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Premier League knackt Milliarden-Grenze auf Transfermarkt

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Transferwahnsinn  

Premier League knackt Milliarden-Grenze

02.09.2014, 14:42 Uhr | sid

Premier League knackt Milliarden-Grenze auf Transfermarkt. Für den Argentinier di Maria überwies Manchester United 75 Millionen Euro an Real Madrid. (Quelle: imago/BPI)

Für den Argentinier di Maria überwies Manchester United 75 Millionen Euro an Real Madrid. (Quelle: BPI/imago)

Angesichts der maßlosen Transferausgaben der englischen Fußball-Klubs konnte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nur staunend mit dem Kopf schütteln. "Die können am letzten Tag vor Transferschluss noch richtig zulegen. Man hat gesehen, dass die in England deutlich mehr Geld zur Verfügung haben als wir in Deutschland", sagte er beim Camp Beckenbauer in Kitzbühel und fügte an: "Wir müssen uns diesem Wettbewerb stellen." Etwas anderes bleibt den Bayern auch kaum übrig.

Stunden zuvor hatte der kriselnde englische Rekordmeister Manchester United den kolumbianischen Torjäger Radamel Falcao (10 Millionen Euro/AS Monaco) auf Leihbasis verpflichtet. Auch der bei der WM erfolgreiche Daley Blind (Ajax Amsterdam) folgte dem Ruf von Teammanager Louis van Gaal und wurde für 18 Millionen Euro fest unter Vertrag genommen. Insgesamt 193 Millionen Euro investierte der Klub - alleine für den bei Real Madrid aussortierten Vizeweltmeister Angel Di Maria wurde die Rekordsumme von 75 Millionen Euro fällig.

Dieter Hoeneß appelliert an Platini

Der Trend in der Premier League ist besorgniserregend, in der Nacht auf Dienstag wurde schließlich die Schallmauer von einer Milliarde Euro geknackt. Um dem Treiben auf der Insel Einhalt zu gewähren, setzt Rummenigge auf die Regularien der UEFA. "Financial Fairplay sorgt für Rationalität und einen fairen Wettbewerb", glaubt er. Der ehemalige Hertha-Manager Dieter Hoeneß nimmt in diesem Zusammenhang insbesondere den UEFA-Präsidenten Michel Platini in die Pflicht.

"Platini muss die Dinge konsequent umsetzen, um einem solchen Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Die Bundesliga hat bewiesen, dass man mit einer geschickten Einkaufspolitik und einem guten Scouting wettbewerbsfähig sein kann", sagte Dieter Hoeneß bei "Servus-TV". Zwar investierte auch Bayern München knapp 50 Millionen Euro, im internationalen Vergleich hielt sich die Bundesliga aber vornehm zurück.

Premier League hat bei TV-Geldern die Nase vorn

In England protzte dagegen nicht nur United, auch Vizemeister FC Liverpool (151 Millionen Euro), der FC Chelsea (106), der FC Arsenal (97) und Titelverteidiger Manchester City (65) zückten das Scheckheft. Um endlich auch wieder zur internationalen Spitze zu gehören, scheint kein Preis zu hoch.

Ein Großteil der Summen wird durch die TV-Gelder gedeckt. Derzeit erhalten die 20 Premier-League-Klubs pro Jahr zusammen 1,2 Milliarden Euro - nur aus dem nationalen TV-Vertrag. Zum Vergleich: Die 36 Klubs der 1. und 2. Bundesliga bringen es derzeit auf 709 Millionen Euro.

Bundesliga setzt auf einheimische Talente

"Wir haben da einfach einen Rückstand", sagt Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, der gleichzeitig auch anregte: "Was würde die Bundesliga machen, wenn sie so viel Geld hätte? Wäre Deutschland dann auch mit 15 Bundesliga-Profis Weltmeister geworden?" Denn während den einheimischen Talenten in der Premier League regelmäßig große Namen vorgezogen werden, setzen viele Bundesliga-Klubs auf deutsche Perspektiv-Spieler. "Der Erfolg zeigt, dass der eingeschlagene Weg nicht ganz verkehrt ist", sagte Seifert.

Unter Druck 
Louis van Gaal erklärt den Fehlstart

Der Holländer ist mit Manchester United schlecht in die Saison gestartet. Video

In Spanien investierten derweil insbesondere die in der Liga von Atletico Madrid entthronten FC Barcelona und Real Madrid kräftig. Barça holte sich Uruguays WM-"Beißer" Luis Suárez (FC Liverpool) für kolportierte 94 Millionen Euro. Real ließ sich die Dienste von Weltmeister Toni Kroos (Bayern München) und WM-Torschützenkönig James Rodriguez (AS Monaco) 110 Millionen Euro kosten, für eine Leihgebühr von 2,5 Millionen Euro kam auch der Mexikaner Javier Hernandez (Manchester United). Im Gegenzug wurden di Maria und auch Xabi Alonso (Bayern München) abgegeben.

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