaschine MH17 am vergangenen Donnerstag abgestürzt. Auch die argentinischen Profis Jose Sosa, Jonathan Cristaldo, Alejandro Gomez und Sebastian Blanco weigerten sich zum ostukrainischen Erstligisten Metalist Charkow zurückzukehren, wie argentinische Medien berichten. "Die Spieler sind zur Rückkehr verpflichtet. Der Club hat keine Absicht, sie zu verkaufen", teilte der Verein auf seiner Homepage mit.

Die ukrainische Fußball-Föderation muss nun entscheiden, wo Schachtjor seine Heimspiele in der kommenden Saison austragen wird. Neben dem ukrainischen Meister müssen auch die ostukrainischen Vereine Metalurg Donezk, Olimpik Donezk and Zorya Lugansk auf alternative Orte ausweichen, weil ihre Heimatstädte von prorussischen Separatisten kontrolliert werden.

Die neue Saison startet am Freitag mit 14 statt 16 Clubs, nachdem zwei Vereine wegen der russischen Annexion der Krim nach der letzten Saison ausgeschieden sind. Nach Entschluss der Europäischen Fußball-Union (UEFA) soll es vorerst keine Partien zwischen Teams aus der Ukraine und Russland geben.

Der FC Kopenhagen soll Ende Juli im Champions-League-Qualifikationsspiel in der Ukraine auf Dnjepr Dnjepropetrowsk treffen. Der dänische Club hat die UEFA gebeten, deshalb die Sicherheitslage und die Reisemöglichkeiten zu prüfen.

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