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Fußball: Schon jetzt kriselt es bei Real Madrid

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Wenn der Präsident kommt  

Schon jetzt kriselt es bei Real Madrid

12.09.2014, 20:34 Uhr | t-online.de

Fußball: Schon jetzt kriselt es bei Real Madrid. Bild mit Symbolcharakter: Spieler von Real Madrid sind nach der Niederlage im spanischen Supercup enttäuscht. (Quelle: imago/BPI)

Bild mit Symbolcharakter: Spieler von Real Madrid sind nach der Niederlage im spanischen Supercup enttäuscht. (Quelle: BPI/imago)

Aus Spanien berichtet Florian Haupt

Steht eine große Partie an, merken das die Spieler von Real Madrid am Besuch ihres Präsidenten. Dreimal schaute Florentino Pérez vergangene Saison beim Training im Vorort Valdebebas vorbei: Vor dem Pokalfinale gegen den FC Barcelona. Vor dem Champions-League-Halbfinale gegen Bayern München. Und vor Europas Endspiel gegen Atlético Madrid. Der Ernst der aktuellen Lage bei Real wird also ganz gut durch den Umstand veranschaulicht, dass Pérez sich auch am Donnerstag in der luxuriösen Sportstadt seines Klubs blicken ließ. Vor dem dritten Spieltag.

Zu dem kommt schon wieder Meister Atlético, gegen den zuletzt Mitte August der spanische Supercup und damit die Chance auf ein historisches Titel-Sextett verloren ging. Es folgte ein schwacher Ligastart mit einem zähen 2:0 gegen Aufsteiger Córdoba und einer epochalen Implosion in San Sebastián, wo man Gastgeber Real Sociedad ein 0:2 in ein 4:2 umbiegen ließ. Alles schlimm genug, aber alles nicht der Hauptgrund von Pérez’ Visite. Noch problematischer ist, was neben dem Platz geschah.

Alonso und Di María wurden verkauft

Anfang September ist schon fast traditionell Krisenzeit am königlichen Hof. Zwar verkündet Pérez in diesen Tagen immer die neuen Umsatzzahlen: 603,9 Millionen Euro waren es in der vergangenen Saison, Weltrekord – "wir sind ein Modell, das in Harvard studiert wird", jubilierte der Präsident. Aber es ist eben auch der Monat, in dem das Transferfenster geschlossen hat. In dem der Kader für die Saison steht. Und dessen Komposition verstehen viele Fans mal wieder überhaupt nicht.

Der Trubel um den spontanen Verkauf von Mesut Özil im vergangenen Jahr kann getrost als Kleinigkeit bezeichnet werden im Vergleich zu dem, was sich diesen Sommer abspielte. Binnen weniger Tage wurden mit den Mittelfeldleuten Ángel Di María (zu Manchester United) und Xabi Alonso (Bayern München) zwei Schlüsselspieler verkauft, die noch dazu im gleichen Mannschaftsteil agierten. Als stellvertretend für das Entsetzen bei Anhang und Medien mag die Einlassung des prominentesten Real-Angestellten gelten: "Ich kann ja nicht immer sagen, was ich denke", so Cristiano Ronaldo: "Aber hätte ich hier das Sagen, ich hätte das vielleicht nicht gemacht".

Krieg der Worte

Parallel dazu tobte ein Krieg der Worte, in dem sich Di María und Pérez der Unwahrheit bezichtigten und der Präsident ungewohnt persönlich angegangen wurde. Der Spieler schrieb einen offenen Brief, in dem er erklärte, nie von Real weggewollt zu haben, aber leider nicht "dem fußballerischen Geschmack einer bestimmten Person" entsprochen zu haben. Der Klub verstärkte daraufhin die zuvor bereits informell lancierte Darstellung, der Argentinier hätte aus finanziellen Gründen abgegeben werden müssen. "Di María hatte wirtschaftliche Forderungen, die wir nicht erfüllen konnten", so Pérez. "Niemand in diesem Klub verdient so viel außer Cristiano Ronaldo, dem Besten der Welt."

Ronaldo bleibt unangefochtener Superstar

Di Marías vorläufig letzter Konter wird von Kritikern des Präsidenten wohl noch auf längere Zeit zitiert werden: "Ich weiß nicht, wie lange Ronaldo es noch bei Madrid aushält". Doch der hat inzwischen einen Rückzieher gemacht. "Zu hundert Prozent" sei er auf Linie mit "meinem Präsidenten", so der Portugiese. Die Betonung seiner Sonderstellung durch Pérez dürfte ihm gefallen haben. Jedes weitere Zündeln hätte aus der lodernden Glut aber auch ein kaum zu löschendes Feuer gemacht. Casillas, Ramos, Benzema, Bale, neuerdings auch James Rodríguez und Toni Kroos – Real mag etliche Stars haben, aber alle zusammen erreichen sie nicht die Bedeutung von Ronaldo.

Trainer Carlo Ancelotti weiß das natürlich auch, weshalb er in seiner jüngsten Friedensmahnung ebenfalls noch ein Zuckerl für sein bestes Pferd unterbrachte, das angeblich wieder voll genesen von seinen zuletzt chronischen Knieproblemen sein soll. "Meine Zuversicht basiert auf zwei Säulen: Ich habe eine Gruppe von Profis, die ihren Beruf sehr ernst nehmen, und Cristiano schießt ein Tor pro Partie". Der Coach ist seit jeher so loyal wie stressresistent, vor Pérez diente er ja Silvio Berlusconi, Roman Abramowitsch und den Scheichs von Paris St. Germain. Er würde also nie die Transferpolitik seines Vorgesetzten kritisieren. Stattdessen sagt er: "Ich werde auch dieses Jahr die richtige Lösung für Real Madrid finden."

"BBC" war die Wunderwaffe der letzten Saison

Tatsächlich lieferte die vergangene Saison ihm (und dem Präsidenten) starke Argumente. Damals musste Ancelotti nach dem Verkauf von Özil und auf den Ruinen der Mourinho-Ära auch erst ein paar Monate tüfteln, ehe ihm mit der Versetzung von Di María vom Flügel ins Mittelfeld ein Schachzug gelang, der ihm die Bewunderung der Branche eintrug. Der Argentinier erwies sich als perfekte Therapie für Reals alte Krankheit des fehlenden Gleichgewichts, er war quasi zwei Spieler in einem: Offensiv Reals bester Vorlagengeber, das Bindeglied zwischen Mittelfeld und dem Dreier-Sturm Bale, Benzema, Cristiano ("BBC"). Defensiv ein unermüdlicher Arbeiter, der die Lücken zulief, die durch die mäßige Abwehrleidenschaft dieses Trios entstanden.

Doch jetzt ist dieser Di María weg, und Xabi Alonso dazu, das Metronom vor der Abwehr. Der Abgang des Basken ist noch der Erträglichere: Toni Kroos kann seine Spielmacherqualitäten mindestens egalisieren und hat nur in Defensivarbeit und Chefqualitäten eines Sechsers noch Nachholbedarf. Für die Position gibt es im Kader außerdem noch den vorigen Sommer teuer eingekauften Asier Illarramendi, der nach fortgesetztem Fremdeln im Debütjahr noch einmal eine neue Chance erhalten könnte. Aber Di María? Kaum ein anderer Spieler der Welt hat sein Profil. Ancelotti erwägt nun angeblich sogar, Gareth Bale in der Rolle zu probieren.

"Du hast mir das Spiel versaut"

Auf diese königliche Baustelle kommt nun also just der Lokalrivale mit Trainer Diego Simeone, der nach dem Supercup-Hinspiel von Di María als "bestem Spieler Reals" sprach. Beim letzten Einsatz im königlichen Trikot hatte der Argentinier nicht nur stehende Ovationen erhalten, sondern nach seiner Einwechslung sofort das Angriffsspiel Reals dynamisiert. Landsmann Simeone soll ihm später unter vier Augen in scherzhaftem Tonfall beschieden haben: "Du bist ein Hurensohn, du hast mir das Spiel versaut! Alles war unter Kontrolle, bis du auf den Platz kamst. Wie damals in Lissabon."

In der portugiesischen Hauptstadt hatte ein brillanter Di María wesentlich den Champions-League-Sieg Reals verantwortet, die ersehnte "décima", die angesichts der aktuellen Probleme schon wieder so weit weg scheint. Wie damals wird allerdings auch diese Saison erst zum Schluss abgerechnet, findet Ancelotti. Die nötige Ausdauer sieht er vorhanden: "Wir sind ein Diesel". Der Motor braucht am Samstag jedoch einen kleinen Zwischenspurt. Sonst dürfte es noch um einiges ungemütlicher werden.

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