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FC Barcelona: Es gibt noch Hoffnung für Marc-André ter Stegen

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Kampf um die Nummer Eins  

Es gibt noch Hoffnung für Marc-André ter Stegen

27.08.2014, 15:47 Uhr | t-online.de

FC Barcelona: Es gibt noch Hoffnung für Marc-André ter Stegen. Marc-André ter Stegen kämpft um den Platz zwischen den Pfosten beim FC Barcelona. (Quelle: imago/Ulmer)

Marc-André ter Stegen kämpft um den Platz zwischen den Pfosten beim FC Barcelona. (Quelle: Ulmer/imago)

Aus Barcelona berichtet Florian Haupt

Am Dienstag hatte das Warten ein Ende. Blauer Himmel über Barcelona, dreißig Grad, und Marc-André ter Stegen konnte wieder trainieren. Früher als gedacht nach seiner Fissur im Lendenwirbelbereich. Aber halt doch ein bisschen zu spät, denn das erste Pflichtspiel der Saison fand ja bereits zwei Tage zuvor statt, ohne ter Stegen.

Nach monatelangem Sehnen, nach einem minutiös eingefädelten Wechsel und nach akribischer Vorbereitung: eine vermaledeite Fissur.

Selber Dienstag, ein paar Stunden später. Claudio Bravo erschien zur Pressekonferenz. Auch er kam im Sommer als neuer Keeper zum FC Barcelona, auch er kostete zwölf Millionen Euro, wie ter Stegen. Bravo ist 31 und damit neun Jahre älter, den Chilenen begleiten die Referenz einer glänzenden WM – für die der Deutsche nicht mal nominiert war - und seine Erfahrung in der spanischen Liga, wo er zuvor acht Jahre in San Sebastian für Real Sociedad gespielt hatte. Ist er jetzt also Barcas Nummer Eins?

"Die Konkurrenz hebt das Niveau"

Bravo ist sich da alles andere als sicher. Erst anderthalb Stunden vor Spielbeginn gebe Trainer Luis Enrique immer die Aufstellung bekannt, das gelte auch für die Torleute. Zu denen gehört außerdem noch Jordi Masip, der von der zweiten Elf befördert wurde, wo er früher auch unter Luis Enrique spielte. "Ich trainiere, um auflaufen zu können, wenn ich an der Reihe bin", sagte Bravo. Die Konkurrenzsituation sei im Übrigen kein Problem: "Sie hebt das Niveau und wir verstehen uns sehr gut."

Das klingt überzeugend, aber es widerspricht so ziemlich allen Gepflogenheiten auf der Torwartposition. Man muss nicht Extreme wie den Streit zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann in der deutschen Nationalmannschaft beschwören, um eine klare Hierarchie unter Keepern für die Normalität im Fußball zu halten. Damals entschied sich Jürgen Klinsmann weit vor Beginn der WM 2006 (für Lehmann), um einen unkontrollierbaren Konflikt zu vermeiden. Auch Carlo Ancelotti legte sich bei Real Madrid vorige Saison fest, als er Iker Casillas für Champions League und Pokal nominierte, Diego Lopez aber für die Liga, und diese Prämisse über die ganze Saison durchhielt.

Ungewöhnliche Arbeitsteilung

Dennoch handelte es sich bei dieser Arbeitsteilung schon um einen sehr ungewöhnlichen Vorgang, jedenfalls für die sensible Torhüter-Szene. Angesichts der Einsamkeit des Torwarts auf dem Platz erscheinen Rückendeckung und Selbstverstrauen umso wichtiger. Bravo selbst kommentierte während der WM anlässlich des Falls Casillas: "Ein Torhüter muss im Wettkampf stehen und sich jede Woche lebendig fühlen."

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Im Fußball ist es eben nicht wie im Eishockey, wo die Trainer auch wegen der höheren Belastung für Körper und Konzentration gern rotieren lassen. Im Fußball hat ein Torwart auch mal weniger zu tun. Bravo bekam bei Barcas Liga-Auftakt gegen Elche (3:0) nicht einen gefährlichen Ball aufs Tor. Andererseits ist es ja oft so: Macht ein Torwart keine Fehler, bleibt er erst einmal drin.

Jedes Training ein Wettkampf

Aber Luis Enrique sieht womöglich auch das etwas unkonventioneller, zur Frage, wer Stammtorwart wird, hat er sich bisher nicht mal andeutungsweise geäußert. Der neue Trainer gilt als extrem kompetitiver Typ, und er versteht die permanente Reibung, den andauernden Kampf um die Plätze im Team als idealen Weg, um Barca aus der Selbstzufriedenheit und Melancholie der letzten Jahre zu führen. Offenbar wurde auch deswegen im Juni noch Bravo verpflichtet, nachdem im Mai bereits ter Stegen als Nachfolger des aus freien Stücken ausgeschiedenen – und wegen eines Kreuzbandrisses jetzt vereinslosen – Victor Valdes vorgestellt worden war.

"Am genauesten vorbereiteter Transfer der Klubgeschichte"

Der Mönchengladbacher war zuvor so intensiv gescoutet worden, dass die Zeitung "Sport" vom "am genauesten vorbereiteten Transfer der Klubgeschichte" schrieb. Bereits kurz nach seinem Bundesligadebüt 2011 soll er in das Visier der Katalanen geraten sein, von denen ihn mindestens drei Späher persönlich in Augenschein nahmen.

Sportdirektor Andoni Zubizarreta zeigte seinen Chefs schließlich ein 25 Minuten langes Video, um die Funktionäre von der Verpflichtung des Torwarts zu überzeugen, die wegen dessen Jugend, der fehlenden Champions-League-Erfahrung und seiner marginalen Rolle in der deutschen Nationalelf nicht unbedingt dem klassischen Beuteschema eines Megaklubs entsprach.

Zubizarreta, natürlich, war selbst Torwartlegende. 126-maliger Nationalspieler und zwischen 1986 und 1994 auch 410 Mal im Einsatz für den FC Barcelona. Seit seinem Abgang spielten 20 verschiedene Torhüter für den Klub, aber nur – mit Abstrichen – Ruud Hesp (144 Partien zwischen 1997 und 2000) und Eigengewächs Valdes (535 Partien) konnten sich ein dauerhaftes Platzhalterrecht erspielen.

Lange Liste der Gescheiterten

Wegen des offensiven Spielstils von Barcelona, der von den Torhütern fast Feldspielerqualitäten im Umgang mit dem Ball sowie enorme Nervenstärke bei den wenigen, aber dann oft klaren Konterchancen der Gegner erfordert, gilt der Posten als besonders anspruchsvoll. Der Verein verhielt sich zudem schon öfter kontraproduktiv, indem er die Loyalität zu einer festen Nummer eins verweigerte und damit Selbstzweifel bei seinen Torhütern nährte. Exzellente Keeper wie Vitor Baía, Pepe Reina, Rüstü Recber oder auch Robert Enke verließen Barca so als Gescheiterte. 

Der Zickzack-Kurs der letzten Monate fügt sich also gewissermaßen in die Tradition. Wo Zubizarreta den Deutschen bei der Präsentation noch als Nummer Eins im Sinn zu haben schien, sprach er während eines Besuchs in Brasilien kurz vor WM-Ende in kleiner Runde plötzlich vor allem über Bravo. Und so vermögen selbst intimste Klubkenner derzeit kaum zu prophezeien, wer mittelfristig die Nummer Eins sein wird.

Fans sind für Ter Stegen

Ohne seine Verletzung, das gilt als relativ ausgemacht, wäre ter Stegen der Favorit gewesen. In der Saisonvorbereitung hinterließ er den besten Eindruck, es heißt, Teamkollegen wie Trainerstab seien beeindruckt gewesen von seiner Akribie, Professionalität und Selbstsicherheit. Derweil patzte Bravo im Testspiel gegen Neapel (1:1), als er sich einen eher harmlosen Weitschuss einfing. Auch die Fans positionierten sich in Umfragen daher mit solider Zweidrittelmehrheit für ter Stegen.

Ob ihm das jetzt noch hilft, wo Bravo nun eben einmal drin steht im Tor? Der entscheidende Mann in dieser Angelegenheit, so betont Luis Enrique selbst, ist sein Assistent: Juan Carlos Unzue spielte selbst einst auf der Keeperposition, darunter auch zwei Saisons als Ersatzmann von Zubizarreta in Barcelona. Viel Torwartkompetenz also im Klub. Womöglich kommen ja auch daher die Probleme, sich zu entscheiden.

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